München, 30.09.2008 Die BARMER Bayern fördert den Diabetikerbund Bayern in diesem Jahr mit 5000,00 Euro. Brigitte Hansen sprach mit Gerhard Potuschek über das Engagement der BARMER.
Frage: Warum ist die Selbsthilfeförderung wichtig für die BARMER?
Potuschek: Die Selbsthilfe ist eine bedeutende gesellschaftliche Bewegung und zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil der medizinischen Versorgung geworden. Für die BARMER ist die Förderung des Diabetikerbundes Bayern gut angelegtes Geld. Das zeigen auch wissenschaftliche Studien. Sie belegen, dass jeder Euro, der in die Selbsthilfe investiert wird, volkswirtschaftlich gesehen dreifach zurückkommt. Wir unterstützen die die Selbsthilfearbeit seit fast 20 Jahren. Und damit nicht erst, seit der Gesetzgeber die Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet hat.
Frage: Was ist ihrer Meinung nach wichtig für die Diabetesversorgung?
Wir stellen immer wieder fest, dass viele Patienten nicht an den angebotenen Diabetes-Schulungen teilnehmen, obwohl diese zu einer signifikanten Verbesserung der Blutzuckerwerte führen und damit Folgeerkrankungen vermeiden können. Dabei erhalten die Betroffenen dort viele wertvolle Hintergrundinformationen über die Erkrankung und Tipps zur Therapiebewältigung. Es ist auch wichtig, die Patienten immer wieder zu gesunder Ernährung und adäquater Bewegung zu motivieren. Daher sehe ich in dem von uns angebotenen Behandlungsprogramm Diabetes eine wichtige Unterstützung.
Frage: Wie sehen Sie die Zukunft der Selbsthilfeförderung?
Potuschek: Rund 3 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland in insgesamt 70.000 Selbsthilfegruppen. Aus der eigenen Betroffenheit heraus entwickeln chronisch kranke Menschen in Gruppen eine Kraft, die sich positiv auf die Lebensqualität auswirkt. Auch in Zukunft wird die gesundheitliche Selbsthilfe die professionelle Gesundheitsversorgung ergänzen.
Nach der Neufassung der gesetzlichen Grundlagen zur Selbsthilfeförderung durch das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der GKV (GKV-WSG) wurde zum 1. Januar 2008 eine, Kassenarten übergreifende, Gemeinschaftsförderung und eine krankenkassenindividuelle Förderung eingeführt. Ich bin überzeugt, dass die Neuregelung die Förderaktivitäten mit der Selbsthilfe insgesamt gestärkt werden.

