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„Exit Marrakech“ – Interview mit „Ben“ Samuel Schneider, Hauptdarsteller, im Gespräch mit Ferdinand Franz

Samuel Schneider spielt im Film die Hauptrolle, den 17-jährigen Ben, s. auch <link http: www.diabetikerbund-bayern.de neuigkeiten article filmtipp-exit-marrakech>hier. Anlässlich des Weltdiabetestages in Berlin führte Ferdinand Franz ein Gespräch mit Samuel Schneider.


Ferdinand Franz: Du stellst im Film einen jungen Diabetiker dar. Was hast Du ganz am Anfang darüber gedacht?
Samuel Schneider: Ich war zunächst unsicher und konnte mich nicht so richtig mit der Rolle identifizieren. Zunächst begann ich, mich aktiv mit Diabetes auseinander zu setzen.

Wie hast Du das gemacht?
Es gibt in meinem persönlichen Umfeld Menschen mit Diabetes. Mit ihnen habe ich mich getroffen und so informiert.

Wie ging es weiter?
Ich suchte junge Diabetiker in meinem Alter und hab mich so über deren Alltag und Denken/Gefühle zum Diabetes schlau gemacht. Denn im Film hat Ben ja so einen Moment, in dem er alles vernachlässigt und sich vom Ballast „Diabetes“ gerne befreien möchte.

Was hast Du dabei erfahren?
Solche Momente sind normal. Einer meiner Gesprächspartner berichtete sogar über eine Phase, in der er „nicht mehr spritzen“ wollte. Letztendlich hat er eingesehen, dass dies nichts bringt.

Im Film ist sehr realistisch zu sehen, wie Du selbst Blutzucker misst und Dich mit dem Pen spritzt. War das wirklich so? Wie schwer war dies für Dich und wie hast Du es gelernt?
Pen, Messgerät und Zubehör bekam ich von einem Diabetes-Zentrum bei mir um die Ecke, ebenso die Unterweisung und praktische Tipps. Zuhause hab ich dann versucht, dies alles im Alltag umzusetzen. Ich habe mich mit Broteinheiten und deren Berechnung auseinander gesetzt. Anstatt Insulin war in meinem Pen natürlich Kochsalzlösung. So konnte ich wirklich spritzen. Meinem Blutzucker habe ich vor den Mahlzeiten und zwei Stunden danach gemessen.

Im Film ist Ben viel unterwegs – hast Du das auch „probiert“?
Ja, ich habe in U-Bahnen und an öffentlichen Plätzen gemessen und gespritzt, um die Reaktionen der Umwelt zu erfahren: Wie sehen mich die Menschen dabei an und wie reagieren sie? Ich fand es einfach wichtig zu wissen, was in der Rolle als „Ben“ alles auf mich zukommt und wie sich so etwas in der Realität anfühlt.

Wie waren die Reaktionen?
Die Menschen haben alle ein bisschen irritiert geguckt. Ich hab trotzdem „zack“ einfach gespritzt. Es ist eben für manche so wie bei mir vorher: so etwas zu sehen ist einfach ungewöhnlich und ich fand im Nachhinein schon schockierend, wie wenig Menschen über Diabetes aufgeklärt sind, denn Diabetes ist ja eine Erkrankung, die Millionen Menschen in Deutschland haben. Erschreckend war für mich, dass viele dachten, ich würde mir Heroin oder ähnliches spritzen. Aber: Die Reaktionen haben mir gezeigt, dass mein Handling authentisch rüberkam und ich hoffe, das ist auch im Film so gewesen – ich selbst kann es nicht beurteilen.

Das kann ich bestätigen und das zeigen uns auch viele Rückmeldungen. Was war für Dich noch wichtig?
Es war uns wichtig, im Film den Alltag eines jungen Diabetikers korrekt darzustellen. Die Schwierigkeit bestand darin, dass Caroline Link und ich die einzigen „Experten“ in Sachen Diabetes am Drehort  waren. Es ist nicht möglich für alles und jedes, was im Film thematisiert wird, einen Experten drei Monate beim Dreh dabei zu haben. Somit waren wir die Einzigen, die Ahnung davon hatten. Wir waren verantwortlich für die präzise und authentische Darstellung. Und bis zum Filmstart und den ersten Rückmeldungen hatten wir große Sorge, ob dies gelungen ist.

Kannst Du Dir vorstellen, Dich für Diabetiker einzusetzen und als „Diabetes-Bote“ den Diabetikerbund Bayern e.V. zu unterstützen?
Bitte gib mir ein bisschen Bedenkzeit.

Am 21.11.2013 erreichte uns diese Nachricht von Samuel Schneider:
Ihr Angebot hat mir sehr geschmeichelt und ich nehme es gerne an!