Berichte

Landesversammlung beschließt Basisdemokratie ab 2015!

Am letzten Oktoberwochenende waren die bayerischen Selbsthilfegruppenleiter zur turnusgemäßen Landesversammlung nach Bad Windsheim eingeladen. Soviel gleich am Anfang – in dieser Form wird die Landesversammlung nie wieder stattfinden. Die Delegierten beschlossen eine umfangreiche Satzungsänderung – ab 2015 findet einmal jährlich eine Landesmitgliederversammlung statt, zu der ALLE Mitglieder herzlich eingeladen sind. (Termin 2015: 24. Oktober in Nürnberg). Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer, aktive Beteiligung und neue Impulse. Näheres veröffentlichen wir rechtzeitig im kontakt (inkl. Homepage) und/oder Diabetes Journal.

Besonders interessant waren am Freitagabend die Ausführungen von Rechtsanwalt Zierow, von Beginn an aktives Mitglied im Rechtsberatungsnetz, des Diabetikerbundes. Er stellte an mehreren Beispielen dar, welche Problemstellungen an ihn und seine Kollegen im Netz herangetragen werden. In vielen Fällen reicht die kostenfreie Erstberatung aus, um zum angestrebten Ziel zu gelangen. Ist weitere Unterstützung notwendig, fallen Kosten an. Daher ist eine Sozialrechtschutzversicherung für chronisch Kranke immer empfehlenswert – aber, wichtig zu wissen: Sie zahlt zumeist im vorgerichtlichen Bereich nicht.

Ratsuchende wenden sich oft bei Problemen mit dem Führerschein an ihn. Gerade in Führerscheinfragen wies Herr Zierow eindringlich darauf hin, sich nach einem Vorfall im Straßenverkehr SOFORT juristischen Rat einzuholen. Polizei und Staatsanwaltschaft sehen Diabetiker aus Unwissenheit meist pauschal als potentielle Gefahr im Straßenverkehr. Ein fachlich versierter Anwalt kann, rechtzeitig zu Rate gezogen, vor viel Schaden bewahren.

<link http: www.diabetikerbund-bayern.de berichte article rechtsberatungsnetz-zucker-im-blut-recht-im-leben>Rechtsberatungsnetz hilft!

Ein weiterer Schwerpunkt im Rechtsberatungsnetz ist die Durchsetzung des Grades der Behinderung. Die Mitarbeiter in Behörden haben meist wenig Wissen über das Krankheitsbild Diabetes – liegen die entsprechenden Voraussetzungen vor und werden mittels vollständigem Tagebuch (auch elektronische Tagebücher werden anerkannt unter der Bedingung, dass Ausdruck möglich ist) nachgewiesen, dann ist ein GdB von 50 durchsetzbar. Anträge für ein „persönliches Budget“ werden oft von Eltern gestellt. Ziel sollte sein, einen Geldbetrag zu erhalten, über den die Eltern frei verfügen können. Mit ihm organisieren sie in Eigenregie die Diabetesbetreuung des Kindes in Schule oder Kindertagesstätte - natürlich müssen die Kosten mit Belegen später nachgewiesen werden. Die Kostenträger gehen diesen Weg nicht gerne, da hierfür eine gemeinsame Zielvereinbarung erarbeitet werden muss – sie scheuen den hohen Zeitaufwand.

Rechtsanwalt Zierow appellierte, nie klein bei zu geben und sich zu wehren, wenn nötig mit anwaltlicher Hilfe aus dem fachlich kompetenten Rechtsberatungsnetz. Das führt vielfach zum Erfolg.

Am Rest des Abends zeigte Bernd Franz zunächst das neue DiabetesCamp-Video – jedermann kann es auf unserer Homepage ansehen. Eine Überraschung erwartete danach einige Teilnehmer der Delegiertenversammlung – sie wurden geehrt für 25 bzw. 40 Jahre Mitgliedschaft im Diabetikerbund Bayern oder zu einem runden Geburtstag beglückwünscht.

Mitgliedsjubilare und runde Geburtstage

So gratulierte Bernd Franz unserer Schatzmeisterin Verena Hädrich nachträglich zum 60. Geburtstag und überreichte ihr das gemeinsame Geschenk der Vorstandskollegen. Es folgte die Ehrung für das Vorstandmitglied Klaus Hohlweg für 25 Jahre Mitgliedschaft – und wie sich jetzt herausstellte, aufgrund eines zwischenzeitlichen „Ausflugs“ in einen anderen Landesverband, sind es sogar noch einige Mitgliedsjahre mehr. Und auch Karl-Heinz Stupka kam nicht aus – er wurde für 40 Jahre Mitgliedschaft, in denen er zudem viele Jahre im Raum Oberpfalz aktiv ist, geehrt.

Am Samstag waren die trockenen Themen zu behandeln. Zunächst entschuldigte Bernd Franz die beiden erkrankten Vorstandsmitglieder Thomas Sommer und Wilhelm Pittig. Beide wären gerne dabei gewesen.

100 % für die neue Satzung

Nach der Entlastung der Vorstandschaft standen die großen Programmpunkte Satzungsänderung, Änderung der Geschäftsordnung, die neue Satzungsanlage Wahlordnung und ebenso die neue Satzungsanlage Beitragsordnung an. Mit kleinen Änderungen bzw. Ergänzungen wurden alle Änderungen/neue Anlagen einstimmig beschlossen. Die Satzung wird, sobald vom Registergericht eingetragen, auf unserer Homepage veröffentlicht – Sie finden sie auf jeder Seite rechts unten. Geschäftsordnung und Anlagen werden ab diesem Zeitpunkt im internen Mitgliederbereich verfügbar sein. Mitglieder ohne Internetzugang können Ausdrucke über die Landesgeschäftsstelle anfordern.

Weiterer wesentlicher Programmpunkt war die Wahl der Delegierten für Bundesdelegiertenversammlungen. Gesetzt sind laut Satzung die drei Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands. Im ersten Wahlgang wurden die drei noch fehlenden direkten Kandidaten gesucht: Die Wahl fiel auf Klaus Hohlweg, Beisitzer im Vorstand, Michael Lorenz, SHG Kulmbach und Elisabeth Preisinger-Franz, SHG Haßfurt. Im zweiten Wahlgang waren Ersatzdelegierte zu wählen, die der Reihenfolge nach nachrücken, sobald einer von den sechs Delegierten ausfällt. Die Wahl fiel in dieser Reihenfolge auf Thomas Sommer (Beisitzer im Vorstand, er hatte seine Kandidatur vorher schriftlich erklärt), Manfred Wadenstorfer (SHG Freising), Diana Kirst (SHG Miesbach) und Michaela Kreß (Diabetes Selbsthilfe Aschaffenburg e.V.). Alle Gewählten nahmen die Wahl an. Bernd Franz dankte für die Bereitschaft zur Übernahme eines so verantwortungsvollen Amtes. Die Aufgabe des Vorstandes sei es nun, alle Delegierten mit den nötigen Informationen zu versorgen. Er forderte aber auch das Engagement der Delegierten, sich in die komplizierte Materie einzuarbeiten. Unser gemeinsames Ziel muss ein starker Bundesverband sein, der die Interessen von uns Diabetikern kompetent vertritt.

60 Jahre Diabetes-Selbsthilfe in Bayern


Am Ende folgte ein Ausblick auf die Vorhaben im Jahr 2015: Wir feiern nachweislich 60 Jahre Diabetes-Selbsthilfe in Bayern – damals wurden die ersten Bezirksverbände in Nürnberg und München gegründet. Dazu findet eine Jubiläumsveranstaltung und der Deutsche Diabetiker Tag (DDT) am 19. bzw. 20. September in Nürnberg statt. Details erfahren Sie im kontakt und <link>hier. Dazu wird, wie schon 2011, wieder eine große <link>Mitgliederwerbeaktion mit attraktiven Preisen gestartet, deren Höhepunkt die Verlosung am Info-Stand auf dem DDT sein wird. Bitte diesen Termin vormerken, sprechen Sie ihn in den Gruppen an - einige Gruppen planen bereits Busfahrten zum Deutschen Diabetiker Tag.

Am Ende stellte Bernd Franz Briefmarken mit dem Logo des Diabetikerbund Bayern vor, die Gruppenleiter für Ihre Gruppenarbeit in der Landesgeschäftsstelle bestellen und über die von ihnen beantragten Fördergelder finanzieren können. (Marion Köstlmeier)