Berichte

„Notruf“ in der SHG Erlangen

Der Geschäftsführer des ASB Jürgen Seiermann persönlich klärte beim Gruppentreffen am 28.05.09 rund um das Thema „Notruf“ auf.

Welche Nummer wählen Sie in einem Notfall? fragte er zu Beginn: 19 222, 112 und 110 waren die Antworten. Er begann die einzelnen Notrufnummern zu beleuchten.

Die Nummer 19 222 ist eine bayerische Erfindung, weil vor 1972 von den Rettungsdiensten Jagd auf Kranke gemacht wurde. Durch den einheitlichen Notruf 19 222 wurde die Qualität des Rettungsdienstes bedeutend verbessert. Um 19 222 aus dem Festnetz zu wählen, braucht man keine Vorwahl, bei Anruf über Handy muss man die Vorwahl mitwählen. Diese Nummer ist kostenpflichtig, daher muss die Handy-Karte noch Guthaben aufweisen.

Die 110 ist nach wie vor die Polizei. Die Nummer gilt in ganz Deutschland - egal mit welchem Telefon, immer ohne Vorwahl und kostenfrei.

Was ist 112? Wir meinten, es sei die Feuerwehr. Aber: 112 ist der neue NOTRUF. Geltungsbereich EUROPA, ohne Vorwahl und kostenfrei, egal welches Telefon. 1991 wurde das in der EU beschlossen, konnte aber erst jetzt umgesetzt werden, weil die einzelnen Länder sich anpassen mussten. Der Leitstellencomputer in westlichen Ländern erkennt, in welchem Land das Handy zugelassen ist, und vermittelt den Anruf zu einem Platz der Muttersprache des Anrufers.

Die Nummern 110 und 112 konnte man bis Ende Juni 2009 ohne SIM-Karte im Handy erreichen, aber leider wurde damit zu viel Missbrauch getrieben. Ab 01.07.2009 muss eine gültige SIM Karte im Handy eingelegt sein, um den Notruf auslösen zu können. Durch die SIM Karte kann der Anrufer identifiziert werden.

ACHTUNG: Bei Verdacht auf Schlaganfall IMMER sofort den Notruf 112 betätigen. Die Sanitäter wissen, in welche Klinik (Schlaganfallzentren – „Stroke Units“) der Kranke gebracht werden muss und sie können von unterwegs schon einiges vorbereiten lassen. Jeder Verdacht auf Schlaganfall landet zuerst auf dem CT und wird dann erst versorgt, deshalb ist Eile geboten. Das Zeitfenster für eine gute Hilfe beträgt gerade mal 2 Stunden.

Auch Verdacht auf Herzinfarkt gehört in die Hände von Notarzt und Sanitäter.

Unter http://www.steiger-stiftung.de/ kann man sich kostenfrei registrieren. Man kann die Krankengeschichte hinterlegen und wer benachrichtigt werden soll. Wählt man dann vom Handy die 112, wird vom Provider automatisch die Suche nach dem Handy veranlasst und die Krankenakte mit zur Notrufzentrale geschickt. Die Björn-Steiger-Stiftung macht sich sehr um die Verkehrssicherheit verdient. Sie ist nach einem verunglückten Jungen benannt.

Außerdem gibt es einen neuen Notruf (www.fonium.de), der nicht an die Wohnung gebunden ist, sondern über ein spezielles Handy funktioniert und deshalb an jedem Ort funktioniert. Man kann Rufzeiten vereinbaren - werden die nicht eingehalten, gibt es Alarm. Wenn man umfällt, löst das Gerät Alarm aus, usw. Die Kosten belaufen sich auf bis zu 20,00 € im Monat. Mit dem Gerät kann man auch normal telefonieren.

Herbert Schmiedel