Berichte

3. Patiententag Diabetes in Nürnberg Hochwertige Vorträge aus Praxis, Wissenschaft und Forschung

Am 20. Juni hatte der Diabetesinformationsdienst München ins Klinikum Nürnberg Süd zum 3. Patiententag Diabetes eingeladen. Vorträge zu Typ 1- und Typ 2-Diabetes mit Neuestem aus Wissenschaft und Forschung, dargeboten von namhaften Referenten, erwarteten die Besucher.


Hier eine kurze Zusammenfassung mit dem Hinweis: Alle <link http: www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de aktuelles patiententage-diabetes index.html>Videos finden Sie auf der Homepage des Diabetesinformationsdienstes München.

Nach der Begrüßung durch Dr. Alfred Estelmann, Vorstand des Klinikums Nürnberg, Bernd Franz, Vorstandsvorsitzender des Diabetikerbund Bayern e.V. und Ulrike Koller, Diabetesinformationsdienst München, starteten die Vorträge mit dem Referat „Typ 1-Diabetes – frühe Diagnose und neue Therapieansätze“ von Dr. Katharina Warncke, Kinderklinik München-Schwabing. Sie erörterte die aktuellen Zahlen zum Typ 1-Diabetes im Kindes- und Jugendalter. Derzeit sind 3–5 von 1.000 Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren an dieser Diabetesform erkrankt, bundesweit ca. 25.000. Etwa 2.300 Kinder und Jugendliche erkranken jedes Jahr neu. Besonders betroffen mit einer Steigerungsrate von 6,2 % sind Kinder bis zum 5. Lebensjahr. Nachfolgend ging sie auf die einzelnen Phasen der Entwicklung der Autoimmunerkrankung ein. Danach stellte sie die aktuelle Studie Fr1da vor. Sie läuft bis zum Jahresende 2015.


Nächster Redner war unser Beiratsmitglied Dr. Horst Seithe mit dem Thema „Diabetes bei Kindern und Jugendlichen: Eine Herausforderung für die ganze Familie“. Gleich am Anfang eine ganz wichtige Aussage: „Der entscheidende Faktor für den Erfolg der Diabetestherapie ist und bleibt die Akzeptanz des Diabetes und der erforderlichen Therapien. Akzeptanz meint nicht kritikloses Hinnehmen der Erkrankung, sondern aktive Mitarbeit bei der Krankheitsbewältigung anstelle stetigen Ablehnens, Energien einsetzen zum selbstbestimmten Umgang mit und nicht zur Bekämpfung des Diabetes“. Anschließend stellte er anschaulich dar, was eine Diabeteserkrankung des Kindes für die Familie bedeutet. Allen, die sich für Diabetes im Kindes- und Jugendalter interessieren, sei diese sehr detaillierte und alle Themen/Altersstufen umfassende Präsentation wärmstens empfohlen!


PD Dr. Barbara Ludwig aus Dresden berichtete über „Neue Diabetestechnologie, Transplantation, Bioreaktor - vom Hilfsmittel zur Heilung?“. Sie ging erst zurück in die Anfänge der Diabetestherapie und stellte dann die Möglichkeiten und Forschungsansätze von heute dar. Mit dem Vortrag „Stammzellen, Beta-Zellen und künstliche Bauchspeicheldrüsen - Perspektiven regenerativer Diabetesforschung“ beleuchtete Dr. Jantje Gerdes, München, die Entwicklung und den aktuellen Stand in der Zellforschung, deren Ziel die zukünftige Heilung des Diabetes ist.


Es folgten zwei Vorträge zum Typ 2-Diabetes, zunächst zu „Neue Wirkstoffe und Therapieansätze zur Behandlung von Typ 2-Diabetes“ mit PD Dr. Michael Hummel, München. Zunächst legte er dar, welche Faktoren für die Festlegung des individuellen Behandlungsziels eines jeden Patienten berücksichtigt werden müssen. Anschließend zeigte er in einer Grafik die zeitliche Entwicklung von Wirkstoffen in der Typ 2-Diabetes-Therapie und stellte die verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten detailliert vor. Am Ende ging er kurz auf neue, sich noch in der Entwicklung befindende, Insuline ein.


„Ernährung, Bewegung, Motivation – das A und O bei Adipositas und Typ 2-Diabetes“ war das Thema von Theresa van Gemert, Düsseldorf. Nach Zahlen und Fakten folgten konkrete Empfehlungen zur Ernährung, Bewegung und Motivation.


Zum Schluss berichtete Dr. Christoph Beck, Nürnberg, über „Diabetes – Spätschäden früh erkennen und behandeln“. Die Blutzuckereinstellung in den ersten zehn Erkrankungsjahren seien für das Risiko der Entwicklung von Folgeerkrankungen entscheidend, daher sei eine frühe Diagnosestellung sehr wichtig. Gefäßkrankheiten spielten die zentrale Rolle. Nachfolgend ging er auf die verschiedenen Folgeerkrankungen und deren Häufigkeit ein. Am Ende stellte er notwendige Vorsorgeuntersuchungen und deren empfohlene Häufigkeit vor und appellierte, diese unbedingt wahrzunehmen bzw. einzufordern. Dokumentiert werden sollten die Ergebnisse im Gesundheitspass Diabetes - unsere Mitglieder erhalten ihn kostenlos.