Vom 17.-19. Oktober 2008 trafen sich Delegierte aus ganz Bayern zur turnusgemäßen Landesversammlung in Hersbruck bei Nürnberg. Erstmals integriert war eine Jugendleitertagung.
Der Freitag und Samstag bot den Delegierten viel Fortbildung und Information. Samstagabend und Sonntag standen die üblichen Tagesordnungspunkte wie Rechenschafts- und Finanzberichte, Entlastung der Vorstandschaft, Anträge und die fälligen Neuwahlen an. Über die wichtigsten Neuerungen – neuer Landesvorstand und die Rückkehr in den Bundesverband - berichteten wir bereits in der letzten Ausgabe.
Hier eine Zusammenfassung der Referate:
„BZ-Selbstkontrolle – aber richtig!!?“, Dr. med. Schmeisl, Medizinischer Beirat
Dr. Schmeisl zeigte viele mögliche Fehlerquellen rund um die Blutzuckerselbstkontrolle auf. So ist bei vielen Blutzuckermessgeräten an die Codierung zu denken, Blutzuckerteststreifen müssen immer im verschlossenen Originalbehälter aufbewahrt werden. Vor der Blutzuckermessung Händewaschen nicht vergessen! Manche alternative Messstellen sind zu Zeiten stark schwankenden Blutzuckers ungeeignet. Ganz wichtig ist aber die Dokumentation der Blutzuckerwerte sowohl für den Patienten wie für den betreuenden Arzt, da nur so sinnvolle Konsequenzen aus den Messwerten gezogen werden können.
Sigurd Duschek, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern
Er stellte die Arbeit und Aufgaben der KVB, in der alle Kassenärzte und Psychotherapeuten Bayerns organisiert sind, vor. Wichtige Aufgaben sind die flächendeckende Organisation der ärztlichen Notdienste und die Erhaltung des hohen bayrischen Standards in der Qualität der ärztlichen und psychotherapeutischen Versorgung. Er ging auch auf die Probleme der Zukunft mit Gesundheitsfonds und Angleichung der Sozialsysteme in der Europäischen Union ein. Ebenso sprach er die Probleme der demografischen Entwicklung an: Immer weniger Ärzte müssen immer mehr ältere Menschen versorgen. Verschärft wird das Problem durch das zahlreiche Abwandern junger Mediziner ins Ausland, da hier bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen locken.
Dr. med. Hans-Joachim Lüddeke, Vorsitzender der Fachkommission Diabetes in Bayern (FKDB)
Dr. Lüddeke stellte die FKDB, „Landesverband“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft, vor. Ihm als Vorsitzenden ist eine gute Zusammenarbeit mit der Selbsthilfe und damit dem Diabetikerbund Bayern sehr wichtig. Patienten und Ärzte müssen auf AUGENHÖHE zusammen arbeiten und eine gemeinsame Streitkraft bilden. Heute werden Patienten nicht ernst genommen. So trifft das Institut für Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) Entscheidungen ohne Patientenbeteiligung über deren Köpfe hinweg.
Er berichtete von einigen Problemen der näheren Vergangenheit, die jetzt geklärt werden konnten. So soll die Weiterführung der DMPs (Disease-Management-Programme) auch mit Gesundheitsfonds gesichert sein, auch die Turbulenzen um die Strukturverträge für die ambulante diabetologische Versorgung wurden wieder bereinigt. Immer mehr Probleme gibt es im stationären Bereich, da die Finanzierung über Fallpauschalen im Diabetesbereich schwierig ist.
„Wir Ärzte stehen an Ihrer Seite und begleiten Sie. Ihre Leistungen müssen anerkannt und gewürdigt werden.“ Die Diabetiker sind mit 8 Millionen Betroffenen keine Bittsteller, sondern eine politische Macht!
Christiane Paulus, Geschäftsführerin Paritätischer Wohlfahrtsverband Bayern, Bezirksverband Mittelfranken
Der Paritätische ist einer der sechs Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege und Dachverband für 750 Organisationen in ganz Bayern. Im Paritätischen sind völlig eigenständige Organisationen, wie z.B. SOS-Kinderdörfer, Frauenhaus, ambulante Pflegedienste und der Diabetikerbund Bayern zusammengeschlossen, dabei bleibt der Bezug zum Paritätischen unsichtbar.
Die Mitgliedschaft im Paritätischen bietet Interessenvertretung, Beratung, Finanzierungshilfen, Fort- und Weiterbildung uvm..
Reinhard Kirchner, Geschäftsführer LAG Selbsthilfe
Die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe in Bayern ist ein Zusammenschluss von momentan 100 landesweit tätigen Selbsthilfeorganisationen von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung. Die LAG stellt sicher, dass Betroffene nach dem Motto „Nicht ohne uns über uns“ vertreten werden. Chronisch Kranke und Behinderte sollten sich die Kompetenz über die eigene Krankheit nicht absprechen lassen! Der Vorstand besteht aus über 50 % Betroffener. Die LAG ist Mitglied in der BAG, der bundesweit tätigen Dachorganisation.
Selbstverpflichtung
Ludwig Hammel, Geschäftsführer Bundesverband Morbus Bechterew
Mittels einer Powerpoint-Präsentation erklärte Herr Hammel die Umsetzung der Selbstverpflichtung am Beispiel seiner Organisation. Dies war ein sehr wichtiger Tagesordnungspunkt für die Delegierten aus Regionalverbänden und Selbsthilfegruppen, da es hier viele Regeln zu beachten und Fallstricke zu erkennen gilt.
Hier schloss der Tagesordnungspunkt „Beantragung von Fördermitteln“ an. Bernd Franz klärte die Selbsthilfegruppenleiter über verschiedene Arten der Fördermöglichkeiten auf. Hilfe bei der Antragstellung bietet Andrea Pfeuffer. Die Selbsthilfegruppenleiter werden hierzu noch gesondert informiert.
Neuer Internetauftritt mit internem Mitgliederbereich, Markus und Christoph Hädrich
Liebe Mitglieder, kennen Sie schon unsere neue Internetseite? Auf der Landesversammlung neu vorgestellt wurde der interne Bereich, in den Sie mit Ihrer Mitgliedsnummer und Ihrem Geburtsdatum gelangen. Ihnen stehen dort Informationen, wie z.B. die aktuelle Ärzteliste oder Kontakt-Ausgaben als pdf-Datei zur Verfügung. Selbsthilfegruppenleitern bieten sich noch mehr Download-Möglichkeiten. Auch können Gruppenleiter ab sofort ihr Gruppenprogramm direkt auf der Internetseite eingeben. Sollten Sie Schwierigkeiten haben, melden Sie sich in den Büros.
Der Landesvorstand bedankt sich für die großartige Arbeit bei Markus und Christoph Hädrich.







