Berichte

Hochsommerliche Temperaturen beim Weidener Diabetikertag

Der 13. Weidener Diabetikertag am Samstag, 10. Juli, hatte ganz sicher nicht unter der Zahl 13 zu leiden! Wenn überhaupt, dann war es eher das hochsommerliche Wetter, welches die Besucherzahlen etwas geringer ausfallen ließ.

Schon vor dem Beginn um 9 Uhr waren am Blutzuckerstand zahlreiche BZ-Messungen durchgeführt worden. Mit ihren aktuellen BZ-Werten versehen hatten die Besucher bis zur Begrüßung um 10 Uhr Zeit, sich auf der umfangreichen Industrieausstellung zu informieren. Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Situation waren Industrie und Handwerk wieder ungewöhnlich stark vertreten! Auch dies zeigt den Stellenwert, den der Weidener Diabetikertag inzwischen auch bei Firmen genießt. Bei der Begrüßung um 10 Uhr freute sich Prof. Dr. F. Kullmann, Chefarzt der Med. Klinik I vom Klinikum Weiden, über die Vielzahl der Besucher und dankte den anwesenden Firmenvertretern für ihr Engagement an diesem Tag. Anschließend begrüßte Karl-Heinz Stupka, Regionalvorsitzender des Diabetikerbund Bayern, die zahlreichen Besucher, wobei er den Diabetikertag als jeweiligen Höhepunkt in der jährlichen Arbeit der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Weiden bezeichnete. Er wünschte den Teilnehmern, sich angeregt durch die Informationen der Ausstellung und der Vorträge, die eigene Diabeteseinstellung wieder einmal kritisch durch den Kopf gehen zu lassen und evtl. gute Vorsätze mit nach Hause zu nehmen  Damit diese aber nicht in Vergessenheit geraten, bot er an, für die Bewegung gleich den Diabetikerwandertag am 7. August und für die Ernährung den Diabetikerkochkurs am 28. September ins Auge zu fassen. Auch bei den Firmenvertretern bedankte er sich ausdrücklich und bezeichnete sie für den Diabetikertag als so wichtig wie das sprichwörtliche „Salz in der Suppe“.

Als erste Referentin sprach die Diabeteswissenschaftlerin Angelika Deml über Verhaltensänderungen, um eine gesündere Lebensweise zu erreichen. Dies beschrieb sie in 5 Stufen: von Sorglosigkeit über Bewusstwerdung, Vorbereitung, Handlung und als Ziel dann die Aufrechterhaltung, also die Etablierung der gewonnenen Erkenntnisse. Die Zuhörer dankten es ihr mit einem herzlichen Applaus. Anschließend nahm die Physiotherapeutin Julia Malzer die Besucher mit auf eine kleine Bewegungsreise, die auflockerte und sehr großen Spaß machte. Im Anschluss daran standen die beiden Referentinnen für Fragen zur Verfügung. Bis zum nächsten Vortrag konnten wieder Firmenstände belagert werden. Das folgende Hauptreferat hatte Prof. Dr. phil. P. Hammerschmidt, Dozent aus Regensburg, übernommen. Sein Vortrag über „Diabetes und Psyche – wie geht denn das?“ war ein hervorragendes Zusammenspiel von Rhetorik, Mimik und Wissen um die menschliche Psyche im Hinblick auf die Diagnose Diabetes mellitus. Von der ersten Nichtakzeptanz der Diagnose Diabetes mellitus, über die Verdrängung, die Wut, den Leidensdruck bis zur Akzeptanz wurden alle Stufen nicht nur angesprochen, sondern auch mit großem schauspielerischen Talent richtig „dargeboten“. Es war einfach ein Genuss, dieses Feuerwerk an Sprache und Gestik miterleben zu dürfen - darüber waren sich alle Zuhörer einig!

Der Mitorganisator des Diabetikertages, der Diabetologe Dr. Georg Aderbauer aus Weiden, kündigte für Samstag, den 13. November 2010, einen Diabetikertag für Kinder und Typ 1 Diabetiker an. Mit einem kostenlosen Imbiss endete diese wiederum rundherum gelungene Veranstaltung.

Karl-Heinz Stupka