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Schnarchen und Atemaussetzer – harmlos oder nicht?

Das war Thema des Mai-Treffens der <link http: www.diabetikerbund-bayern.de aktivitaeten regionalverbaende-und-selbsthilfegruppen donau-wald zwiesel>SHG Regen/Zwiesel. Josef Lallinger, Gruppenleiter, hatte Johannes Vullings, Leiter der SHG Schlafapnoe-Atemaussetzer Deggendorf als Referent in die Gruppe eingeladen, denn Atemaussetzer können auch die Diabeteseinstellung beeinträchtigen. Herr Vullings klärte die Teilnehmer umfassend auf:

 

Schlaf bedeutet für den Menschen so etwas wie das „Aufziehen einer Uhr“ - deshalb ist ausreichend und gesunder Schlaf wichtig. 6–10 % der Bevölkerung schnarchen, bei älteren Menschen sind es sogar 20–50 %. 1–5 % sind von einer Schlafapnoe (Atemaussetzer) betroffen – das entspricht bis zu 4. Mill. Menschen in der BRD. Männer trifft es 8 mal häufiger als Frauen.

 

Schlafapnoe ist eine Krankheit

 

Schnarchen ist in den meisten Fällen harmlos, aber es kann auch eine ernstzunehmende Krankheit sein, die dringend behandelt werden sollte: Dies ist dann der Fall, wenn es während des Schlafens zu Atemaussetzern kommt. 5–10 Atemaussetzer pro Stunde sind noch nicht beunruhigend, ab 15 sollte man was unternehmen, denn es könnte eine sogenannte Schlafapnoe vorliegen, so Herr Vullings. Die schlechte Sauerstoffversorgung während der Atempausen führt zu einer Weckreaktion des Körpers, die ein Wiedereinsetzen der Atmung bewirkt. Der Betroffene erinnert sich daran meist nicht, jedoch wird jedes Mal der normale Schlaf gestört und die Erholungsfunktion dadurch behindert.

 

Auswirkungen

 

Schlafapnoe kann Vergesslichkeit, Zerstreutheit, Konzentrationsstörungen und Leistungsminderung am Arbeitsplatz und in der Freizeit, Tagesmüdigkeit und Einschlafzwang auslösen sowie Angstzustände und Depressionen bewirken. Die Betroffenen klagen über Kopfschmerzen, Migräne, unruhige Beine, starkes Schwitzen, häufiges nächtliches Aufstehen, Nervosität, Gereiztheit, erhöhter Pulsschlag und Bluthochdruck. Wichtig für Diabetiker: Bei ca. 80 % der Diabetiker mit Schlafapnoe ist die Wirkung des Insulins beeinträchtigt: Sie haben morgens erhöhte Blutzucker- und Blutdruckwerte, erklärte Hr. Vullings. Auch Kinder können schon betroffen sein. Bei Schulkindern fallen schlechte schulische Leistungen auf, auch bei nächtlichem Einnässen sollten Eltern aufmerksam werden und den Schlaf ihrer Kinder aufmerksam beobachten.

 

Risikofaktoren für Schlafapnoe sind Übergewicht, Beruhigungsmittel, zu große Mahlzeiten am Abend, übermäßiger Alkoholgenuss und unregelmäßige Schlafzeiten. Um festzustellen ob eine Schlafapnoe vorliegt, sollte man sich an einen Facharzt überweisen lassen, der mit ambulant angewandten Systemen die Verdachtsdiagnose stellen kann. Der nächste Schritt ist die Untersuchung im Schlaflabor. Schlafapnoe kann in den meisten Fällen relativ einfach behandelt werden: Durch eine Überdruckmaske wird der Atemdruck normalisiert und somit Atemaussetzer verhindert und das Schnarchen deutlich reduziert. Herr Vullings stellte verschiedene Maskensysteme vor, um Berührungsängste abzubauen. Hr. Lallinger bedankte sich bei Hr. Vullings mit einem kleinen Geschenk für seinen Vortrag.

 

Die Selbsthilfegruppe Regen/Zwiesel lädt allen interessierten Diabetiker zu den monatlichen Treffen, die jeweils am 3. Montag im Monat um 19:30 Uhr abwechselnd im Ärztehaus am Anger in Zwiesel und in der AOK Regen stattfinden, ein. Näheres erfahren Sie bei Herrn Lallinger, Tel.: 0160/95 10 76 14. (Josef Lallinger)