Nun ist er endgültig vorbei, der Sommer 2010! Die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür, gerade jetzt fällt es wegen der Zeitumstellung ganz besonders auf. Es ist viel zu früh dunkel, die Abende und Nächte werden immer länger. Dazu ist es oft feucht und nass, neblig trüb, windig – so gar nicht einladend.
Die letzen Bäume verlieren ihre Blätter, Blumen und Stauden verblühen bzw. erfrieren in kalten Nächten. Die Ernte ist eingefahren. Alles zieht sich zurück – in der Natur sammeln die Pflanzen ihre Energie in den Wurzeln, wo sie vor der Kälte geschützt ist. Tiere gehen in den Winterschlaf und auch wir ziehen uns immer mehr in die warme Stube zurück und igeln uns ein. Da, wo vor wenigen Wochen noch abends „der Bär tobte“, ist es jetzt menschenleer und still. Die Nachbarn sieht man nicht mehr, jeder huscht nur schnell nach Haus.
Die Kinder nehmen es nicht so schwer. Erst feiern sie Halloween, gehen mit bunten, beleuchteten Kürbissen von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten ein. Dann werden bunte Laternen für St. Martin gebastelt, die singend durch die dunklen Straßen getragen werden – auch so kann man sich den Herbst „erleuchten“.
Der November ist gerade für Diabetiker noch ein wichtiger Monat: Der Weltdiabetestag steht an, er wird am 14. November gefeiert, dem Geburtstag von Sir Frederick Banting. Ihm gelang es gemeinsam mit Charles Best 1921/1922 das lebenswichtige Insulin zu isolieren. Neben der zentralen Veranstaltung zum Weltdiabetestag in Berlin, s. Seite 4/5, finden auch in vielen Orten Bayerns Veranstaltungen mit Vorträgen und vielem mehr statt. Veranstaltungsendspurt – danach stehen in vielen Selbsthilfegruppen noch Advents- und Weihnachtsfeiern an. Anschließend wird es ruhig und auch die ehrenamtlich Aktiven haben mal Zeit zum Durchschnaufen.
Es steht ja auch viel Privates an - die Vorbereitungen auf Weihnachten: gemeinsames Plätzchen backen, Sterne basteln, Besorgungen machen usw. – Weihnachten naht mit Riesen Schritten, man sieht es am Adventskalender – immer mehr Türchen sind geöffnet, am Adventskranz brennen immer mehr Kerzen und die Kinder können es gar nicht mehr erwarten!
Und dann ist es wieder so weit: Weihnachten – das Fest des Lichts, davor die Wintersonnenwende – alle Regler stehen auf „es werde wieder Licht!“. Der Tiefpunkt ist durchschritten.
Die Natur begibt sich in Winterruhe, um danach wieder im wahrsten Sinne des Wortes gestärkt „hervor zu brechen“. Ein natürlicher Rhythmus, dem alles, auch wir, unterworfen sind. Ich persönlich trauere jedes Jahr dem Sommer richtig nach, vermisse die langen, lauen Abende zum Draußen sitzen. Es fällt mir schwer, Abschied zu nehmen. Dabei weiß ich, dass auch mir die kürzeren Tage mal gut tun. Ich zähle sie trotzdem, die Tage bis zur Wintersonnenwende und freue mich, wenn sie erreicht ist – denn dann kommt das Licht jeden Tag ein kleines bisschen mehr zurück.
Lassen Sie sich von Temperatur und Witterung nicht abschrecken. Warm eingepackt ist es, wenn man sich erst mal zum Verlassen der warmen Höhle entschlossen hat, draußen doch ganz schön. Die Natur hat auch jetzt viel zu bieten, z.B. Raureif oder Tierspuren im Schnee - man muss es nur entdecken. Und: Draußen ist es, natürlich tagsüber, immer heller als in Innenräumen – Sonne tanken im Winter tut richtig gut!
Die Welt ist allezeit schön
Im Frühling prangt die schöne Welt
In einem fast smaragdnen Schein.
Im Sommer glänzt das reife Feld
Und scheint dem Golde gleich zu sein.
Im Herbste sieht man als Opalen
Der Bäume bunte Blätter strahlen.
Im Winter schmückt ein Schein, wie Diamant
Und reines Silber, Flut und Land.
Ja kurz, wenn wir die Welt aufmerksam sehn,
Ist sie zu allen Zeiten schön.
Barthold Heinrich Brockes
Ich wünsche Ihnen einen schönen Spätherbst, eine ruhige und besinnliche Vorweihnachtszeit mit viel Zeit und Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und im Kreise Ihrer Familie zu entspannen – und am Ende ein frohes Weihnachtsfest!
Ihre Marion Köstlmeier

