Berichte

SHG Röthenbach unterwegs: Tagesausflug zu historischen Zielen

Selbst zusammengestellte Tagesausflüge benötigen viel Vorbereitungsaufwand in Planung, Absprachen, Vorausfahrten usw. – das ist nicht immer machbar. Deshalb griff die <link>SHG-Leitung in Röthenbach heuer auf ein interessantes Angebot eines Reiseveranstalters aus Nürnberg zurück.


Pünktlich um 9.15 Uhr traf der Bus am Ausflugstag in Röthenbach ein und 16 SHG-Mitglieder suchten sich im vollbesetzten Bus aus Nürnberg einen Platz. Unter der fachmännischen Leitung von Herrn Rahm ging es auf die A 9 in Richtung Hof. Unterwegs erzählte er uns einiges über die Gegend und stimmte die Gruppe auf den Besuch des deutsch-deutschen Museums in Mödlareuth ein.


Eindrucksvolles Museumsdorf


Mödlareuth, ein 50-Einwohner-Dorf, liegt direkt auf der Grenze zwischen Bayern und Thüringen. Schon 1810 gehörte die westliche Seite zum Königreich Bayern, die östliche zum Fürstentum Reuß. Der Grenzverlauf orientierte sich damals wie heute an dem quer durch den Ort laufenden Tannbach, was für die Menschen meist kein Problem darstellte. Folgenschwer wurde die Grenzziehung erst nach dem 2. Weltkrieg! Von der DDR wurde zunächst ein Bretterzaun, später ein Zaun aus Stacheldraht, errichtet. Damit war der kleine Ort durch eine Mauer getrennt, was ihm den Namen „Little Berlin“ einbrachte. Heute ist Mödlareuth Gedenkstätte und Museum - ein Symbol der deutschen Teilung aber auch der Wiedervereinigung.


Im Museum zeigte man uns einen Film über das Leben im geteilten Dorf, der uns alle sehr nachdenklich stimmte. Anschließend ging es ins Freigelände – hier sind die Wachtürme, Grenzzäune und Kontrollstreifen von damals noch zu sehen. Wir alle waren froh, dass dies seit 25 Jahren der Vergangenheit angehört, denn dies zu sehen drückte sehr auf die Stimmung. Der Dauerregen tat sein übriges.


Historisches Brückenbauwerk


Wir fuhren weiter durch das schöne Vogtland zum Mittagessen an der Talsperre Pöhl, die der Größe des Speichervolumens nach die zweitgrößte Talsperre Sachsens ist. Frisch gestärkt ging es weiter zum letzten „Highlight“ des Tages – der Göltzschtalbrücke im sächsischen Vogtlandkreis. Sie ist die größte Ziegelsteinbrücke der Welt. Der Viadukt mit 29 Bögen hat eine Gesamtlänge von 574 m und überspannt zweigleisig auf der Bahnstrecke Leipzig–Hof das Göltzschtal zwischen den Orten Mylau und Netzschkau. Die Brücke gilt als Wahrzeichen des Vogtlands. Am Fuße dieses atemberaubenden Bauwerks entstand das Erinnerungsfoto. Ein kleines Museum nebst Gaststätte hatte seine Pforten geöffnet, hier konnten wir uns detaillierter informieren bzw. bei Kaffee und Kuchen stärken.


Zum Abschluss zeigte sich doch noch die Herbstsonne. Kurz darauf brachte uns der Bus über Plauen zurück in die Heimat - unser schönes Frankenland. Die Mitglieder der Röthenbacher Selbsthilfegruppen kamen gut gelaunt und mit vielen neuen Eindrücken behaftet gegen 20 Uhr zuhause an. (Brigitte Laue, SHG Röthenbach)