Das war das Thema des Vortrags beim monatlichen Treffen im Oktober in der <link>Münchberger Selbsthilfegruppe für Typ 2-Diabetiker. Der Gruppenleiter Hans Kaiser konnte über 30 Teilnehmer und den Internisten, Endokrinologen und Diabetologen Mesut Durmaz aus Hof begrüßen, der, herzlichen Dank dafür, hier eine Zusammenfassung des Vortrags zur Verfügung gestellt hat:
Die Schilddrüse ist ein kleines, unterhalb des Kehlkopfes gelegenes, „schmetterlingsförmiges“ Organ, etwa in der Größe einer Walnuss. Sie ist von zentraler Bedeutung für die Regulation des Stoffwechsels, des Wärmehaushaltes, des Wachstums und der Reifung.
Für die Bildung der Schilddrüsenhormone ist eine ausreichende Jodaufnahme unbedingt erforderlich, da diese Hormone aus Jodatomen hergestellt werden. Die Jodversorgung in der Bevölkerung verbesserte sich in den letzten Jahren durch die Verwendung von jodiertem Speisesalz. Jodmangel kann ursächlich sein für die Entstehung eines „Kropfes“ (Struma).
Die Schilddrüsenfunktion wird in der Praxis bestimmt durch die Menge an Schilddrüsenhormonen. Zu viele Hormone bedeuten eine Überfunktion, zu wenig eine Unterfunktion der Schilddrüse. Der Schilddrüse übergeordnet ist die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), sie reguliert die Schilddrüse.
Bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus kommt es infolge der erhöhten Glukose-Ausscheidung auch zu einer gesteigerten Jodidausscheidung, was zu der oben beschriebenen Vergrößerung der Schilddrüse („Kropf“ bzw. Struma) führen kann.
Eine Überfunktion der Schilddrüse verstärkt die Insulinresistenz und die Glukagon-Freisetzung und führt damit zu erhöhten Blutzuckerwerten.
Eine Unterfunktion bewirkt eine Hypoglykämie-Neigung bei gesteigerter Insulinsensitivität und sinkendem Insulinbedarf.
Eine seltene Konstellation ist das Auftreten mehrerer Autoimmunerkrankungen, z.B. das polyglanduläre Autoimmunsyndrom mit Diabetes mellitus Typ 1, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (meist Hashimoto-Thyreoiditis mit Unterfunktion) und einer Autoimmunerkrankung der Nebenniere.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass bei jeder Blutzuckerentgleisung ohne offensichtliche Ursache an eine Schilddrüsenfunktionsstörung gedacht werden sollte. Sprechen Sie Ihren Arzt an, wenn Sie unsicher sind!
Mesut Durmaz
Internist, Endokrinologe und Diabetologe

