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Diabetes kann an die Nieren gehen: Verhaltens- und Ernährungstipps für gesunde Nieren

Regen - Am 21. März traf sich die Diabetiker-Selbsthilfegruppe Regen-Zwiesel zu ihrem monatlichen Treffen in der AOK Regen. Gruppenleiter Josef Lallinger begrüßte die Krankenschwester und Ernährungsberaterin für Nierenkranke Irmgard Kirschner vom Nierenzentrum des Kuratorium für Heimdialyse in Deggendorf e.V.

Zu Beginn ihres Vortrags zeigte Irmgard Kirschner eine Folie über die Anatomie der Niere und erläuterte ihre Funktion. Die Nieren halten das Gleichgewicht im Wasser- und Salzhaushalt des Körpers aufrecht, beeinflussen den Blutdruck und sorgen für eine „Entgiftung“ des Blutes. Die Niere ist ein Ausscheidungs-, Abbau- und Produktionsorgan.

Ein hoher Blutdruck ist schädigend. Es sollten Werte unter 130/85 mmHg erreicht werden. Nichtmedikamentöse Therapiemöglichkeiten können Reduktion des Körpergewichts, Einstellung des Rauchens, Reduktion der Kochsalzzufuhr auf ca. 5 g pro Tag, viel Bewegung und ausreichend Schlaf sein.

Zur Blutdrucksenkung werden verschiedene Blutdruckmedikamente vom Arzt verordnet, die auch eine Reduzierung der Eiweißausscheidung im Urin bewirken und die Niereninsuffizienz verlangsamen.

Der HbA1c-Wert, der vom Arzt bestimmt wird, sollte nicht über 7 % liegen.

Das Entstehen einer Niereninsuffizienz ist häufig sehr schwer zu erkennen. Die Anzeichen einer Erkrankung können zum Beispiel Atemnot, häufige Müdigkeit, Juckreiz, Blässe, geschwollene Beine oder Knochenschmerzen sein. Diese Anzeichen sollten vom Arzt abgeklärt werden, da sie leicht mit einer harmlosen Infektion verwechselt werden.

Frau Kirschner zeigte Punkte einer speziellen Nierenschonkost auf: Wichtig sind:

  • täglich 2-3 Liter trinken
  • eiweißreduzierte Kost (0,6 - 0,8 g Eiweiß pro kg Normalgewicht (70 kg)
  • salzarme Ernährung
  • Vitamin- und ballaststoffreiche Kost
  • Reduzierung der Phosphatzufuhr. Phosphate enthalten z.B. E 339 (Schmelzkäse, Schinken, Wurst), E 340 (Kaffeeweißer, Milchpulver), E 341 (Backpulver, Kuchenmischung)
  • regelmäßig Sport treiben

Zu den verschiedenen Lebensmitteln zeigte Frau Kirschner Tabellen, aus denen die verschiedenen Bestandteile der einzelnen Produkte ersichtlich waren. Am Ende ihres Vortrages verteilte sie Informationsmaterial und ermunterte die Zuhörer, trotzdem den Geschmack und Genuss am Essen nicht zu verlieren.

Danach stellten die Zuhörer noch Fragen über den Ablauf einer Dialyse und zur Organspende. Dabei verwies Josef Lallinger auf den nächsten Termin am 18. April - die Besichtigung des Dialysezentrums im Krankenhaus Zwiesel (s. Bericht auf den nächsten Seiten). Josef Lallinger war ein bisschen enttäuscht, dass trotz der hohen Zahl von Diabetikern in der Region nicht viele Zuhörer erschienen sind. Er betonte, dass der Diabetiker den Diabetes beherrschen sollte, nicht umgekehrt der Diabetes den Diabetiker.

Alle Gruppentreffen sind kostenlos und jeder ist herzlich willkommen. Sie finden jeweils am 3. Montag im Monat um 19.30 Uhr, abwechselnd in der AOK Regen und im Ärztehaus am Anger in Zwiesel, statt.

Der Gruppenleiter Josef Lallinger überreichte Frau Kirschner ein kleines Präsent und bedankte sich herzlich für ihr Kommen.

Josef Lallinger