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Münchner Typ-1-Gruppe frischt Wissen auf: Insuline und ihre Wirkungsweisen bei fett- und eiweißreichen Mahlzeiten

Unser Gruppentreffen am 12. Februar 2026 wurde von einem interessanten Vortrag geprägt, dessen Thema auf der Wunschliste der Mitglieder stand und steht: Müssen Fett und Eiweiß in der Ernährung bei der Insulingabe berücksichtigt werden?

Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen konnten wir Frau Villar-Mendoza, Diabetesberaterin und Diätassistentin, gewinnen. Frau Villar-Mendoza frischte einerseits unser Diabeteswissen auf und gab uns andererseits neue, ergänzende Informationen und wertvolle Tipps für unseren Alltag mit Diabetes mit.

Zu Beginn des Vortrages drehte sich alles um verschiedene Insuline, ihre Wirkungsweisen, Besonderheiten und Möglichkeiten, diese sinnvoll im Alltag einzusetzen. Die Kenntnis über die und das Verstehen der Wirkung der ultraschnellen, schnellen bis hin zu den langsam wirkenden Insulinen ist sehr wichtig, um deren Einsatz im Alltag effektiv, passend und richtig steuern zu können. Frau Villar-Mendoza hob dabei hervor, dass das Wissen über Wirkkurven und Zeitprofile ein entscheidender Faktor sein kann, um die Insulingabe dem konkreten Tagesablauf und den individuellen Besonderheiten der jeweiligen Diabetikerin, des jeweiligen Diabetikers anzupassen. Die alte Lebensweisheit „Wissen ist Macht“ findet hier volle Bestätigung!

Und wie ist es nun bei Fett und Eiweiß in der Ernährung? Müssen diese in den Insulingaben berücksichtigt werden? Frau Villar-Mendoza sagt deutlich ja, wies aber auf Unterschiede und Besonderheiten im Vergleich zu den Kohlenhydraten hin. So können Fette die Insulinwirkung verzögern - eine Verzögerung, die teilweise recht erheblich sein kann.

Wie sollte demnach die Insulinanpassung aussehen? Unsere Referentin empfahl drei Schritte in der Insulingabe bei fettreichen Mahlzeiten:

  1. Das Insulin für die Kohlenhydrate geben.
  2. Etwa eine bis zwei Stunden warten und dabei den Blutzuckerverlauf kontrollieren.
  3. Nach erfolgter Wartezeit eventuelle Korrekturen mit einer weiteren Insulingabe vornehmen.
     

Am Beispiel des Essens einer Pizza konnten diese drei Schritte weiter konkretisiert werden. Ein Mitglied unserer Selbsthilfegruppe hat sehr gute Erfolge, wenn sie vor oder zu Beginn des Essens einer Pizza zwei Drittel des berechneten Insulins verabreicht. Im weiteren Verlauf des Essens kontrolliert sie regelmäßig ihren Blutzucker, um schließlich mit dem letzten Drittel des berechneten Insulinbedarfs korrigieren zu können.

Frau Villar-Mendoza hob hierbei deutlich hervor, dass gerade bei fettreichen und größeren Mahlzeiten die regelmäßige, engmaschige Blutzuckerkontrolle das A und O ist.

Apropos Insulinbedarf korrigieren. Egal ob Pumpe oder Pen, unsere Referentin gab auch wichtige Alltagstipps, wenn es darum geht, Injektionsnadeln richtig in die Haut zu setzen. Zusammenfassend lässt sich zu diesem Thema sagen: Möglichst viele Stellen am Körper für Injektionen nutzen. Bauch, Oberschenkel, aber auch Gesäß und Oberarme bieten hierfür Möglichkeiten. Eine Nadellänge von 4 mm ist in den meisten Fällen ausreichend, um gut das Unterhautfettgewebe erreichen und Injektionen in die Muskel vermeiden zu können. Für jede Injektion eine neue Nadel verwenden… Warum das alles? Um u. a. Verhärtungen und starken Hautveränderungen vorzubeugen, die nicht nur gesundheitliche Probleme mit sich bringen, sondern auch Einfluss auf die Insulinwirkung selbst haben können. Das Insulin wird bei problematischen Hautveränderungen verzögert oder kaum noch richtig aufgenommen.

Die abschließenden Ratschläge von Frau Villar-Mendoza lauteten demnach folgerichtig, dass die Haut und die Injektionsstellen gut beobachtet und mit geeigneten Produkten gepflegt werden müssen.

Das Resümee der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fiel durchweg positiv aus, regte der Vortrag doch zum Nachdenken über „liebgewonnene“ aber nicht immer sinnvolle Gewohnheiten im Alltag an und zeigte, welche Möglichkeiten bestehen, noch besser mit dem Diabetes gerade in der Ernährung umgehen zu können.

Die Gruppe freut sich schon auf den Oktober. Frau Villar-Mendoza wird dann erneut unser Gast sein und sich dem spannenden und teils umstrittenen Thema „Cholesterin“ widmen. (Lutz Richter)

In der Münchner Typ-1-Diabetiker-Gruppe: Referentin Frau Villar-Mendoza frischt unser Wissen rund um Insulinwirkkurven u.a. bei fett- und eiweißreichen Mahlzeiten auf © Lutz Richter