Man leidet an erhöhtem Blutzucker (Diabetes mellitus) und interessiert sich für seine Erkrankung. Bei über längerer Zeit erhöhtem Blutzuckerspiegel, kann es zu Nervenschädigungen kommen, die sich meistens zuerst an den Füßen bemerkbar machen. Oft treten dort zunächst Missempfindungen, später auch Schmerzen und Taubheitsgefühl auf. Der völlige Verlust von Gefühlen kann folgen. Verletzungen der Haut werden nicht mehr gespürt, bleiben unerkannt und deshalb oft unversorgt. Besonders problematisch ist das an schlecht zugänglichen Stellen z. B. zwischen den Zehen oder an der Fußsohle. Durch die fehlende Versorgung dieser zunächst kleinen Wunden kann es sehr schnell zu Entzündungen kommen, aus denen sich hartnäckige, tiefe, bis auf den Knochen reichende Geschwüre entwickeln. Somit entsteht ein offener diabetischer Fuß mit möglichen schwerwiegenden Folgen, im schlimmsten Fall den Verlust von Teilen der Gliedmaßen.
Damit es nicht erst soweit kommt, sollte der Diabetiker folgende Tipps beachten, die auf Grund von Erfahrungen zusammengestellt wurden.
Fortsetzung aus Heft 5
3. Welche Schuhe kaufe ich mir?
Nie barfuß laufen
Weite, bequeme und gut passende Schuhe aus weichem Leder oder Stoff mit ca. 2 - 2,5 cm Absatz. Sie müssen insbesondere im Bereich des vorderen Fußes breit und hoch genug sein, damit die Zehen nicht eingezwängt werden oder am Oberleder anstoßen. Beim Hineinfassen in den Schuh darf man keine Innennähte spüren. Kontrollieren Sie Ihre Schuhe immer vor dem Anziehen ,es könnte sich ein Gegenstand oder Tierchen darin versteckt haben. Schuhe kauft man am Besten am späteren Nachmittag oder abends, wenn die Füße am dicksten sind. Neue Schuhe nur wenige Stunden am Tag einlaufen. Kontrolle nach einer Tragzeit von 1 und 3 Stunden der Füße. Mann kann sich nicht darauf verlassen, dass man merkt, "wenn der Schuh drückt"!
Weiße Baumwollstrümpfe bevorzugen. Diese sind kochfest und sie sehen Spuren einer möglichen Verletzung sofort (Blut- oder Eiterspuren). Strümpfe täglich wechseln. Die Strumpfnähte sollten Sie stets nach außen kehren.
4. Nagel- und Fußpflege
Zeigt her eure Füße
Man rückt den Füßen nicht mit Klinge, Schere, Raspel oder Hobel zu Leibe, die Verletzungsgefahr ist zu groß.
Hornhautstellen regelmäßig mit Bimsstein behandeln. Den Bimsstein häufig erneuern, es kann sonst zu ungewollten Pilzinfektionen kommen. Hühneraugenpflaster können zu schweren Hautverletzungen führen, sie sind deshalb nicht geeignet. Feilen Sie Ihre Fußnägel regelmäßig, das ist besser als Schneiden. Feilen Sie die Nägel gerade und an den Ecken etwas abgerundet, aber nicht zu kurz, dann können Sie nicht so leicht einwachsen.
5. Was muss ich im Urlaub beachten?
Wenn man im Urlaub wandern möchte, dann bitte besonders auf passendes Schuhwerk achten. Bereits eingelaufene Schuhe benutzen. Füße auf mögliche Blasen oder Verletzungen während und nach dem Wandern untersuchen. Sollte es trotz aller Vorsicht zu Blasen oder Verletzungen gekommen sein, lässt man den Heilungsverlauf durch einen Arzt kontrollieren. Füße vor zu starker Sonne schützen, sonst kann ein unbemerkter Sonnenbrand entstehen. Auch nicht am Strand barfuß laufen, um Verletzungen der Füße zu vermeiden.
Wenn man diese Tipps beachtet, ist es möglich, die Füße vor diabetischen Komplikationen zu schützen und damit das allgemeine Wohlbefinden stabil zu halten.
Wichtig !! Fußpflege nur von ausgebildeten Podologen durchführen lassen.
Ein Bericht von Elisabeth Preisinger-Franz, Diabetesassistentin DDG und Wundmanagerin
