Auch mit Diabetes müssen Sie nicht vollkommen auf die Köstlichkeiten der Adventszeit verzichten, denn Gebäck und Süßes in kleinen Mengen sind längst nicht mehr „streng verboten“!
Deshalb hier einige Tipps und Anregungen zur Weihnachtsbäckerei und zum richtigen Umgang mit Naschereien im Advent.
„Diabetesfreundliche“ Back-Tricks:
- Verwenden Sie keine „Diabetikerzucker“ bzw. Zuckeraustauschstoffe (z.B. Fruchtzucker oder Sorbit).
- Reduzieren Sie einfach bei normalen Rezepten die Zuckermenge um 1/3 bis die Hälfte (geht sehr gut bei Mürbe- oder Rührteig).
- Evtl. kann ein Teil der Zuckermenge durch flüssigen Süßstoff (kalorien- und kohlenhydratfrei) ersetzt werden; komplett lässt sich Zucker nur schwer ersetzen, da Zucker teils zum Aufschlagen einer Schaummasse oder für die Stabilität des Teiges nötig ist!
Anwendung: 1 Teelöffel flüssiger Süßstoff hat die Süßkraft von ca. 60 g Haushaltszucker! Süßstoff immer mit etwas Flüssigkeit (Milch/Wasser) oder Ei vermengen, dann zum Teig geben; möglichst nicht direkt mit Fett/Öl mischen. - Bei vielen Rezepten kann ein Teil des Mehls durch Vollkornmehl ausgetauscht werden, dies erhöht den Ballaststoffanteil (sorgt für langsameren BZ-Anstieg). ACHTUNG: bei Verwendung von Vollkornmehl etwas mehr oder zusätzliche Flüssigkeit (Wasser/Milch) zugeben, damit das Mehl quellen kann und der Teig nicht trocken wird!
- Um zusätzliches Mehl (Kohlenhydrate müssen berechnet werden!) beim Ausrollen des Teigs zu sparen, den Teig zwischen Frischhaltefolie oder Backpapier ausrollen, Teig möglichst vor dem Ausrollen kalt stellen.
- Ist als Teig-Zutat geriebene Schokolade angegeben, kann auch hier etwas weniger verwendet werden – geben Sie dafür 1–2 Teelöffel Kakaopulver zu.
- Auf dicke Zuckerguss-Glasuren oder Wälzen in Zucker ganz verzichten; evtl. noch warmes Gebäck ersatzweise in fein gemahlenen Nüssen/Mandeln wenden oder nur dünn mit Puderzucker bestäuben, dazu feines Sieb verwenden.
- Statt Konfitüre besser kalorienreduzierte Marmeladen oder Fruchtaufstriche mit geringerem Zuckeranteil verwenden.
- BE- bzw. KE-Errechnung:
BE-/KE-Gehalt aller Zutaten entsprechend der verwendeten Menge notieren, zusammenrechnen, fertiges Gebäck abzählen oder abwiegen und durch die Gesamt-BE/KE-Zahl teilen, so erhalten Sie die Menge/das Gewicht, das einer BE/KE entspricht.
Sie kaufen Gebäck?
- Kaufen Sie kein spezielles Diätgebäck/Diabetiker-Schokolade usw! Diese enthalten meist genauso viel Energie (kcal) und Kohlenhydrate, aber teilweise sogar mehr Fett als normale Produkte – und sind oft erheblich teurer!
- Achten Sie immer auf die Nährwertangaben, vor allem den Kalorien- und Kohlenhydratgehalt.
Vorsicht: Angaben beziehen sich meist auf 100 g des Lebensmittels, nicht auf den Gehalt pro Stück, deshalb evtl. abwiegen und umrechnen! Leider ist industriell hergestelltes Gebäck oft sehr süß: z.B. ca. 1–2 Kekse = 1BE/KE oder 1 Lebkuchen = 2–3 BE/KE!
„Verzehr-Tipps“ für alle:
- Ein bunter Plätzchen-Teller kann mit etwas Obst (Apfelstücke, Mandarinenspalten usw.) aufgelockert werden.
- Wenn Sie am Nachmittag Weihnachtsgebäck genossen haben, sparen Sie beim Abendessen ein (z.B. nur Gemüsesuppe oder Salatteller).
- Bitte vergessen Sie auch in der „staden Zeit“ nicht, sich regelmäßig zu bewegen! Ein flotter Spaziergang nach dem Genuss trägt dazu bei, die BZ-Werte und das Gewicht im Zaum zu halten!
- Generell sollte natürlich der Energie- und Kohlenhydratgehalt der Leckereien berücksichtigt und berechnet werden, damit ein zu starker Blutzuckeranstieg möglichst vermieden wird.
Genießen Sie bewusst und mit Verstand - letztendlich ist immer entscheidend, WIEVIEL wir von WAS essen!
Zum Nachdenken
Die Advents- und Vorweihnachtszeit beginnt eigentlich erst am 1. Advent, also frühestens Mitte/Ende November und nicht bereits Anfang September, wie uns die Lebensmittel-Industrie mit verlockenden Angeboten an „weihnachtlichen Kalorien“ in jedem Supermarkt vorgaukeln will! So geht ein Teil des Zaubers dieser besonderen Jahreszeit verloren!
