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Leo-Malcherczyk-Medaillen 2018: Doris Ziegler und Ingeborg Schumann

Doris Ziegler (2.v.re.) mit Laudator Klaus Hohlweg (li.), Verena Hädrich, stellv. Vorstandsvorsitzende und Bernd Franz, Vorstandsvorsitzender

Ingeborg Schumann (Mitte) mit Laudator und Vorstandsvorsitzenden Bernd Franz und Verena Hädrich, stellv. Vorstandsvorsitzende

Im Gedenken an unser Ehrenmitglied und ersten Landesvorsitzenden Leo Malcherczyk (* 1923, † 2008) verleihen wir seit 2014 jährlich die Leo-Malcherczyk-Medaille in Gold und Silber an Persönlichkeiten, die sich in der Selbsthilfe für die Verbesserung der Lebenssituation von Diabetikern besonders verdient gemacht haben. Auch 2018 fand die Verleihung im Rahmen der Landesmitgliederversammlung am 20. Oktober in Pleinfeld statt.

Unsere Preisträger 2018:

  • Gold: Doris Ziegler, Bayreuth
  • Silber: Ingeborg Schumann, Albstadt


Lernen Sie in den nachfolgenden Laudationes die beiden Geehrten und ihr Engagement kennen.


Doris Ziegler, Laudator Klaus Hohlweg

Liebe Mitglieder, der heutige Preis geht an eine Person, die weder Selbsthilfegruppen(SHG)-Leiterin, noch Regionalvorsitzende und auch nicht im Vorstand ist oder war. Gerade deshalb ist es oftmals schwer, sich stark zu machen. Die Preisträgerin arbeitet im sogenannten zu Neudeutsch Backoffice - fast aussichtslos, in dieser Position hervor zu treten, durch seine Leistungen Aufmerksamkeit zu erzeugen, um entsprechend gewürdigt zu werden.

Beginnen wir von vorne. Doris Ziegler ist am 1. März 1994 in den Diabetikerbund eingetreten. Kurz darauf wurde sie in das Leitungsteam der SHG Bayreuth als stellvertretende SHG-Leiterin mit großer Mehrheit gewählt. Bald darauf wurden im Landesverband Regionalverbände (RV) gegründet - Doris wurde als Kassenwart des RV Oberfranken Ost gewählt.

Durch verschiedene Seminare in Sachen Rhetorik usw. wurde aus einer damals noch schüchternen Person ein sehr engagiertes, fleißiges und vor allem durchsetzungsvermögendes Teammitglied. Ihr zu widersprechen war schon fast unmöglich. Fast immer hatte sie recht und konnte durch ihr logisches, praktisches Denken alle anderen Teammitglieder restlos überzeugen. Das Arbeiten mit ihr machte und macht nach wie vor Spaß, man kann sich immer voll auf sie verlassen. Darüber hinaus gab und gibt sie wertvolle Denkanstöße.

Durch die Arbeit im RV-Team Oberfranken Ost kam es dazu, dass wir vielen neuen bzw. neugewählten Leitungsteams in den bestehenden bzw. neuen Selbsthilfegruppen auf die Sprünge halfen und ihnen entsprechende Unterstützung zukommen ließen. Genau aus diesem Grund und weil dies dann öfters vorkam, kam sie auf den Gedanken ein Handout zu fertigen, das jedem neuen Teamleiter ausgehändigt werden konnte. Das hatte den Vorteil, dass alle wichtigen Kriterien zum Führen einer Gruppe enthalten waren. Genau das war der Denkanstoß unseres Leitfadens, der dann von Helmut Knöchel aufbereitet, vom Vorstand übernommen, ergänzt und an jede Selbsthilfegruppe versandt wurde.

Diesen Leitfaden gibt es in der damaligen Form heute nicht mehr. Sein Nachfolger sind die „Richtlinien für Selbsthilfegruppen“, in die die jahrelangen Erfahrungen mit dem Leitfadens eingeflossen sind.

Gerade als Kassenwart war sie oft in mühevoller Arbeit bis in die tiefe Nacht beschäftigt, die Finanzen der vielen Diabetikertage, Stanicher Pumpentreffen, Pumpenfreizeiten und Pumpenstammtische zu regeln. Besonders fallen mir hier die größten Veranstaltungen ein, wie z.B. die Diabetikertage in Bad Staffelstein 2005, in Bayreuth den Diabetesmarkt 2004 im Rotmain-Center, „Diabetes – Na und“ 2007, Kinder- und Jugenddiabetikertag im Neuen Spinnerei Gebäude 2009, Kulmbach 2012 und 2014, die 10 Stanicher Pumpentreffen, die vielen Pumpenfreizeiten in Weißenstadt usw. Schatzmeisterin Verena Hädrich wurde durch diese verlässliche Arbeit durch Doris erheblich entlastet.

Sie übernahm Beratertätigkeiten als Kassenwart bei Gruppengründungen z.B. in Berg, Bischofsgrün, Famdiki in Hof, Konradsreuth, Münchberg, Naila und Selb.

Zuletzt war sie bei der großen zweijährigen Aktion „Diabetes Road“ des Diabetikerbundes Bayern als wertvolle Unterstützung bayernweit an vielen Wochenenden unterwegs: 2017 in Coburg, Weiden, Kempten, Regensburg und Kulmbach, 2018 in Bad Kissingen, Hof, Bayreuth und Sonthofen. Sie unterstützte beim Auf- und Abbau des jeweiligen Standortes, Zureichen von Hilfsmaterial, Auffüllen von Infomaterial, half beim Ausfüllen des Diabetes-Risiko-Fragebogens und beriet rund um Fragen zu Diabetes im Alltag.

Alle diese Tätigkeiten hat sie uneigennützig und ehrenamtlich für den Diabetikerbund Bayern getätigt. Deshalb freut es mich sehr, dass Doris für ihr großes vielfältiges Engagement eine entsprechende Würdigung erhält.

Liebe Doris,
zum Schluss sage ich herzlichen Dank, auch im Namen des Vorstandes, aller Selbsthilfegruppenleiter und Mitglieder für Dein beispielhaftes Engagement, Deine beachtenswerte Tatenkraft, den Gemeinsinn für das Wohl im Verein und der Öffentlichkeit. Für deine Verdienste darf ich Dir die Leo-Malcherczyk-Medaille in Gold des Diabetikerbundes Bayern aushändigen.

Ingeborg Schumann, Laudator: Bernd Franz

Liebe Ingeborg,

ich freue mich, dass Du heute hier bist. Dein Lebenslauf zieht sich hin wie ein bunter Vogel. Nach Deinem Abitur studiertest Du Agrarbiologie. Dieses Studium hast Du mit dem Staatsexamen für das Lehramt an beruflichen Schulen abgeschossen. Du warst beruflich auf der ganzen Welt unterwegs, unter anderem in Kapstadt, Südafrika.

Dein Kontakt zu Schönstatt-Einrichtungen prägte Dein persönliches und religiöses Leben. Es gab Dir eine neue Orientierung. Du begannst mit der Ausbildung zur Altenpflegerin, die Du erfolgreich abgeschlossen hast.

Mitte der 90iger Jahre erhieltst Du die Diagnose Diabetes Typ 1. Zunächst reagiertest Du mit Wut, Enttäuschung und Abwehrreaktionen. Kurz danach verlorst Du durch einen Brand Deine wirtschaftliche Existenz. Neben der Altenpflege begann Dein Herz für die Diabetologie zu schlagen. Unsere gemeinsame Freundin Dr. Bettina Born, Kreiskliniken Reutlingen, ermutigte Dich, die Ausbildung zur Diabetesassistentin zu machen. An der Fachschule in Rheine absolviertest Du die Ausbildung zur Diabetesberaterin.

Nun begann Deine vielfältige Arbeit als Diabetesberaterin in Kliniken und Arztpraxen, unter anderem auch in Bayern. Wir lernten Dich bei einem Gespräch in Schweinfurt kennen. Dabei erfuhr ich auch, dass wir am gleichen Diabetesprojekt in Gambia arbeiten.

Zunächst hast Du uns tatkräftig bei unserem DiabetesCamp 2016 in Burhave unterstützt. Seitdem begleitest Du jedes Jahr alle Camps – 2017 Otzing und Kroatien, 2018 Obing und Berchtesgaden. Du bist immer unermüdlich und mit viel Engagement im Einsatz: die Kinder mögen Dich und wir auch. Mit Deinem Wissen und Deiner mütterlichen Art hast Du vielen geholfen und damit eine Menge bewirkt. Auch unser Projekt Diabetes Road hast Du tatkräftig unterstützt. 2017 warst Du an vielen Standorten dabei, 2018 sogar an allen. In vielen Beratungen hast Du Ratsuchenden intensiv weiter geholfen. Viele Einsätze hattest Du auch in Schulen, Selbsthilfegruppen und bei der Schulung von Schulbegleitern. Deine Aktivitäten als Diabetes-Nanny für Dianino darf ich auch nicht vergessen.

Dein Name ist in der Diabeteswelt bekannt und hat einen positiven Ruf. Der Diabetikerbund Bayern dankt Dir mit der Verleihung der Leo-Malcherczyk-Medaille für Dein Engagement im Diabetesbereich.
Herzlichen Glückwunsch.