Diese zentrale „Take-Home-Message“ im Vortrag von Prof. Moser war durchaus wörtlich gemeint!
Mit charmant österreichischem Dialekt berichtete der Sportmediziner und Sportphysiologe von der Universität Graz anschaulich über den positiven Einfluss auf den Glukoseverlauf mit einfacher und nachhaltiger Bewegung im Alltag von Menschen mit Diabetes.
Bewegung einfach in den Alltag einbauen? Wie soll das ohne großen Zeitaufwand gelingen? Dazu hat Prof. Dr. Othmar Moser ganz simple Ideen: Wenn Sie beim Einkaufen den freien Parkplatz am entferntesten vom Supermarkteingang wählen, machen Sie schon mehr Schritte als wenn Sie in vorderster Reihe parken. Augenzwinkernd ergänzt er: gleichzeitig sparen Sie Nerven und schonen Ihr Auto, wenn Sie nicht zwischen Einkaufswagenhäuschen und Fußgängerverkehr direkt vor dem Eingang rangieren müssen. Oder gehen Sie gleich zu Fuß zum Einkaufen. Das trägt auch zum Erreichen des 10.000-Schritte-Ziels pro Tag bei - wobei 7.000 Schritte schon auch in Ordnung wären – immer noch mehr als viele Menschen überhaupt am Tag gehen. Ebenso wirkungsvoll: den Aufzug meiden und stattdessen Treppen steigen, mit gesteigertem Effekt in Sachen Energie-/Zuckerverbrauch, wenn die vollen Einkaufstaschen in den 10. Stock getragen werden.
Eine andere Idee entlockte den zahlreichen Zuhörern ein leises Schmunzeln: Wenn Sie sich abends für Ihre Lieblingsserie auf dem Sofa niederlassen, stehen Sie einfach nochmal 10 x auf – dann haben Sie schon 10 Kniebeugen gemacht. Oder auf dem Weg in die Speisekammer, um Ihre Lieblingssnacks zu holen, machen Sie an der geschlossenen Türe 10 Liegestütze im Stehen. Auch im Arbeitsalltag lässt sich Bewegung an vielen Stellen einbauen, z.B. am Stehschreibtisch mit wechselnder Fußbelastung, auf einem Bein zu balancieren, zum Kollegen im Nachbarbüro gehen anstatt eine E-Mail zu schreiben, ebenso wie ein 10-15-Minuten-Spaziergang in der Mittagspause.
Das Fazit im unterhaltsamen Vortrag von Prof. Dr. Othmar Moser: regelmäßige Bewegung in den Alltag einbauen, hat einen positiven Einfluss auf Glukoseverläufe bei allen Menschen mit Diabetes. Und schadet auch Stoffwechselgesunden nicht! Schade nur, dass kaum ein Diabetologe oder Hausarzt ein Rezept für „3-5 x pro Woche eine Stunde Bewegung“ ausstellt!
Der „bewegende“ Vortrag sowie der anschließende Workshop für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 mit dem Schwerpunkt „Moderne Diabetes-Technologie revolutioniert den Alltag und die Leistungsfähigkeit von Menschen mit T1D“ waren sicherlich zwei bemerkenswerte Höhepunkte mit dem hochkarätigen Vortragenden. Weitere Fachvorträge rund um die Wundbehandlung und das Diabetische Fußsyndrom, die diabetische Polyneuropathie sowie die Bedeutung von Eiweiß in der Ernährung von Diabetes mellitus wurden von den kompetenten Referenten der Klinik der Barmherzigen Brüder Regensburg laienverständlich präsentiert. Leckere Rezeptideen der Ernährungsberaterinnen sowie die Industrieausstellung rundeten den 32. Regensburger Diabetes- und Stoffwechseltag ab.
Wir waren für den Diabetikerbund Bayern e.V. mit einem Info-Stand vertreten. Unsere Flyer, Diabetes-Anker, Kugelschreiber, Bleistifte und Gummibärle waren schnell vergriffen. Der Zulauf war groß, wir führten zahlreiche interessante Gespräche und stellten die Angebote unseres Vereins vor. Zur spontanen Mitgliedschaft konnte sich leider keiner der Besucher entschließen, dabei wurde durchaus Interesse an Angeboten für Menschen mit Typ 2 Diabetes bekundet. Interessierte können sich jederzeit bei der Geschäftsstelle des Diabetikerbund Bayern oder auch bei KISS Regensburg – der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe – melden. Vielleicht gelingt es ja, wieder eine Selbsthilfegruppe für diese Zielgruppe in der Region Regensburg/Oberpfalz unter unserem Dachverband zu etablieren!?
Der jährliche Diabetes- und Stoffwechseltag der Barmherzigen Brüder in Regensburg war wieder gut besucht, der lebendige Austausch wurde gepflegt, Fachwissen ausgetauscht, Ideen für den eigenen Alltag mitgenommen – auch eine weite Anreise hat sich gelohnt! Und die hatten v. a. auch Hans Kahle – langjähriger 2. Vorsitzender im Diabetikerbund Bayern und seine muntere Begleitung, die extra aus München angereist waren.
Für mich gab’s ein fröhliches Wiedersehen mit langjährigen Netzwerkaktiven - vielen Dank für Euren Besuch. Und ein ganz herzliches Dankeschön geht an M. Diermeier für die tatkräftige Unterstützung am Stand.
Auf ein Wiedersehen spätestens in 2027 in Regensburg! (Marianne Magg)
- Auf 200 Berggipfel in 2025 - Erlebnisbericht von Karl-Heinz Rasch
- Sehenswert: FC Diabetes in BR-„Gesundheit“
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