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SHG Regen/Zwiesel: Nur Hörgerät hilft bei schlechtem Hören

Rund ums Ohr und „Schlechtes Hören“ ging es am 15. April beim Treffen der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Regen/Zwiesel in Regen. Gruppenleiter Josef Lallinger hatte als kompetenten Referenten den Plattlinger HNO-Facharzt Dr. med. Ulrich Passow eingeladen. Mit dabei war auch Ilse Kerschl, Leiterin der Plattlinger Selbsthilfegruppe.

Gut verständlich und mit viel Humor referierte Dr. Passow über das Sinnesorgan Ohr. Er erklärte Bau und Funktion des Ohrs. Die Ohrmuschel fängt als Trichter den Schall auf und leitet ihn über den etwa zwei Zentimeter langen äußeren Gehörgang bis zum Trommelfell weiter. Dieses gerät durch die Schallwellen in Schwingung. Hinter dem Trommelfell nehmen im Mittelohr die drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel die Vibrationen auf und verstärken sie. Diese Impulse werden vom Steigbügel ins Innenohr und damit in die Gehörschnecke und an den Hörnerv weiter gegeben. Beidseitiges Hören ist für räumliches und Richtungshören Grundvoraussetzung.

Ein Grund für schlechtes Hören kann ein Ohrenschmalz-Pfropf sein. Ohrenschmalz wird im äußeren Gehörgang gebildet. Die gelblich-bräunlich Substanz befeuchtet die Haut und dient der Entfernung von Schmutz, Staub und abgestorbenen Hautzellen. Dies geschieht von ganz alleine. Aber: Viele Menschen benutzen Wattestäbchen oder ähnliches, um die Ohren vom Ohrenschmalz zu säubern. Davon rät Dr. Passow dringend ab, denn meist wird dadurch der größte Teil des Ohrenschmalzes nach hinten in Richtung Trommelfell geschoben. Außerdem besteht die Gefahr, mit Wattestäbchen Bakterien oder Pilze einzubringen, die zu Entzündungen des Gehörgangs führen können. Ohrreinigungen sollte der Facharzt durchführen – sie werden von jeder Krankenkasse bezahlt.

Diabetikern empfiehlt Dr. Passow, die Ohren engmaschig vom Facharzt überprüfen zu lassen, besonders dann, wenn schon Nervenstörungen durch Diabetes vorliegen. Entzündungen werden vom Betroffenen deshalb oft zu spät oder gar nicht erkannt. Dadurch können chronische Prozesse entstehen, auch ein Übergreifen aufs Mittelohr ist möglich.

Klartext sprach Hr. Dr. Passow besonders zu lauten Geräuschen: „Wenn 80 Dezibel erreicht werden, immer einen Gehörschutz tragen“, so die mahnenden Worte des Mediziners. Lärm schädigt das Gehör.

Hörstörungen und Schwerhörigkeit sollte man nicht einfach hinnehmen, denn wer schlecht hört, gibt auch dem Gehirn weniger Impulse mit der Folge, dass sich die Hörfähigkeit mangels Reizen weiterhin verschlechtert. Deshalb rät der Mediziner, immer frühzeitig gegen die Hörstörungen vorzugehen.

Auch den Gehörsturz sprach er an. Durch Infektionen oder Durchblutungsstörungen kann es zum Gehörsturz oder/und Tinnitus kommen. Auch hier sind Diabetiker besonderes gefährdet. Bis heute ist die Schulmedizin relativ hilflos, es gibt keine ursächliche Behandlung. Der Geschädigte muss evtl. auf Dauer mit Tinnitus oder Hörsturz leben. Viele Therapien, durch die sich Betroffene Besserung erhoffen, werden nicht von den Krankenkassen bezahlt. Hier warnt er vor Versprechungen alternativer Therapien. Auch teuren Hörtrainingsmethoden steht er sehr kritisch gegenüber.

Mit Hörgeräten kann das Hören erheblich verbessert werden. Dabei ist seiner Meinung nach eine vernünftige Versorgung auch mit Hörgeräten, die von den Krankenkassen bezahlt werden, möglich. Es müssen keine sündhaft teuren Hörgeräte sein. Wichtig: Der Betroffene sollte die Hörgeräte über einen längeren Zeitraum im Alltag testen, um so das individuell geeignetste System zu finden.

Dr. Passow beantwortete geduldig die vielen speziellen Fragen aus dem Publikum. Wichtig ist immer, frühzeitig den Facharzt aufzusuchen. Herr Lallinger dankte ihm im Namen der Gruppe für die interessanten Informationen und die persönlichen Einschätzungen zu notwendigen oder sinnvollen Therapien.

Die<link> SHG Regen/Zwiesel trifft sich einmal im Monat abwechselnd in Regen oder Zwiesel. Neue Teilnehmer sind immer herzlich willkommen. (Josef Lallinger)