Übergewicht und Adipositas, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, stellen ein immer bedeutenderes Gesundheitsproblem dar, zu dessen Lösung die gesamte Gesellschaft, allen voran die Regierung, beitragen muss.
Darauf weisen Experten des Kompetenznetzes Adipositas anlässlich des Welt-Adipositas-Tages am 11.10.2016 hin. Rund 15 % der 3- bis 17-Jährigen in Deutschland waren nach der letzten veröffentlichten repräsentativen Studie zum Kinderübergewicht im Jahr 2006 übergewichtig, 6,3 % davon adipös. Bis zum Jahr 2025 rechnet man mit 1,8 Millionen Schulkindern, die übergewichtig oder adipös sein werden. „Adipositas versetzt unsere Kinder in akute Gefahr, es ist Zeit, dringend zu handeln“. Dabei wird der Bericht der Weltgesundheitsorganisation „Ending Childhood Obesity“ aufgegriffen.
Die Deutsche Allianz Nicht-übertragbare Krankheiten (DANK), an der auch das Kompetenznetz Adipositas beteiligt ist, hat konkrete Vorschläge erarbeitet, wie Adipositas bei Kindern in Deutschland bekämpft werden kann.
Teufelskreis der Adipositas: Aus dicken Kindern werden dicke Erwachsene
Die „World Obesity“ fordert die internationalen Regierungen dazu auf, Strategien zu entwickeln und Maßnahmen zu ergreifen, um insbesondere Fettleibigkeit bei Kindern zu verhindern. Das Thema Übergewicht und Adipositas bei Kindern sei ein ernstzunehmendes Problem mit schwerwiegenden Folgen, so Professor Manfred James Müller, einer der Sprecher des Kompetenznetzes Adipositas. „Aus dicken Kindern werden meist dicke Erwachsene, die ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes, Herz-/Kreislauferkrankungen, einige Krebsarten und Gelenkerkrankungen sowie psychische Probleme haben“, erläutert Müller. Kinder und Jugendliche mit extremer Adipositas hätten zudem ein erhöhtes Risiko für eine frühe Mortalität (Tod), für zahlreiche somatische Folgeerkrankungen, soziale Isolation einschließlich Arbeitslosigkeit. „Unser Lebensstil wird früh in der Kindheit geprägt. Er wird beeinflusst durch die Familie, das soziale Umfeld und weitere Lebensbedingungen. Die moderne Lebensweise verführt zu körperlicher Inaktivität und energiedichter Ernährung“, warnt der Mediziner.
Dieses schwerwiegende Problem zu lösen, sei nicht nur Sache jedes Einzelnen, sagen Experten – vor allem die Regierung sei gefragt: „Mir fehlt in der Politik das grundsätzliche Verständnis für die Probleme, die wir momentan im Zusammenhang mit Adipositas haben. Man kann im Grunde von einer Diskriminierung der Menschen mit Adipositas durch die Politik sprechen“, sagt Professor Hans Hauner, Sprecher des Kompetenznetzes Adipositas. (PR KNA)

