Das versprach der November-Vortrag von Frau Dr. Karl, Diabetologin in der diabetologischen Schwerpunktpraxis Nürnberg in der <link>SHG Röthenbach.
Frau Dr. Karl begann mit dem Hinweis, dass Vorsorgeuntersuchungen wichtige Grundlage seien, um evtl. schon bestehende Krankheiten im Frühstadium zu erkennen. Dabei wird u.a. ein Blutbild erstellt. Der Arzt erhält damit viele Werte, die der Laie auf den ersten Blick nicht deuten kann.
Gutes und schlechtes Cholesterin
Danach ging sie auf das Cholesterin ein. Dabei gibt es das gute HDL, das in Gefäßwänden abgelagertes Cholesterin in die Leber zurücktransportiert. Dieser Wert sollte deshalb möglichst hoch sein. Das LDL-Cholesterin dagegen gilt als „schlechtes“ Cholesterin – ein hoher Wert ist ein Risikofaktor für unser Herz-Kreislauf-System. Warum ist der Wert hoch? Teils kann es an falscher Ernährung und ungesunder Lebensweise liegen, oft ist aber eine familiäre Anlage (Vererbung) „schuld“. Was kann der Betroffene tun? Eine Ernährung mit viel Ballaststoffen und Gemüse kann den erhöhten Cholesterinwert senken.
Danach erklärte uns Frau Dr. Karl, was die Anzahl der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) aussagt. Leukozyten wehren Krankheitserreger ab und spielen damit eine wichtige Rolle in der Immunabwehr. Viele Leukozyten im Blut deuten daher auf eine Infektion oder Entzündung hin. Die Obergrenze liegt bei ca. 10.000/µl. Ein zu niedriger Leukozyten-Wert kann auf eine Autoimmunkrankheit hinweisen.
Die roten Blutkörperchen (Hämoglobin) dagegen sind für den Transport des Sauerstoffs in die Zellen zuständig. Zu niedrige Hämoglobin-Werte können auf Blutarmut (Anämie), zu hohe Werte auf eine übermäßige Vermehrung der Blutzellen oder Austrocknung hindeuten.
Thrombozyten sind scheibenförmige Blutplättchen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung.
Nachdem auch noch über Enzyme, die für die Verdauung wichtig sind, TSH, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird und über eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse Auskunft gibt, und den PSA-Wert als Tumormarker gesprochen wurde, schwirrte uns allen ganz schön der Kopf.
Viele Fragen der Zuhörer, die manchmal sogar ihr eigenes Blutbild mitgebracht hatten, beantwortete Frau Dr. Karl sofort. Sie erklärte uns jedoch immer wieder, dass nicht die Laborwerte therapiert werden, sondern Menschen! Die genannten Ober- und Untergrenzen können nur Anhaltspunkte sein - jeder Patient muss individuell behandelt werden!
Mit viel Applaus und einen kleinen Präsent dankten wir Frau Dr. Karl für diesen interessanten Vortrag, der uns helfen wird, unsere nächsten Laborwerte besser einzuordnen. (Brigitte Laue)

