Am 18. Mai durfte die <link>SHG Schnaittach im Rahmen der 1000-Jahr-Feier des Marktes Schnaittach unter der Leitung des Museums- und Geschichtsvereins eine spannende Kellerführung erleben. Mit 25 Teilnehmern durften wir vier der privaten Keller besichtigen.
Warum ist die Geschichte der Keller unter dem Ort so interessant? Die Urhöfe Schnaittachs wurden auf Sandstein erbaut. Die Personen, die im Winter arbeitslos waren, z.B. Maurer, haben in dieser Zeit den Sandstein herausgeschlagen oder -gekratzt. Anschließend wurde der grobe Sand für Reinigungsarbeiten und der feine für Mauererarbeiten verwandt.
Keller-Labyrinth als Bier- und Eislager
Die Kellergewölbe entstanden zwischen dem 15. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Bei diesem Sandabbau, der unter nahezu jedem Gebäude Schnaittachs stattfand, entstand ein grandioses, teilweise auch untereinander verbundenes Keller–Labyrinth. Heute sind diese Verbindungen durch die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse über und unter der Erde jedoch entsprechend verschlossen.
Die Sandsteingewölbe haben eine stets konstante Temperatur zwischen 8°C bis 12°C. Dadurch erfolgt(e) die Nutzung: als Nahrungsmittelkeller, sogar mit „Aufzug“ zur Küche; als Bierlager, das mit einem Fuhrwerk befahrbar war oder als Eislagerkeller für die ansässigen Brauereien. Dieses Eis wurde im Winter aus den Weihern gebrochen, in Kellern eingelagert und war so bis zum nächsten Juli verfügbar. Während des 2. Weltkrieges wurden sie als Luftschutzkeller genutzt. Der letzte Keller der Besichtigung erstreckte sich sogar über drei Ebenen. Hier durften wir hinter Gittern den Gefangenenchor aus Verdis Oper „Nabucco“ hören. Hinter Gittern deswegen, weil der Keller vermutlich einmal als Gefängnis genutzt wurde und das Gitter noch erhalten geblieben ist. Nach unserer Freilassung durften alle Teilnehmer ihren Durst stillen und Häppchen mit biologischen Aufstrichen probieren. Hierbei wurde auch heftig diskutiert, ob denn das Gerücht stimme, dass es von einem der Keller aus, einen direkten Zugang zur Ganerben–Burg auf dem Rothenberg gegeben haben soll. Dieser sagenumwobene Gang wurde jedoch bis heute nicht entdeckt.
„Überfälle“ gab es während der 2 ½- stündigen Führung auch - es waren immer wieder Hypos im Anmarsch, die jedoch mit den bekannten Waffen in die Flucht geschlagen werden konnten.


