Dioxin in Eiern, in Geflügel- und Schweinefleisch – und wo überall noch? Wie kam das Gift in die Tiere und somit auch in unsere Nahrungsmittel? Wieder einmal über das Futter – kein „normales“ Futter, wie sie natürlicherweise fressen würden, nein, Spezial-Hochleistungsfutter, damit sie auch die Leistung bringen können, die die Haltung profitabel macht. Das Futter ist ein großer Kostenfaktor – es muss günstig sein, damit der Preis für den Weiterverkauf an Zwischenhändler, verarbeitende Betriebe und letztendlich im Supermarkt oder Discounter stimmt. Der Bauer hat seine liebe Müh und Not – er verdient am wenigsten daran. Seine Abnehmer diktieren den Preis! Deshalb muss der Landwirt Futter günstig einkaufen, die Futtermittelhersteller günstig produzieren und die Futterkomponenten dazu billig einkaufen. Irgendwo wird dann auf Material zurückgegriffen, das eigentlich nicht in die Futterproduktion gehört und nachdem viel zu wenig Kontrollen durchgeführt werden – und die Firmen ihre Eigenkontrollen, in denen die Belastung mit Dioxin schon lange festgestellt wurde, nicht melden müssen - bleibt dies auch oft lange unbemerkt! Der Profit geht einfach über alles. Auch für uns Verbraucher zählt in erster Linie meist nur der Preis, oder?
Dies ist leider nicht der erste Skandal dieser Art. Erinnern Sie sich noch an BSE? Hier wurde dem Kraftfutter für Rinder und Kühe Tiermehl von kranken Tieren beigemischt! Oder Nitrofen - das eigentlich schon verbotene Herbizid tauchte in Biolebensmitteln auf, gelangte ebenfalls als Futter in die Tiere. Haben wir aus all dem immer noch nichts gelernt? Wollen wir wirklich Billigstnahrungsmittel, die das Potential zum Krankwerden beinhalten? Wollen wir nicht lieber weniger, dafür aber hochwertige Nahrungsmittel essen? Für uns sowie Tiere und Natur wäre das auf alle Fälle gesünder!
Wir produzieren Nahrungsmittel auf Teufel-komm-raus, dabei gibt es bei vielem Überproduktion bzw. wir nutzen nicht die kompletten Nahrungsmittel, z.B. Putenbrust ist extrem begehrt und wo landet die restliche Pute? Oft auf dem Müll, nicht etwa bei den Menschen, die zu wenig zu essen haben, das wäre ja noch ein Argument. Nein, wir produzieren zu viel und werfen den Überfluss auch noch weg!
Wir Verbraucher verlassen uns blind auf staatlichen Kontrollen, weil uns in vorangegangen Skandalen wirksame Überwachung versprochen wurde! Aber: Wer immer billiger einkaufen möchte, muss sich auch klar sein, dass die Qualität schlechter wird. Was wollen wir also? Sollten wir nicht eher etwas mehr in unsere LEBENsmittel investieren und lieber bei Vergnügungen, Urlaub oder Technik sparen? Ohne LEBEN macht das alles sowieso keinen Spaß!
Jetzt steht die Fastenzeit kurz vor der Tür. Wir sind aufgefordert, Verzicht zu üben, bewusst Gewohnheiten zu verändern. Das könnten wir gleich in mehrfacher Hinsicht gerade jetzt angehen:
Wir könnten die Fastenzeit zum Anlass nehmen, bewusster einzukaufen, auf Qualität zu achten und so die Nachhaltigkeit und unsere Gesundheit fördern.
10.000 Schritte brauchten die Urzeitmenschen, um 1.000 Kalorien zu sammeln oder zu jagen – heute sieht das ganz anders aus: Dank Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln und engmaschigem Supermarktnetz machen wir, wenn überhaupt, 1.000 Schritte, um jederzeit 10.000 Kalorien zu beschaffen – und das klappt, ausgenommen Sonn- und Feiertage, täglich. Die Urmenschen hatten auch mal keinen Erfolg und hungerten. So sind wir aber immer noch programmiert: An guten Tagen wird Überfluss eingelagert, um in Hungerzeiten davon zehren zu können. Nur: Heute bleiben die Hungerzeiten aus. Hilft nur eins: Wir müssen unseren Verstand einsetzen und unseren inneren Schweinehund überwinden, um dem Verhältnis 10.000 Schritte für 1.000 Kalorien wieder näher zu kommen!
Und wenn wir weniger Masse kaufen, können wir uns auch Qualität bei dem, was wir dann noch essen, leisten!
Auch für die 10.000 Schritte hätte ich einen Vorschlag: Nehmen Sie sich den Weltdiabetestags-Walk als Beispiel und gehen jeden Tag - am Anfang kürzer, am Ende ½ Stunde - spazieren, walken oder auch Nordic-Walken – nach 40 Tagen Fastenzeit blicken Sie auf einen schönen Erfolg zurück und wollen dies auch nicht mehr missen.
Ich wünsche uns allen einen gesunden Start in den ersehnten Frühling und frohe Ostern!
Ihre Marion Köstlmeier

