Am 11.03.15 war die Heilpraktikerin Andrea Heeg in der <link>Diabetiker-Typ 1-SHG Miesbach zu Gast. Diese stellte uns ein einfaches und effektives Ernährungskonzept vor - nicht nur für Diabetiker und Abnehmwillige.
Frau Heeg berichtete von dem Arzt Dr. Neal Barnard aus den USA, der 2003 eine Studie an der Georg Washington University und der University of Toronto mit zahlreichen Diabetikern durchführte. Er fand dabei heraus, dass eine fettarme, rein pflanzliche Ernährung weitaus besser für Diabetiker geeignet ist, als unsere herkömmliche Ernährung mit tierischen Fetten. Durch diese Form der Ernährung konnte der Typ 2-Diabetes stark verbessert oder sogar in den meisten Fällen ganz beseitigt werden. Der Typ 1-Diabetiker erreicht durch diese Ernährungsform eine Minimierung seines Insulinbedarfs.
Gute, persönliche Erfahrungen
Letzteres konnte auch durch ein Mitglied der Gruppe bestätigt werden, welche sich seit nunmehr einem Jahr ausschließlich rohköstlich ernährt (Anmerkung: beruht auch ausschließlich auf pflanzlichen Fetten und Eiweißen) und ihren HbA1c-Wert bereits jetzt um ein Siebtel senken konnte. Ihre derzeitige Basalrate beträgt nur 13 (!) Einheiten/Tag.
Barnard fand also heraus, dass eine fettarme, pflanzliche Ernährung besser half als die bei Diabetes empfohlene kohlenhydratarme Ernährung. Nicht nur der Blutzucker konnte gravierend verbessert werden, sondern in vielen Fällen in der Folge auch auf Medikamente verzichtet werden. Gewichtsabnahme, welche für die meisten von uns recht schwierig ist, trat ohne große Mühen ein, Bluthochdruck sowie ein hoher Cholesterinspiegel normalisierten sich. Zudem wurde diese Form der Ernährung von den Patienten als abwechslungsreicher und leichter einzuhalten empfunden als die übliche Diabetesernährung, da man nicht mehr den ganzen Tag Kalorien zählen oder Kohlenhydrate limitieren muss, sondern essen kann so viel man will – nur die Art der Nahrungsmittel muss verändert werden. Durch die fettarme, pflanzliche Ernährung verbessert sich die Sensibilität der Insulinzellen. Bluthochdruck, Cholesterin, Herzgesundheit und andere Zivilisationskrankheiten werden mit dieser Ernährungsform wieder in „geordnete Bahnen“ gebracht. Das Konzept hörte sich sehr vielversprechend an, sofern man bereit ist, seine Essgewohnheiten zu ändern und seinen Diabetologen von den Vorteilen zu überzeugen, denn auch wenn Neal Barnard in den USA mittlerweile ca.16.000 Ärzte hinter sich stehen hat, bleibt der Wandel bei uns in Deutschland leider noch etwas auf der Strecke. Die meisten Ärzte messen der richtigen Ernährung noch zu wenig Bedeutung zu.
Hier ist jeder Einzelne gefragt, egal ob Diabetiker oder nicht. Jeder sollte sich die Frage stellen, wo möchte ich gesundheitlich morgen stehen? Sind tierische Eiweiße und Fette wirklich so gesund, wie uns seit Jahren vorgemacht wird? Vielleicht ist nicht umsonst gerade jetzt diese „Vegan-Welle“ ausgebrochen, weil es immer mehr Menschen gibt, die sich mehr mit sich und der Umwelt beschäftigen und unsere „Lebens“mittel hinterfragen.
Da fast jeder „Fleischesser“ bei „vegan“ ja sofort an Tofu denkt, wurde der Abend durch diverse Koch-und Backbücher mit vielen veganen Rezepten, in denen die Teilnehmer stöbern konnten, abgerundet.
Fazit des Abends war sicher, dass es Alternativen gibt und dass jeder nur ein Leben hat und darüber nachdenken muss, wie er dieses „leben“ möchte. Einen Versuch sollte es doch wert sein! (Diana Kirst, SHG Miesbach)

