Von Haferschleimsuppe zur (fast) freien Essensauswahl
Mit 17 Jahren wurde mein Typ-1-Diabetes glücklicherweise im Entstehen erkannt und mit der damals üblichen Therapie behandelt: Viele Lebensmittel waren überhaupt verboten.
Alle sechs Wochen ins Schwabinger Krankenhaus ins Labor, wo mich eine strenge ältere Laborantin jedes Mal fragte, ob ich wohl wieder gesündigt hätte. Ich habe sie zum Teufel gewünscht, denn ich hatte mich sehr angestrengt und kämpfte gegen schreckliche Ängste. Prof. Mehnert, mein damaliger Arzt, war aber sehr fürsorglich zu mir.
Im Laufe der Jahrzehnte wechselte die Therapie von sich täglich steigernden Tabletten, noch schwereren Tabletten und noch noch schwereren Tabletten - immer das Schreckgespenst SPRITZEN vor Augen, das es zu vermeiden galt, aber nicht zu vermeiden war. Pens gab es noch nicht. Es folgte die ICT-Therapie mit „dicken“ Spritzen, die man - nach meinem Gefühl - ins Fleisch rammen musste, damit sie nicht schmerzten.
1998 entschied ich mich für eine Pumpentherapie, mit der ich 26 Jahre lang prima zurechtkam, bis die Firma Roche ihre Produktion einstellte und ich leider wieder mit ICT-Therapie zurechtkommen muss.
Die Spritznadeln sind besser und immer besser geworden, Hilfsangebote aller Art erleichtern das Leben mit Diabetes. Der allgemeine Niedergang im Gesundheitssystem schlägt sich aber auch im Diabetesbereich nieder.
Ich war mein ganzes Leben berufstätig, habe geheiratet, bin sehr viel gereist, war in den 60 Jahren 3 mal wegen Entgleisung auf der Intensivstation.
Ich habe nie geraucht, nur mäßig Alkohol getrunken und mich im Großen und Ganzen an die ärztlichen Ess-Vorgaben gehalten, was nicht immer gelang.
Und neulich sagte mein Augenarzt zu mir: Sie haben keinerlei diabetische Schäden am Auge! (Aber andere, erträgliche.) Hoffentlich bleibt das so! Und eine einfach zu handhabende Pumpe wünsche ich mir auch nochmal!!
Frigga Jacobi
Frau Jacobi wurde ins Ansbach geehrt: Mitgliedsjubilarin Frigga Jacobi geehrt

