Pressemitteilung Bahnhof-Apotheke Kempten
Die Auswertung der Präventionskampagne während der Allgäuer Festwochen ist mittlerweile abgeschlossen. Im Mittelpunkt der Kampagne stand die Risikofrüherkennung mithilfe Bauchumfang- und Blutdruck-Messung, Body-Mass-Index (BMI), FindRisk-Fragebogen, Blutzuckermessung und HbA1c-Massenscreening.
An der Diabetesaktion nahmen 980 Personen teil (569 Frauen, 411 Männer). Als wesentliche Risikofaktoren haben sich dabei familiäre genetische Vorbelastung und Übergewicht herausgestellt. Zwischen männlichen und weiblichen Probanden ergaben sich hinsichtlich der ermittelten Werte keine signifikanten Unterschiede.
33,67% aller Probanden gaben eine familiäre Vorbelastung an. Bei diesen Personen ist die Wahrscheinlichkeit, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, höher als bei den Probanden ohne familiäre Vorbelastung. Der Anteil der übergewichtigen Probanden lag bei 53,98% (BMI >25), davon waren 14,49% stark übergewichtig (BMI >30).
88 bzw. 8,98% der Probanden waren bereits an Diabetes erkrankt. In dieser Personengruppe sind bei 47,73% eine familiäre Vorbelastung und bei 89,77% ein erhöhter BMI >25 hervorzuheben. Beachtenswert ist auch die Tatsache, dass 25% der Diabetiker mit einem gemessenen HbA1c-Wert >7,5% nicht optimal eingestellt waren.
Bei 14 Probanden, bei denen Diabetes Typ 2 bisher nicht diagnostiziert worden war, wurde ein HbA1c-Wert >7 % ermittelt. Erbliche Disposition und BMI zeigten sich auch hier als wesentliche Risikofaktoren. Der Anteil der familiären Vorbelastung lag bei dieser Gruppe bei 71,43%; der BMI war bei 92,85% dieser Probanden höher als 25, davon waren 57,14% adipös, also stark übergewichtig.
Gerade die noch nicht erkannten Diabetes-Fälle sind von großer Bedeutung, denn hier können Präventionsmaßnahmen wirkungsvoll ansetzen, um Folgeschäden und damit auch -kosten zu verringern.
Die statistische Auswertung wurde von dem Kemptener Diabetologen Dr. med. Uwe Schläfer begleitet.

