Vor zehn Jahren gründeten sieben Betroffene die <link>Diabetiker-Selbsthilfegruppe Donauwörth. Wilhelm Pittig, der damalige Initiator und seither rühriger Leiter, gab bei einer Festveranstaltung anlässlich des 10-jährigen Bestehens im Pfarrsaal der Christuskirche einen Rückblick auf das erfolgreiche Wirken der SHG.
Ökumenischer Gottesdienst
Vorher nahmen die Besucher an einem Gottesdienst teil, den Pfarrerin Ingrid Gottwald-Weber und Pfarrer Paul Großmann gestalteten. Das Thema hieß „Mit Grenzen leben – Einer trage des anderen Last“. Den Anwesenden wurde Mut gemacht, die Krankheit im Alltag zu ertragen. In Bezug auf die Selbsthilfegruppe wurde die Bedeutung der Redensart „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude“ beleuchtet. Und zum Totengedenken entzündete man für die 20 Verstorbenen 20 Kerzen.
Im Pfarrsaal wurden die Besucher überraschenderweise musikalisch begrüßt, und zwar durch Drehorgelspieler Heinz Gimpl und seine Frau Friederike (Gesang). Nach einem Ernährungskurs bei der AOK Donauwörth sei am 29. November 1999
die Diabetiker-Selbsthilfegruppe Donauwörth gegründet worden. „Bis dahin war eine gute Schulung und fundiertes Wissen bei den Betroffenen die große Ausnahme“, berichtete Wilhelm Pittig. Am 10. März 2000 sei ihm die Leitung der Gruppe übertragen worden. Schon am 29. März 2000 habe der erste öffentliche Vortrag mit dem Referenten Dr. med. Dietmar Blechschmidt stattgefunden. „Dass wir damals 65 Personen begrüßen konnten hat uns Mut gemacht“, betonte Wilhelm Pittig.
137 Vorträge in 10 Jahren
Weitere Treffen hätten jeweils am zweiten Mittwoch im Monat stattgefunden „mit bis jetzt 137 Vorträgen“, berichtete Pittig. Darüber hinaus habe man auswärtige Diabetikertage und Fachkliniken besucht, 17 Tagesfahrten und sieben Mehrtagesfahrten organisiert und den bayerischen Landtag, Berlin und das Europaparlament in Strassburg besucht. Jedes Jahr hätten Grillfeste und Jahresabschlussfeiern stattgefunden. Auch bisher acht gut besuchte Diabetikertage wurden in Donauwörth organisiert.
Dank an alle Aktiven
„Mit unseren Veranstaltungen und Aktivitäten möchten wir dazu beitragen, dass Sie die Krankheit besser verstehen, dass Sie besser leben können und dass sich Ihre Lebensqualität verbessert“, erklärte Vorsitzender Pittig. Er bedankte sich herzlich für die tatkräftige Unterstützung bei allen Mitarbeitern und dem Vorstand der SHG: Richard Schulte, Karl Harsch, Anita Langlutz, Sofie Dorsch, Emmi Rojek und Ernst Hoffmann.
Bürgermeisterin Maria Bauer dankte im Namen der Stadt Donauwörth für die Arbeit der SHG, „die ein fester Bestandteil des Donauwörther Gesundheitswesens geworden ist“. AOK-Direktor Johannes Hiller bezeichnete die Donauwörther Diabetes-Selbsthilfegruppe mit ihrem umfangreichen Angebot „als eine der aktivsten im weiten Umkreis“. Hans Kahle, stellvertretender Vorsitzender des Diabetikerbundes Bayern, dankte vor allem Wilhelm Pittig. „Das Miteinander und die gelebte Selbsthilfe werden in Donauwörth groß geschrieben“, sagte er. Friederike Gimpl, Sprecherin des gesundheitspolitischen Forums Donau-Ries, gratulierte ebenfalls herzlich zum 10-jährigen Bestehen, besonders aber Wilhelm Pittig „für seinen großen Einsatz“. „Die Arbeit von Selbsthilfegruppen wird in unserem Gesundheitswesen immer wichtiger“, betonte auch Landrat Stefan Rößle in seinem Grußwort und seiner Gratulation zum Jubiläum.
Ehrungen
Beim 10-jährigen Jubiläum der Diabetes-Selbsthilfegruppe Donauwörth wurde folgenden Gründungsmitgliedern Dank gesagt: Christine Hoffmann, Christian Leinfelder, Elfriede Pittig, Wilhelm Pittig, Helga Schreiber, Max Schreiber, Dr. Richard Schulte und Brigitte Ziegler. (Arloth)



