Nur noch wenige Wochen bleiben uns bis zur Landtags- und Bundestagswahl und damit bis zur Weichenstellung für die nächste Legislatur-Periode – eine lange Zeit, die Positives und Negatives für uns Patienten bringen kann. Die letzten vier Jahre brachten klare Rückschritte für Diabetiker – Typ 2-Diabetiker ohne Insulin „brauchen“ keine Blutzuckerselbstmessungen mehr bzw. sie müssen sie selbst finanzieren. Einige neue, innovative Tabletten ebenfalls für Typ 2 Diabetiker, gibt es Dank der Bewertungen durch IQWiG und G-BA nicht mehr – einzig beim Festbetrag für Insuline kam das Veto des Bundesgesundheitsministeriums, deshalb blieb hier alles beim Alten.
Wir wollen moderne Therapieoptionen
So kann es nicht weiter gehen! IQWiG und G-BA verwehren uns den Zugang zu modernen Medikamenten und Hilfsmitteln – sie kommen zu völlig anderen Ergebnissen wie ähnliche Einrichtungen in anderen Ländern. Dabei liegen überall dieselben Studien zugrunde, nur werden sie bei uns durch das IQWiG aus fadenscheinigen Gründen einfach aussortiert. Es muss ein Studiendesign her, an dem das IQWiG nicht vorbei kommt – das fordern wir als Patientenverband und Ärztegesellschaften.
Schon seit Wochen touren die Landtags- und Bundestagskandidaten quer durchs Land und sind zu Gast auf Marktplätzen, Bierzelten und anderen öffentlichen Orten. Sie wollen sich und das Wahlprogramm ihrer Parteien uns Wählern präsentieren.
Wo erleben Sie Nachteile durch Diabetes?
Und wir sollten ihnen im Gegenzug unsere Sorgen und Nöte rund um Diabetes nahe bringen. Oben wurde schon einiges angesprochen und vielleicht haben auch Sie aus Ihrer persönlichen Situation im Leben mit Diabetes Dinge, die Sie ärgern. Etwa Eltern, wenn es um Unterstützung im Kindergarten oder Grundschule geht. Inklusion ist in Gesprächen allen Parteien wichtig, aber die Rahmenbedingungen im Äußeren wie auch in den Köpfen vieler Entscheidungsträger stimmen einfach noch nicht. Klare Regelungen und Verordnungen müssen her zur Unterstützung aller Beteiligten.
Weniger Bürokratie im Ehrenamt
Oder unsere ehrenamtlich Aktiven, die mit der Bürokratie unnötig zu kämpfen haben. Überall werden Lobreden über bürgerschaftliches Engagement, Ehrenamt und dessen Bedeutung geschwungen. Die Worte kommen auch bei uns an, die wir kopfschüttelnd und fassungslos erleben, wie die Beantragung von finanziellen Mitteln für die Selbsthilfe immer noch komplizierter wird, obwohl ständig öffentlich verkündet wird, dass Ehrenamt von Bürokratie entlastet würde!?
Und so touren auch viele Landesvorstandsmitglieder und suchen das Gespräch mit Politikern – landauf und landab bringen wir die drückenden Probleme immer wieder auf den Tisch. Im persönlichen Gespräch stoßen wir auf viel Verständnis und das Versprechen, uns in unseren Anliegen zu unterstützen. Wir bleiben dran und vergessen diese Worte nicht – wir werden immer daran erinnern, solange wir noch stetig im Regen stehen.
Auf in den Wahlkampf!
Liebe Diabetiker und Angehörige, sind Sie mit der Gesundheitspolitik zufrieden? Liebe Aktive im Ehrenamt, ob bei uns oder anderswo – wo hakt es, wo würden Sie sich Vereinfachungen wünschen?
Tragen auch Sie all diese Fragen an die tourenden Politiker heran, auf Marktplätzen und Bierzelten, nutzen Sie Bürgersprechstunden – der Countdown läuft! Wir sind das Volk und unsere Politiker unsere Vertreter. Werden wir alle mit unseren Forderungen und Sorgen laut, damit wir Patienten und die Selbsthilfe nicht auf der Strecke bleiben! Auf in den Kampf – für uns und unsere Gesundheit!
Ihre Marion Köstlmeier
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Kolumne

