Berichte

Seh-Not – wenn die Macula ertrinkt!

Überaus gut besucht war das Patientenseminar von Augenarzt Dr. med. Sören Thierfelder. Er referierte zum Thema „Seh-Not – wenn die Macula ertrinkt!“.

Der Mediziner berichtete, dass die feuchte, altersbezogene Maculadegeneration und die diabetische Retinopathie in Deutschland die häufigsten Erblindungsursachen sind. Die Gemeinsamkeit beider Erkrankungen: Durch eine Mangeldurchblutung der Netzhaut kommt es zu Gefäßundichtigkeiten und Gefäßneubildungen, die unter anderem für die Entwicklung eines Maculaödems verantwortlich sind. Dieses Maculaödem wiederum führt zur Verschlechterung des Sehvermögens. Ohne frühzeitige und intensive Behandlung ist diese unumkehrbar, so Dr. Thierfelder.

Heute kann man behandeln


Bis vor wenigen Jahren war die feuchte altersbezogene Maculadegeneration bei fast allen Patienten unweigerlich mit der Erblindung oder zumindest dem Verlust der Lesefähigkeit verbunden. Seit 2007 gibt es Hilfe: Die Eingabe von sog. VEGF-Hemmern in das Auge hat sich als erfolgreiche Standardtherapie etabliert. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass auch nach einer erfolgreichen Behandlung mit einem Wiederaufflammen der Erkrankung zu rechnen ist und daher regelmäßige Kontrolluntersuchungen und ggf. erneute Injektionen erforderlich werden.

Wichtig: Regelmäßige Kontrollen

Bei der diabetischen Retinopathie hat die Behandlung mit VEGF-Hemmern zumindest, was das diabetische Maculaödem angeht, die Laserkoagulation weitgehend abgelöst. Vorteile gegenüber der Laserbehandlung ergeben sich aus dem Fehlen von Netzhautnarben, die ihrerseits zu Sehschärfeverlusten und Gesichtsfeldausfällen führen können. Seltener sind Maculaödeme durch Gefäßverschlüsse. Auch hier hat sich die Behandlung mit VEGF-Hemmern zur Verbesserung oder wenigstens zum Erhalt des Sehvermögens mittlerweile etabliert.

Möglichkeiten und Grenzen


Dr. Sören Thierfelder ging bei seinem Vortrag auf Risikofaktoren, aktuelle Behandlungskonzepte und erforderliche Verlaufsbeobachtungen ein und zeigte Möglichkeiten und Grenzen der Therapie mit VEGF-Hemmern bei den drei Erkrankungen auf.