Berichte

Bald neue Therapiemöglichkeiten?

Diabetes-Tag wurde sehr gut angenommen

Diabetes („Zuckerkrankheit“) ist bei uns zu einer Volkskrankheit geworden. Um den Patienten neue Informationen zu dieser Erkrankung und Therapie anzubieten, veranstaltete die Diabetiker-Selbsthilfegruppe Donauwörth in Zusammenarbeit mit dem Diabetikerbund Bayern und der Volkshochschule Donauwörth zum 8. Male einen Info-Tag im Evangelischen Gemeindehaus, an dem auch zahlreiche Firmen und Institutionen ihre Angebote vorstellten. Moderator war Dr. med. Thomas Eberl, Chefarzt der Inneren Medizin in der Donau-Ries-Klinik Donauwörth.

Nach der Begrüßung durch Wilhelm Pittig, dem agilen Vorsitzenden der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Donauwörth, dankte Schirmherr OB Armin Neudert der Diabetiker-SHG für die Organisationsarbeit speziell den Info-Tag betreffend und auch der Volkshochschule, der das Thema Gesundheitsförderung ein besonderes Anliegen sei. „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ sagte der stellvertretende Landrat Franz Oppel in Bezug auf die Selbsthilfegruppen, dank deren Arbeit die Lebensqualität vieler Patienten verbessert werden könne. W. Pittig wurde Lob auch von Konrad Böswald, dem Vorsitzenden der Volkshochschule Donauwörth, und Johann Kahle, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden des Diabetikerbunds Bayern, zuteil.

„Die neue Welt der Diabetologie: Gegenwart und Zukunft“ war das Thema des Vortrags des Diabetologen Dr. med. Michael Dietlein, Belegarzt am Diakonissenkrankenhaus Augsburg. Heute gebe es in Deutschland 10 Millionen Diabetes-Patienten, um 50 Prozent mehr als vor 20 Jahren. Früher habe man sich „mehr bewegt“, und auch das „Übergewicht“ sei schuld daran, dass das körpereigene Insulin schlechter wirksam sei. In der Forschung arbeite man intensiv nicht nur an Methoden zur „unblutigen“ Messung des Blutzuckers, sondern auch daran, mit neuen Medikamenten, die den Blutzucker senken, Unterzuckerung verhindern und die Gewichtsabnahme fördern und somit das Leben der Patienten lebenswerter machen. Die Bestrebungen gingen in Richtung „1-mal pro Tag spritzen“, und sogar eine „Monatsspritze“ sei durchaus denkbar. Bei den Ernährungsempfehlungen gehe die Tendenz dahin, dass Diabetes-Patienten den Kohlenhydratanteil reduzieren und den Eiweißanteil erhöhen sollten.

Das zweite Referat bestritt Dr. med. Martin Raghunath, Chefarzt der Abteilung für plastische Chirurgie, Hand- und rekonstruktive Mikrochirurgie im Kollegialsystem Caritas am Krankenhaus Lenbach in München. Er befasste sich mit dem Thema „Operative Behandlungsmöglichkeiten bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie“. Besonders Diabetiker klagen oftmals über Schmerzen, Kribbeln, Taubheit an den Extremitäten, die zu nächtlichem Erwachen führen, und erhöhte Empfindlichkeit auf äußeren Druck („Carpaltunnelsyndrom“). Eine Operation könne oft die Schmerzen „schlagartig“ beseitigen oder doch erheblich mindern und die Sensibilität verbessern. Der Operation gehe eine gründliche Untersuchung voraus, ob die Nerven aufgequellt oder eingeengt seien. Die mikrochirurgische Nervenschmerzbehandlung bei Neuropathiepatienten habe er im Jahre 2006 in Deutschland eingeführt, sagte der Arzt. Damit benötige der Patient weniger Medikamente, es könnten Amputationen vermieden werden und es entstünden geringere Kosten.

„Diabetes entsteht nicht nur durch Zucker-, sondern auch durch Fettkonsum“, konstatierte Christine Augustin, Gesundheitsberaterin und Diätassistentin an der Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) Bad Kötzting. In ihrem Vortrag zum Thema „Killerfette“ empfahl sie Fette mit einem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren wie etwa Lein-, Hanf-, Walnuss-, Raps- und Sojaöl, ferner den Verzehr von Fischen, Fischölkapseln und grünem Blattgemüse. Als „Killerfette, die krank machen können“, bezeichnete sie Transfettsäuren, die in allen Fertigprodukten enthalten seien, um sie haltbar zu machen. Sie nannte auch Beispiele, nämlich Cracker, Fertigsoßen, Pommes frites, Donuts, panierte, vorfrittierte Speisen („überall, wo eine Kruste ist“) und Schokoriegel. „Diese Fette führen dazu, dass Blutplättchen klebrig werden und weniger fließfähig sind, sie führen zu Arterienverkalkung, zu verhärteten Zellwänden und lassen das Diabetes- und Krebsrisiko ansteigen“, betonte sie. „Kaufen Sie Fischfilet und panieren Sie es selbst“, riet sie.

Manfred Arloth