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Gestationsdiabetes breitet sich aus – Typ-2-Diabetes als Langzeitfolge

Gewichtskontrolle in der Schwangerschaft und Sport für Schwangere – diese Präventionsmaßnahmen gegen Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) propagierten die Teilnehmer des Symposiums „Gestationsdiabetes – Gewicht – Bewegung“ im Klinikum rechts der Isar (Dezember 2011).

 

Das Thema Gestationsdiabetes hat Brisanz – das beweist allein das große Interesse unter den Medizinern und Diabetesberatern, die aus dem gesamten Bundesgebiet zu der Fortbildungsveranstaltung der Forschergruppe Diabetes der TU München und des Instituts für Diabetesforschung, Helmholtz Zentrum München angereist waren. Brisanz hat das Thema aber vor allem, weil die Zahl der Gestationsdiabetikerinnen hierzulande steigt – nach neueren Schätzungen sind, die Dunkelziffer inbegriffen, 6,6 % aller Schwangeren betroffen.

 

Nach 3 Jahren: 60 % Typ-2-Diabetes

 

Für Mutter und Kind bleibt auch nach der Schwangerschaft ein Diabetes-Risiko bestehen. 14 % der Schwangeren mit Gestationsdiabetes müssen Insulin spritzen, rund 60 % von ihnen sind drei Jahre nach der Schwangerschaft an Typ-2-Diabetes erkrankt. Das ergab eine Studie der Forschergruppe Diabetes zu Gestationsdiabetes, welche die Leiterin Prof. Anette-Gabriele Ziegler vorstellte. Auf Grund der aufschlussreichenden Ergebnisse führt die Forschergruppe Diabetes derzeit die neue Studie PINGUIN (Postportale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie) zur Prävention von Typ-2-Diabetes bei Gestationsdiabetikerinnen durch.

 

Statt „Essen für zwei“ raten Ärzte im Hinblick auf den Gestationsdiabetes eher zu einer Gewichtskontrolle: Nach Aussage von Dr. Ljiljana Hastreiter vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin ist der Energiebedarf im ersten Schwangerschaftsdrittel nicht erhöht. „Im zweiten und dritten Drittel reicht ein Käsebrot mehr pro Tag aus, um den gesteigerten Bedarf zu decken“, sagt Hastreiter. Dies entspreche in etwa 200 bis 300 Kalorien.

 

Dr. Katrin Esefeld vom Zentrum für Prävention und Sportmedizin der TU München empfiehlt Schwangeren ein Ausdauer- oder Krafttraining von einer halben Stunde an drei Tagen pro Woche. „Walking und Workout mit dem Fitnessband eignen sich hierfür besser als Ballsportarten mit einem hohen Verletzungsrisiko oder hoher Gelenkbelastung“, so Esefeld.

 

Mit einer Gewichtskontrolle der Schwangeren ist der erste Schritt getan, um auch beim Kind Übergewicht zu vermeiden. Laut Kinderärztin Prof. Olga Kordonouri aus Hannover ist in Deutschland jedes sechste bis siebte Kind übergewichtig. Bewegungsprogramme könnten das Auftreten von Adipositas bei Kindern um 10–12 % reduzieren, wenn sie vor dem Schulalter begonnen werden. Damit würde sich bei den Kindern gleichzeitig das Risiko verringern, später an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

 

In einem Punkt waren sich die Referenten einig: Dem Gestationsdiabetes müsse mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden – am besten durch Kontrollen in Form eines Screenings aller Schwangeren und bessere Aufklärung in Arztpraxen. (Anmerkung der Redaktion: Das Screening ist mittlerweile Krankenkassenleistung.)

 

Interesse an der <link http: www.pinguin-studie.de _blank>PINGUIN<link http: www.pinguin-studie.de _blank> Studie? Bitte informieren Sie sich unverbindlich bei:

 

Institut für Diabetesforschung der Forschergruppe Diabetes e.V.
Helmholtz-Zentrum München
Leitung Prof. Anette-Gabriele Ziegler
Ingolstädter Landstraße 1
85764 Neuherberg
Telefon: 089/31 87-47 96
E-Mail: <link>pinguin@lrz.uni-muenchen.de