Berichte

Bittere Folgen müssen nicht sein

Ärzte können helfen - Selbsthilfegruppe Rain lud ein

Mit den Worten „Zucker ist süß, die Folgen sind bitter – Leben Sie bewusst und gesund!“ beendete der Donauwörther Urologe Christian Babin seinen Vortrag vor 20 Mitgliedern der neuen Diabetiker-Selbsthilfegruppe Rain im Schulungsraum der Sozialstation. Die Zuhörer nutzten bereitwillig das Angebot des Referenten, Fragen zum Thema „Diabetes und Urologie“ zu stellen.

Wilhelm Pittig, Leiter der Donauwörther Diabetiker-Selbsthilfegruppe, begrüßte in Vertretung von Karl Harsch die Besucher. Der Referent stellte eingangs fest, dass die Diabetes-Erkrankung alle Organe betreffe. „Oft treten Schäden an Nieren, Blase, Hoden, Penis, den weiblichen Genitalien, Nerven und Blutgefäßen auf, noch bevor die Erkrankung erkannt ist“, sagte er. Bemerkenswert sei, dass Diabetes die Nieren kaputt mache, wobei keine Schmerzen auftreten. Diabetiker erleiden wegen geschwächter Körperabwehr oft eine durch Bakterien verursachte Nierenbeckenentzündung mit Fieber, Flankenschmerz und Schmerzen beim Wasserlassen. Auch Blasenentzündungen kämen vor, wobei Bakterien oder Pilze Auslöser seien. Symptome könnten Brennen beim Wasserlassen, Blut im Urin, gehäuftes Wasserlassen und Harndrang sein. Weil Zucker im Blut die Nerven schädige, könnten Harninkontinenz und eine überaktive Blase die Folge sein. Der Referent beschrieb auch eine „neurogene Blase“ mit Blasenlähmung und Inkontinenz, wobei er die Beschwerden mit „Restharn, Überlaufblase und Urinverlust“ beschrieb. Äußere Genitale von Diabetikern seien häufiger als normal entzündet wegen eines Pilzbefalls. Schließlich könnten Diabetiker als Folge einer Nervenschädigung und von Durchblutungsstörungen auch vermehrt an erektiler Dysfunktion erkranken.

„Zucker und Eiweiß im Urin sind ernst zu nehmende Hinweise auf eine Erkrankung. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Zucker immer gut ‚eingestellt’ ist und gehen Sie rechtzeitig zum Arzt. Bittere Folgen Ihrer Diabetes-Erkrankung müssen nicht sein“, erklärte der Urologe.

Manfred Arloth