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Wenn der beste kleine Freund auch Diabetes hat

Mit dem „besten kleinen Freund“ ganz vertieft im Spiel © Nervin Durmas

Schaut - er hat auch eine Insulinpumpe und einen Sensor! © Nervin Durmas

Diabetes ist eine Krankheit, die – nach heutigem Wissensstand - leider für immer Begleiter unserer Kinder bleiben wird. Darum ist es auch wichtig, schon so früh wie möglich unseren Nachwuchs in die Alltagsaktivitäten einzubinden, die mit der Diabetes-Therapie zusammenhängen.

Selbstverständlich erwarten wir von einem 3-Jährigen nicht, dass er sich selbst einen Katheter setzt oder wichtige Entscheidungen trifft. Sie können aber schon im frühen Alter sehr viel lernen und ausprobieren.
Wie wir dies am besten in der Praxis anwenden können? Mit dem Lieblingskuscheltier, mit Puppen – und ja, auch mit unserem eigenen Körper. Wir haben darüber schon sehr viel in unserer DiaKids-Gruppe gesprochen. Unsere Kinder haben die Aufgabe bekommen, zum nächsten Treffen ein Kuscheltier mitzubringen, dem die Kids selbst einen Katheter gesetzt haben. Unsere Kinder sahen, dass jedes andere Kind auch einen „Diabetes-Freund“ mit einem Katheter hat.

Eine gute Idee ist auch, dass wir Eltern uns ab und zu einen Katheter von unseren Kindern setzen lassen. So kann das Kind sehen, dass es auch Papa oder Mama etwas weh tut, aber der Schmerz schnell vorbei ist. Außerdem hat es die Möglichkeit, mal auf richtiger Haut zu üben. Das Gleiche können wir auch mit dem Blutzuckermessen machen: vor dem Abendessen wird dann einfach mal bei jedem Familienmitglied gemessen.
Dieses Üben ist den Kindern viel wichtiger, als man denkt. Wir Eltern haben die Aufgabe, ihnen zu vermitteln, dass Tätigkeiten wie Katheter wechseln, Insulin spritzen und Blutzucker messen ganz normale tägliche Routine sind. Damit erreichen wir, dass unsere Kids später, wo auch immer sie mit wem sind (Klassenfahrt, Training, Beach, usw.), ohne Bedenken und Schamgefühl diese notwendigen Handlungen für ihre Gesundheit durchführen.

Wenn wir sie so einbeziehen, haben sie die Möglichkeit, alles rund um den Diabetes spielerisch zu verarbeiten. Dem Plüschfreund wird Schmerz verursacht, aber er wird auch gleich getröstet und für seine Tapferkeit gelobt. Sie lernen, sich beim Katheter-setzen oder spritzen auf diese eine Sache zu konzentrieren und vorsichtig zu sein. Mit genügend Übung können sie – mit Elternunterstützung – all dies auch selbst an sich alleine ausprobieren. (Lilla Bakos)