32 Teilnehmer vom <link>RV Oberfranken Ost machten sich am 2. April auf den Weg zum Langzeitdiabetikertreffen in die Diabetes-Akademie Bad Mergentheim. Bei schönem Wetter und ohne Stau kamen wir pünktlich in Bad Mergentheim an.
Professor Thomas Haak, Vorsitzender der Diabetes-Akademie, begrüßte alle Teilnehmer herzlich. Besonders freute er sich, dass der mit 83 Jahren Diabetesdauer „älteste“ Langzeitdiabetiker Deutschlands zum Treffen gekommen ist. Er betonte, dass rund 200 Besucher anwesend seien mit einer addierten Gesamtdiabetesdauer von 6221 Jahren!
200 Gäste = 6.221 Jahre Diabetes
Auf dem Programm standen folgende Themen: „Kontinuierliche Glukosemessung – ein Blick in die Zukunft“, „Neue Insuline“, „Computergestützte Informationstechnologie zur Therapievereinfachung“ und „Das neue Schwerbehindertenrecht“.
Dr. Thomas aus Dresden, der seit Jahren intensiv die kontinuierliche Glukosemessung erforscht, berichtete über den aktuellen Stand: Mittlerweile sind Sensoren auf dem Markt, die den Blutzucker kontinuierlich messen. Aber es gibt wenige Studien, die belegen, dass sich aufgrund der Genauigkeit dieser Sensoren eine Insulindosierung durchführen lässt.
Aus dem Institut für klinische Forschung und Entwicklung stammt Professor Forst aus Mainz. Er sprach zum Thema „Neue Insuline“. Bereits jetzt sind unterschiedliche Insuline auf dem Markt, aber die lang wirksamen Insuline wirken immer noch nicht lang genug bzw. die kurzwirksamen nicht kurz genug. Hierzu gibt es neue Entwicklungen. In Kürze erscheint ein neues Insulin mit dem Namen „Viaject“, das aufgrund seiner Molekülstruktur besonders schnell ins Blut gelangen soll und somit eine bestmögliche Verstoffwechselung von Kohlenhydraten ermöglicht. Auch in Entwicklung ist ein Langzeitinsulin, das so lange wirkt, dass es nur noch dreimal pro Woche gespritzt werden muss. Injiziert man es in kürzeren Abständen, so wirkt dieses Insulin sehr gleichmäßig, so dass eine Unterzuckerung nahezu ausgeschlossen wird. Noch ganz am Beginn der klinischen Erprobung steht ein Insulin, das nur wirkt, wenn der Blutzucker ansteigt.
Über neue Technologien in der Informationsverarbeitung sprach Professor Thomas Haak, der sich mit dem Nutzen von Computern bei Diabetikern beschäftigt. Mit modernen Computerprogrammen lassen sich Blutzuckerwerte aufzeichnen und zusammen mit weiteren Angaben, wie Insulin oder Kohlenhydrataufnahme, zusammen führen. Das modernste System wird in dieser Woche auf den Markt gebracht: das Messgerät mit dem Namen „iBG-Star“ wird an ein iPhone, an ein iPad oder einen iPod angeschlossen, misst den Blutzucker und transferiert diesen direkt auf das angeschlossene Gerät - dort lassen sich wiederum notwendige Zusatzangaben ergänzen. Danach werden die Daten zusammengeführt und zu Verlaufskurven verrechnet.
Zum Schluss referierte der Stuttgarter Rechtsanwalt Oliver Ebert über die neuen Richtlinien zur Einstufung des Grades der Behinderung bei Diabetes. Im Juli letzten Jahres wurde die neue Richtlinie (Versorgungsmedizin-Verordnung) eingeführt, bei der nicht mehr die Stabilität des Stoffwechsels die entscheidende Rolle spielt, sondern die Beeinträchtigung des täglichen Lebens durch die Therapie.
In der Pause konnte man die Industrieausstellung besuchen. Nach dem Mittagessen mussten wir leider schon die Heimfahrt antreten. Nach der gemeinsamen Rast in der Nähe von Betzenstein verabschiedeten sich die ersten Mitfahrer. Wir hatten einen sehr schönen Tag bei traumhaftem Frühlingswetter, herzlichen Dank dafür auch an das Busunternehmen!
Klaus Hohlweg

