Berichte

Aktuelle Trends bei diabetischen Hilfsmitteln

Antje Stuth zu Gast in der SHG Typ-1-Diabetiker München

Am 13. Juni 2024 besuchte Antje Stuth, DIASHOP GmbH, unsere Selbsthilfegruppe und stellte in ihrem vielseitigen Vortrag interessante Entwicklungstrends innerhalb einer großen Zahl diabetischer Hilfsmittel vor. Mitglieder der Selbsthilfegruppe sowie weitere Interessierte folgten den Ausführungen und stellten zahlreiche Fragen. Welche Erkenntnisse lassen sich zusammenfassend gewinnen?

Die Therapie mit dem Insulinpen: Smartpens, die Daten sammeln und an entsprechende digitale Tagebücher auf dem PC oder Smartphone senden, liegen weiter im Trend. Für Nutzer wie Ärzte bestehen die Vorteile u.a. darin, Trendanzeigen, Berechnungen für die Insulintherapie und Vorschläge (Mahlzeiten- und Korrekturbolus) erhalten zu können.

Verfügbare Smartpens

Beispiele für Smartpens, die bereits zur Verfügung stehen, sind der „Novo Pen 6“ und der „Novo Pen Echo“. Nachteil: In beide Pens passen ausschließlich Insuline der Firma „Novo Nordisk“. Ab Sommer 2024 wird die Firma „Sanofi Aventis“ einen Fertigpen vorstellen, der über eine entsprechende Datenkappe für die Datenweitergabe verfügen soll. Auch die Firma „Lilly“ arbeitet an einem Smartpen. Als Fertigpen („Tempo Pen“) ist er für den Markt vorgesehen. Die Firma „Medtronic“ setzt dagegen auf die Entwicklung eines smarten wiederverwendbaren Insulinpens. Es dürfte spannend bleiben!

Spannend wird es auch im Bereich der AID-Systeme (Automatische Insulin Dosierung) bleiben, da hier die Arbeit an den drei zentralen Komponenten – Insulinpumpe, Algorithmus und CGM-System – eine kontinuierliche Fortsetzung findet, um die Genauigkeit der AID-Systeme zu erhöhen. Vor allem ist in nächster Zeit mit weiteren Verbesserungen verschiedener Algorithmen zu rechnen und damit mit der Verbesserung der Schnittstelle Sensor - Pumpe. Bei den Algorithmen ist zwischen lernenden und nicht lernenden Systemen zu unterscheiden. Sie bestimmen maßgeblich im Zusammenwirken von Sensor und Pumpe mittels eigener konkreter Berechnungen den Wirkungsumfang des jeweiligen AID-Systems. Ziel des Einsatzes dieser Loop-Systeme ist die Verbesserung der Lebensqualität durch die Senkung des HbA1c-Wertes, der Verringerung von Hypo- und Hyperglykämien und damit die Vergrößerung der „Time in Range“.

Allerdings können auch AID-Systeme noch längst nicht alles! Eine automatische Anpassung z.B. bei Sport oder Krankheit, automatische Bolusabgaben und Kohlenhydratberechnungen sind bei den aktuell verfügbaren Systemen noch nicht möglich. Wichtig für alle, die sich mit dem Gedanken tragen, ein AID-System künftig nutzen zu wollen, sind Fragen, die an sich selbst zu richten sind: Wie gestaltet sich mein Alltag? Welchen Sensor trage ich? Welche Pumpe passt dazu? Was erwarte ich insgesamt von einem AID-System? Hier ist zu empfehlen, sich gut und genau beraten zu lassen. Die Palette an entsprechenden Angeboten hat sich in der letzten Zeit erweitert. Sie reicht z.B. von der schlauchlosen Pumpe „Omnipod 5“ (mit Sensor „Dexcom G 6“, Fernbedienung, möglicher Handy-App, aber nach 3 Tagen zu ersetzen) bis hin zur „Medtronic Mini Med 780 G“ (mit eigenem Sensor und eigenem Algorithmus). Antje Stuth vom DIASHOP-Team rät deshalb unbedingt zu umfassenden Beratungen, da u.a. Körpergewicht, Glukosezielwerte, Tagesablauf u.v.m. sehr individuell sind und vor der Beantragung eines AID-Systems Berücksichtigung finden müssen. Die DIASHOP GmbH bietet entsprechende Beratungen an.

Am Ende der Veranstaltung konnten wir Antje Stuth für die Bereitstellung von so vielen Informationen in so kurzer Zeit nur recht herzlich danken! Wie alle Teilnehmenden in ihrem Fazit feststellten: Ein wirklich gelungener Informationsabend! Gerne wieder! (Lutz Richter)

Aktuelle technische Hilfsmittel zum Anfassen - hier Minipumpen © Lutz Richter
Links Referentin Antje Stuth, die uns rund um die Diabetestechnik auf den neuesten Stand brachte © Lutz Richter