„Exit Marrakech“, Film über einen Vater-Sohn-Konflikt mit "Verschärfung" durch den Diabetes des Sohnes, ist ab 8. Mai als DVD und Blu-ray überall erhältlich! (Trailer und Infos zum Film: <link http: www.exitmarrakech.de>www.exitmarrakech.de, und <link http: www.diabetikerbund-bayern.de berichte article exit-marrakech-interview-mit-ben-samuel-schneider-hauptdarsteller-im-gespraech-mit>Interview mit Hauptdarsteller Samuel Schneider).
Vor etwa drei Jahren schrieb Caroline Link das Drehbuch. Während der Recherche dazu lernten wir uns kennen. Gespannt warteten wir auf den Film, der im vergangenen Herbst in den Kinos startete. Und ebenso gespannt wartete Caroline Link auf die Rückmeldungen von Diabetes-Familien, denn ein klares Anliegen ihrerseits war die realistische Darstellung. Am 25. November trafen wir uns in München.
Marion Köstlmeier/Ferdinand Franz: Zum Kino-Start haben wir die Info zum Film in unseren Gruppen breit gestreut. Viele Diabetiker und ihre Familien haben den Film bisher schon gesehen.
Caroline Link: Vielen Dank – der Film kann jede Werbung gebrauchen. Die Resonanz ist gut, sie könnte aber noch besser sein.
Wie kam „Diabetes“ in den Film? Und warum ausgerechnet Diabetes?
In meinem Bekanntenkreis gibt es einige Diabetiker. Das bekommt man kaum mit, denn Diabetes stellt sich nicht direkt als sichtbare Krankheit dar. Aber: Man ist zu Vernunft und Disziplin verdammt – aus meiner Sicht eine starke Einschränkung, besonders in der Pubertät.
Wie und wo haben Sie sich zum Thema Diabetes informiert?
Ich habe viele Gespräche mit Experten geführt, u. a. mit Frau Dr. Warncke aus der Schwabinger Kinderklinik und Prof. Dr. Koletzko bzw. Frau Dr. Bechthold vom Haunerschen Kinderspital. Wir haben uns mit jungen Diabetikern getroffen. Die einen wirkten cool und lässig, nahmen ihren Diabetes nicht so ernst – andere waren zu diszipliniert, ohne jeglichen Alkohol, Rauchen usw. Bei ersteren würde ich als Mutter vielleicht auch mal ausrasten.
Warum spielt der Film in Marokko?
Während des Golfkrieges war ich mit meinem Mann in Marokko. Das Land hat uns interessiert und wir sind auch noch geblieben als andere schon lange ausreisten. Es ist ein Land mit viel Licht und Schatten, aber wir fühlten uns wohl. Viele Menschen assoziieren mit dem Land Gefahr, aber so gefährlich ist es nicht.
Wie entstand die Idee zum Film?
Da war zunächst die Faszination Marokko, dazu kam die Fantasie – ich wollte einen Vater-Sohn-Konflikt darstellen.
Samuel stellt Ben wirklich gut dar – wie findet man die ideale Besetzung?
Wir hatten junge Schauspieler zum Casting eingeladen. Das Drehbuch war schon fertig, die Finanzierung gesichert. Samuel sah gut aus, war sehr selbstbewusst, aber zunächst eigentlich nicht der Typ, den ich mir in meinem Drehbuch vorgestellt hatte. Ich habe mich dennoch für ihn entschieden.
Wie sehen Sie es heute - war diese Entscheidung richtig?
Oh ja – Samuel hat sich gut auf die Rolle vorbereitet. Im Film hat er authentisch einen Diabetiker dargestellt, das zeigen mir Ihre und viele andere Rückmeldungen. Der Vater-Sohn-Konflikt kam zum Tragen. Der Umgang mit dem Diabetes war mal gut und mal eben nicht – wie im richtigen Leben.
Wie ist der Film in der Gesamtheit bisher angekommen?
In Deutschland sind die Rückmeldungen durchwegs positiv. In Amerika scheint man einiges zum Diabetes anders zu sehen.
Auch uns gefiel der Film. Deshalb haben wir ihn unseren Selbsthilfegruppen und Mitgliedern empfohlen. Er zeigt Diabetes, wie er im realen Familienleben ist. Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen und dem Film viel Erfolg.<link http: www.exitmarrakech.de>


