Lieber Herr Fiedler, vielen Dank für Ihren <link http: www.diabetikerbund-bayern.de berichte article diskriminierung-fuehrerschein-leserbrief-von-klaus-fiedler-shg-selb-zur-neuen-eu-fuehrerschei>Leserbrief zum Thema Führerschein/Fahrerlaubnis an Ihre Tageszeitung, den ich sehr gerne auch hier veröffentliche.
Auch mir und meinen Vorstandskollegen spricht Ihr Leserbrief ganz aus dem Herzen. Die Richtlinie trifft auch viele, die ihren Diabetes im Griff haben und verantwortungsbewusst handeln - besonders im Straßenverkehr. In die Schlagzeilen schaffen es zu unserem großen Bedauern aber nur schlimme Dinge - im Straßenverkehr eben Unfälle, erst recht, wenn Promis involviert sind. Nachdem in der Öffentlichkeit und Behörden schnell Vieles einfach über einen Kamm geschert wird, geraten damit auch alle anderen, auf die der Aufhänger zutrifft - hier die Unterzuckerung aufgrund der Diabetestherapie - in Verruf, obwohl sie für das Fehlverhalten des Einzelnen überhaupt nichts können.
Dass viele Diabetiker jahrzehntelang unfallfrei fahren, ist keine Schlagzeile wert
Der Diabetikerbund Bayern und der Bundesverband haben das Thema schon aufgegriffen und versuchen, das Bestmögliche für Diabetiker zu erreichen. Das erwarten Diabetiker ganz selbstverständlich von uns - auch diejenigen, die sich nicht organisieren und deshalb immer noch nicht Mitglied im Diabetikerbund sind. Und genau in diesem „nicht dabei sein“ liegt die Wurzel des Problems!
Unsere Mitgliederzahl ist im Verhältnis der in Bayern lebenden Diabetiker verschwindend gering - nehmen viele Diabetiker ihren Diabetes und ihre Gesundheit nicht ernst genug? Dies ist der Schluss, den wir als Landesvorstand ziehen, denn wir schlagen uns täglich mit negativen Nachrichten herum, die zukünftig für Diabetiker immer mehr Nachteile und Einschränkungen bringen, aber beim Großteil der Diabetiker herrscht stoische Ruhe, vielleicht auch durch Unwissenheit? Nur sporadisch, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist und man konkrete Hilfe braucht, wacht der Einzelne auf und wundert sich, warum er als einer, der von einer Volkskrankheit betroffen ist und dessen Interessen deshalb seiner Meinung nach im Fokus der Sozial- und Gesundheitspolitik stehen müssten, jetzt „bestraft“ oder alleine gelassen wird.
Deshalb werde ich, meine Vorstandskollegen in Bayern, anderen Landesverbänden und dem Bundesverband nicht müde, Diabetikern bewusst zu machen, wie wichtig ein an Mitgliederzahlen starker Verband ist!
Pannenhilfe für Diabetiker
Im ADAC sind ganz viele – weil er Pannenhilfe bietet und wir uns dadurch sicherer fühlen, obwohl wir sie vielleicht noch gar nie gebraucht haben. Mitgliedschaft im ADAC ist fast schon normal. Wir bieten in anderem Sinne auch Pannenhilfe – wichtige Informationen, Interessenvertretung und Hilfe z.B. durchs Rechtsberatungsnetz. Ersteres ist in Gruppen sogar umsonst zu haben, ein klarer Nachteil für uns als Verband, aber das muss aufgrund von Förderrichtlinien so sein. Deshalb sind in vielen Gruppen nur wenige Diabetikerbund-Mitglieder zu finden. Sie und viele andere Gruppenleiter helfen jedem Diabetiker weiter, das ist sehr integer und verdient großes Lob. Nur - um wirklich viel für sich selbst und alle anderen Diabetiker erreichen zu können, ist wichtig zu begreifen und zu vermitteln:
Mitgliedschaft ist der Schlüssel zur Macht
... und zur Verbesserung der aktuellen Situation auf der ganzen Linie! Das gilt bei der Erstattungsfähigkeit moderner Medikamente und Therapien, beim Führerschein, bei Versicherungen und vielem mehr.
10 % der Bevölkerung sind eine große Macht, aber nur, wenn sie im Diabetikerbund organisiert sind!
Der ADAC wird immer gehört, wenn es um Verkehrpolitik geht, an ihm kommt keiner vorbei - warum? Weil er viele Mitglieder hat! Das ist auch unser Ziel! Und ich werde nicht müde, immer und immer wieder auf diese Tatsache hinzuweisen. Ich bitte jeden einzelnen Leser und besonders unsere Gruppenleiter, Diabetiker anzusprechen, dies in die Gruppen zu tragen, den Ernst der Lage klar zu machen und Mitglieder zu werben, werben, werben!
Ich bin bei Gesprächen mit Mitgliedjubilaren immer wieder gerührt zu hören, dass für sie die Mitgliedschaft in Ihrem Interessenverband eine Selbstverständlichkeit war und das wünsche ich mir für die Masse von Diabetikern auch heute! Dann können wir gemeinsam positiv in die Zukunft schauen!
Ich freue mich über Ihre Reaktionen oder Leserbriefe zu diesem Thema oder anderen, und auf viele interessante Lebensgeschichten wie die von Simone Wagner.
Ihre
Marion Köstlmeier

