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Presseinformation: Kinder von diabetischen Eltern werden seltener und kürzer gestillt als empfohlen

In Deutschland werden seit 1992 immer mehr Kinder von Müttern mit Typ 1 Diabetes immer länger gestillt. Kinder von Eltern mit Typ 1 Diabetes werden aber deutlich kürzer gestillt als Kinder aus gesunden Familien.

Das ergab eine Auswertung von Daten zweier Studien des Instituts für Diabetesforschung der Forschergruppe Diabetes e.V. in München und des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund. Untersucht wurden 665 Kinder, deren Mutter oder Vater Typ 1 Diabetes haben (BABYDIAB) und 268 Kinder von gesunden Eltern (DONALD).

Der Anteil des Vollstillens war in den ersten Wochen nach Geburt zwischen den Kindern aus Familien mit Typ 1 Diabetes und den Kindern aus gesunden Familien vergleichbar. Jedoch konnten große Unterschiede zwischen den Gruppen nach der zehnten Woche festgestellt werden: Die höchste Stillrate ist hier bei den Kindern aus gesunden Familien zu finden.

Dabei fiel auf, dass Kinder aus Familien mit Typ 1 Diabetes seltener und weniger lang gestillt werden als Kinder aus gesunden Familien. Während gesunde Frauen zu 62 Prozent in den ersten vier Monaten voll stillten und sich somit an den nationalen Empfehlungen orientierten, war dies nur zu 36-48 Prozent in den Familien mit Typ 1 Diabetes der Fall.

Insgesamt stieg aber der Anteil der Mütter mit Typ 1 Diabetes, die in den ersten vier Monaten voll stillten von 1992 bis 2000 deutlich an. Ursachen für die Zunahme des Stillens ist zum einem eine verbesserte professionelle Beratung in den Geburtskliniken oder durch Hebammen zu Hause.

Für die Ernährung eines gesunden Säuglings in den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch die beste Quelle für die Bedarfsdeckung des Säuglings. Jedoch gibt es verschiedene widersprüchliche Berichterstattungen über einen möglichen Zusammenhang zwischen kurzer Stilldauer und einem erhöhtem Typ 1 Diabetes-Risiko.

Auch die internationale TEDDY Studie sammelt Daten zur frühkindlichen Ernährung. Ziel der TEDDY Studie ist es, die umweltbedingten Ursachen des Typ 1 Diabetes bei Kindern aufzudecken. Um unter anderem den Einfluss der Stilldauer auf das Diabetesrisiko der Kinder weiter erforschen zu können, sucht die Forschergruppe Diabetes weiter Neugeborene, die bei der TEDDY Studie mitmachen.

Als Eingangsuntersuchung testen die Studienärzte die Babys auf Gene, die Typ 1 Diabetes begünstigen. Auf diese Weise sind die Eltern anschließend über das individuelle Typ 1 Diabetesrisiko ihres Kindes informiert. Weitere Daten werden nur erhoben, wenn das Neugeborene ein erhöhtes Risiko aufweist und die Eltern erneut zugestimmt haben.

Mitmachen bei der TEDDY Studie kann jedes Neugeborene – es ist ganz einfach:

Bei der Entbindung entnimmt der Geburtshelfer einige Blutstropfen aus der durchtrennten Nabelschnur. Anschließend schickt man das Blut an die Forschergruppe Diabetes, die es auf Diabetes-Risikogene untersucht. Das Ergebnis liegt vier bis sechs Wochen später vor. Die Blutabnahme kann bis drei Monate nach der Geburt nachgeholt werden, indem der Kinderarzt das Blut durch einen kleinen Stich in die Ferse gewinnt.

Interessierte Eltern melden sich bei der

Forschergruppe Diabetes,
Kölner Platz 1, 80804 München,
Tel. 0800 33 83 339 oder per
Mail: <link>teddy.germany@lrz.uni-muenchen.de

Weitere Informationen zur TEDDY Studie im Internet auf <link http: www.teddystudy.org>www.teddystudy.org

Christine Huber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit