Berichte

Verunsicherung: Insulinpumpe im Flugzeug

Vor einigen Wochen erschien in der Newsletter von Diabetes Deutschland der Artikel: „<link http: bit.ly wfbzlm _blank>Mit der Insulin-Pumpe im Flugzeug: Vorsicht, die Insulin-Abgabe verändert sich“.

 

Im Artikel ging es um eine Studie aus Newcastle (UK), die Veränderungen der Insulinabgabe durch Luftdruckänderungen mittels Messungen während Flügen aufgezeichnet und in der Unterdruckkammer simuliert hat. Die Wissenschaftler stellten dabei fest, dass während des Aufstiegs mehr und während des Sinkflugs weniger Insulin abgegeben wird als programmiert. Ein Teil der Mehrabgabe beim Aufstieg ist durch Blasenbildung in der Ampulle bedingt. Die Messungen erfolgten mit zwei verschiedenen Insulinpumpenmodellen.

 

Das heißt: Aufgrund der Insulinmehrabgabe beim Aufstieg kann eine Unterzuckerung drohen, nach der Landung steigt der Blutzucker evtl. wegen der verminderten Insulingabe an. Die publizierten Ergebnisse sprechen von einer Mehrabgabe von 1,1 bis 1,4 IE bzw. von einem Minus bei der Landung von 0.6 bis 0,9 IE.


Diese Werte wurden aber nicht unter realen Bedingungen (am Menschen) sondern experimentell gemessen. Die <link http: bit.ly gl1iw4 _blank>Arbeitsgemeinschaft diabetiologische Technologie (AGDT) weist darauf hin, dass das System unter realen Bedingungen mit dem Unterhautfettgewebe verbunden und damit ein Gegendruck vorhanden ist, weshalb die tatsächliche Mehrabgabe bei diesen Bedingungen unter einer IE liegen dürfte.

 

Die Stellungnahmen der beiden großen Pumpen-Hersteller berichten von großer Verunsicherung auf Seiten der Insulinpumpenträger, zuvor wurden aber nur sehr selten solche Beobachtungen gemeldet.

 

Fazit: Schnelle und extreme Änderungen der Luftdrucks, z.B. beim Fliegen (auch Drachenfliegen usw.) können die Insulinabgabe beeinflussen, besonders dann, wenn sich Luftblasen in der Ampulle und/oder im Schlauch befinden. Das Gleiche gilt auch für extreme Temperatur-Schwankungen, z.B. wenn man von geheizten Räumlichkeiten in die Kälte geht. Deshalb die Empfehlung, Luftblasen zu entfernen, die Pumpe nah am Körper zu tragen und den Blutzucker in solchen Situationen öfter zu kontrollieren.

 

Wer ganz sicher gehen will, hält sich an diese Regeln:

  • vor dem Start den Schlauch von der Pumpe trennen
  • bei Erreichen der Flughöhe Luftblasen aus der Ampulle und dem Schlauch entfernen, Pumpe wieder anschließen
  • nach der Landung die Pumpe vom Schlauch-System trennen, 2 IE leer abgeben, wieder anschließen.

 

Sofort handeln sollte man unbedingt bei einem starken Druckabfall in der Kabine, was weltweit etwa 40-50 mal pro Jahr auftritt: Hier kommt es innerhalb kürzester Zeit zu einer Insulinabgabe von über 8 IE – sofort Schlauch abkoppeln!