Diabetiker und ihre Angehörigen nahmen beim sehr gut besuchten 9. Allgäuer Diabetikertag in Kempten die Gelegenheit wahr, sich über versteckte Probleme des Diabetes mellitus zu informieren.
Unter der Organisation des Diabeteszentrums am MVZ Dres. Heigl, Hettich & Partner wurde im ersten Vortrag mit eindrucksvollen Bildern auf die Notwendigkeit regelmäßiger Augenarztkontrollen bei Diabetes von Dr. Thilo Schimitzek hingewiesen.
PD Dr. Tobias Pflederer, Kardiologe, stellte Vor- und Nachteile sämtlicher gebräuchlicher Herzbelastungstests für die Diagnostik einer Herzkranzgefäßverengung dar. Regelmäßig sollte das Herz des Diabetikers wegen des deutlich erhöhten Verkalkungsrisikos der Gefäße kontrolliert werden. Nicht immer ist Verlass auf deutliche Symptome, die bei Diabetes durch Nervenschädigungen weniger ausgeprägt oder nicht wahrnehmbar sein können.
Mit großem Interesse wurde das Thema Depression verfolgt. Frau Dr. Nicole Altenburg als „Diabetes-Psychologin“ empfahl, sich diesem Problem offen zu stellen. Auch unkontrolliertes Essen kann Zeichen einer Depression sein! Bei Diabetes liegt das Risiko für eine Depression doppelt hoch, leider werden nur etwa 50 Prozent der Depressionen als solche erkannt. Jährlich sollte deshalb mittels Diagnostik-Fragebogen diese Erkrankung ausgeschlossen werden.
Viele Neuigkeiten des letzten Jahres und ein Blick auf die Diabetesforschung der Zukunft von Dr. Dorothea Schupp und PD Dr. Norbert Lotz bildeten den Abschluss des interessanten Vortragsprogramms. (Ulrike Sattler)

