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Medikamenteneinnahme - Beipackzettel richtig verstehen

Viele von uns kapitulieren vor den riesigen Beipackzetteln der vom Arzt verordneten Medikamente. Dabei ist wichtig, Medikamente vorschriftsmäßig einzunehmen, damit sie ihre Wirkung optimal entfalten können.


An dieser Stelle wollen wir auf einige Dinge hinweisen, die uns immer wieder begegnen. Oft falsch ausgelegt wird der Einnahmezeitpunkt.


Was heißt denn „Vor dem Essen“? Diese Medikamente sollten Sie 30 bis 60 Minuten vor der nächsten Mahlzeit einnehmen. Die Erklärung: Der Magen ist leer, die Wirkstoffe können so von der Magenschleimhaut besser aufgenommen werden.


„Mit der Mahlzeit“ bzw. „zum Essen“ bedeutet, dass das Medikament etwa in der Mitte der Mahlzeit bis spätestens fünf Minuten nach der Mahlzeit eingenommen werden sollte. Das betrifft häufig Medikamente, die die empfindliche Magenschleimhaut angreifen können. Durch den Speisebrei wird diese geschützt.


„Nach dem Essen“ bedeutet, dass Sie dieses Medikament erst ca. zwei Stunden nach der Mahlzeit einnehmen sollten. Warum? Diese Wirkstoffe vertragen sich nicht mit bestimmten Lebensmitteln. Der Abstand vermeidet ein Zusammentreffen.


Einige weitere Tipps:

  • Nehmen Sie Medikamente ausschließlich mit Leitungswasser ein - idealerweise pro Tablette ca. ein halbes Glas.
  • Vermeiden Sie die Tabletteneinnahme mit Milch, Kaffee, Tee, Alkohol oder Grapefruit-Saft. Sie können die Wirkung von Medikamenten auf verschiedenste Art stören - vom Wirkungsverlust bis hin zur Wirkungssteigerung. Das kann schnell gefährlich werden!
  • Nehmen Sie Hinweise im Beipackzettel zur eingeschränkten Fahrtüchtigkeit unbedingt ernst! Sie bringen sonst sich und andere in Gefahr!
  • Angst haben viele vor den aufgeführten möglichen Nebenwirkungen - oft werden deshalb Medikamente gar nicht genommen. Dabei bedeutet z.B. „gelegentlich“, dass es nur etwa einen von 100 Patienten trifft und „häufig“ heißt zehn von 100. Sollten bei Ihnen Nebenwirkungen auftreten, sprechen Sie mit ihrem Arzt - oft gibt es Ausweichmöglichkeiten, die Sie evtl. besser vertragen.


Wenden Sie sich in allen offenen Fragen zu Ihren Medikamenten vertrauensvoll an ihren Apotheker!