diabetesDE, der Deutsche Diabetiker Bund und andere Patientenverbände hatten bundesweit zur Protestdemonstration am 19. Mai in Berlin aufgerufen. Gekämpft wurde um den Erhalt der Erstattungsfähigkeit von kurzwirksamen Insulinanaloga für Kinder und Jugendliche mit Typ 1 Diabetes durch die gesetzlichen Krankenkassen (GKV). Diese Insuline erlauben durch ihren schnelleren Wirkbeginn und die kürzere Wirkungdauer KIndern mit Diabetes einen ähnlich flexiblen Tagesablauf wie gesunden Kindern. Auch wir haben im KONTAKT 03/2010 und auf der Homepage zur Teilnahme aufgerufen.
Aus ganz Deutschland waren mehrere hundert Eltern und Kinder zu Kundgebung nach Berlin gekommen. Um 15 Uhr ging es in der Reinhardtststraße, dem Sitz von diabetesDE, los. Über 500 Eltern, Kinder, Selbsthilfegruppen, Ärzte und Diabetesberaterinnen zogen im Protestmarsch durch Berlins Straßen Richtung Bundesgesundheitsministerium in der Friedrichstraße. Auch der Diabetikerbund Bayern war mit Bernd Franz, Landesvorsitzender, und einige Mütter mit dabei.
Zwei Mütter aus der Selbsthilfegruppe Obertraubling bei Regensburg waren mit dem Flugzeug angereist und hatten ein riesiges, selbst gemaltes Transparent mitgebracht, um ihren
Forderungen Nachdruck zu verleihen - die Besenstiele zum Tragen liehen sie sich kurzerhand bei diabetesDE.
Diabetikerbund Bayern mittendrin!
Viele Transparente wurden, von Trommeln und Pfeifen begleitet, durch Berlin getragen: „Hände weg von unserem Insulin“, „Meine Gesundheit ist unsere Zukunft“, „Sie sparen auf dem Rücken unserer Kinder“, „Solidarität – nicht nur für Griechenland“, „Keine Kürzung bei den Kurzen“, „Stoppt den Sparwahnsinn“ – so lauteten die Forderungen von Eltern und Kindern auf den bunten Transparenten und Luftballons.
Angeführt wurde der Demonstrationszug von Prof. Dr. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender diabetesDE, Dieter Möhler, Bundesvorsitzender Deutscher Diabetiker Bund, Michaela Berger, Vorstand diabetesDE und VDBD (Verband der Diabetesberatungs- und schulungsberufe in Deutschland), Dr. Dietrich Garlichs, Geschäftsführer diabetesDE, Manfred Flore, Geschäftsführer Deutscher Diabetiker Bund, Margit Munz, Vorsitzende diabolus und Gabriele Kohlos, Vorsitzende BFJD (Bundesweite Fördergemeinschaft Junger Diabetiker). Im Bundesgesundheitsministerium übergab diese Delegation die Petition mit 5000 Unterschriften an Christian Lipicki, den Pressesprecher des Bundesgesundheitsministeriums.
Eltern hatten sich ein Symbol ausgedacht, mit dem die Situation der Kinder heute und die Befürchtungen für der Zukunft dargestellt wurden: Ein munteres, sportliches Kind zeigte den heutigen Stand der Diabetestherapie eines Kindes und Jugendlichen mit Typ 1 Diabetes, ein in Ohnmacht gefallenes Kind auf einer Liege die befürchtete Situation in der Zukunft, falls die Verordnungsfähigkeit der kurzwirksame Insulin-Analoga zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen entfällt. „Diese Politik macht uns ohnmächtig” – war die Botschaft.
Veranstalter und Teilnehmer waren sich einig: Die Demonstration war ein voller Erfolg! (mk)
Entscheidung zu kurzwirksamen Insulinanaloga vertagt!
Seit dem letzten kontakt ist einiges passiert: Die Online-Petition von Michael Bertsch haben 5000 Menschen mitgezeichnet, den offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler über 2100 Personen. Im Münchner Merkur erschien am 5. Mai der Bericht <link http: www.merkur-online.de lokales nachrichten petition-bundestag-elter-kaempfen-ihre-diabetes-kranken-kinder-748302.html>„Eltern kämpfen für ihre Diabetes kranken Kinder“ über die Petition, Bernd Franz hat dabei mitgewirkt. Am Montag, 10. Mai sendete „Das Erste“ in „Report Mainz“ den Beitrag <link http: www.swr.de report presse id="1197424/nid=1197424/did=6375102/1ucmp3j/">„Wie Krankenkassen auf den Rücken diabeteskranker Kinder sparen wollen“. Und am Dienstag, 11. Mai, erschien in der Ärztezeitung der Artikel <link http: www.aerztezeitung.de medizin krankheiten diabetes article>„Insulinanaloga für Kinder: Demo am 19. Mai“. Bestimmt wurden auch noch anderswo Berichte veröffentlicht, die uns leider entgangen sind. Für Hinweise per Mail/Fax/Brief/Telefon sind wir aber immer sehr dankbar.
Am Mittwoch, 12. Mai, passierte es dann: Der Gemeinsame Bundesausschuss veröffentlichte die Pressemeldung <link http: www.g-ba.de informationen aktuell pressemitteilungen>„Noch keine Entscheidung zur Insulintherapie für Kinder“. Hier steht geschrieben, dass die Entscheidung erst in einigen Monaten fallen wird, momentan laufe das Stellungnahme- und Bewertungsverfahren.
Zuvor waren Bundesgesundheitsministerium und der Gemeinsame Bundesausschuss an die Veranstalter der Demo in Berlin herangetreten und hatten gebeten, die Demo abzusagen. Das passierte natürlich nicht, es wurde demonstriert!
So viel Öffentlichkeit und öffentliche Berichterstattung zeigt also doch Wirkung! Ein schöner Teilerfolg! Herzlichen Dank an alle, die mit unterstützt haben und es auch weiter tun! (mk)




