Berichte

Technik oder Tier zur rechtzeitigen Unterzuckerwarnung

Nach unserer Veröffentlichung im <link http: www.diabetikerbund-bayern.de neuigkeiten article diabeteswarnhund-die-einzig-moegliche-rettung>kontakt 02 (Mitgliederzeitschrift) und im Diabetes Journal, wurde das Thema Diabeteswarnhund heftig diskutiert. Teils emotional, aber auch sehr viel auf der sachlichen Ebene. Und genau das wollten wir anstoßen und hier weiterführen.

Beides – ausgebildeter Hund und CGM (Kontinuierliches Glukose-Messsystem) - hilft uns Menschen, zu niedrige Blutzuckerwerte zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren. Besonders wichtig für diejenigen Diabetiker, die ihre Unterzuckerungen selbst nur schlecht oder nicht mehr wahrnehmen. Beide Lösungen kosten viel Geld – dabei schwanken die Kosten für Hund inkl. Ausbildung sehr stark, das CGM ist hier um einiges kalkulierbarer. Bevor man so viel Geld ausgibt, sollte man unserer Meinung nach beide Möglichkeiten beleuchten, um hinterher die für die eigene Situation beste Lösung auszuwählen.

Leider haben wir den Eindruck, dass dies gerade dort, wo Medien (z.B. Akte 2014 auf SAT1, Tageszeitungen, im Internet) mit im Boot sind, die Möglichkeit des CGM entweder nicht bekannt ist oder ausgeblendet wird. Stattdessen wird der Diabeteswarnhund als einzig möglicher Lebensretter dargestellt.

Abwägen beider Möglichkeiten

Ein erfolgreich ausgebildeter Hund erkennt Unterzuckerungen, und evtl. auch schwere Entgleisungen nach oben. Die technische Lösung CGM zeigt ständig den aktuellen Zuckerwert im Unterhautfettgewebe an (Zeitverzögerung gegenüber Blutzucker: etwa 15 min, dies ist bei der Programmierung der Alarmschwelle zu berücksichtigen). Deshalb erkennt man hier nicht nur die Unterzuckerung bzw. schon im Vorfeld die schnell fallende Tendenz, sondern man erkennt auch zu hohe Werte und kann somit früher gegensteuern. Die meisten Folgeerkrankungen entstehen aufgrund langfristig zu hoher Blutzuckerwerte bzw. auf der Grundlage starker Blutzuckerschwankungen.

Wegen dieser Stärken favorisieren wir in der Gesamtheit das CGM und kämpfen für dessen Erstattungsfähigkeit für Diabetiker, die es aufgrund ihrer individuellen Situation benötigen. Schon heute gelingt in begründeten Ausnahmefällen (zugegeben: oft erst mithilfe des Gerichts) manchmal, die Erstattung des CGM zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen durchzusetzen. Treue Leser des kontakt und Diabetes Journals haben die Meldungen dazu bestimmt verfolgt.

Das sagt die Krankenkasse zum Hund

Bei Spendenaufrufen aller Art für Diabeteswarnhunde ist auch immer wieder zu hören oder zu lesen, dass Krankenkassen die Erstattung von Hund und Ausbildungskosten immer ablehnen. Um Ihnen hier eine klare Aussage geben zu können, haben wir bei der BAHN-BKK eine Stellungnahme eingeholt:

„Damit eine gesetzliche Krankenkasse die Kosten für einen Diabeteswarnhund übernehmen bzw. bezuschussen kann, muss dieser im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbandes gelistet sein. Dies ist aktuell nicht der Fall. Zudem liegt bislang keine positive Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vor. Somit fehlt der Bahn-BKK die Rechtsgrundlage. Das bedeutet: Die Bahn-BKK kann – wie jede gesetzliche Krankenkasse – die Kosten für einen Diabeteswarnhund bzw. für dessen Ausbildung nicht übernehmen."

Das sind die momentanen Fakten, die wir Ihnen gerne für Ihre individuelle Entscheidung zusammengetragen haben.