– das sind aktuell immer wieder genannte Schlagwörter zum demografischen Wandel!
Wir werden WENIGER – die Geburtenzahlen sinken, wobei sie im Durchschnitt pro Frau seit 30 Jahren konstant bei 1,4 Kinder liegt. Weil aber die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter abnimmt und das auch weiter tun wird, sinken die realen Geburtenzahlen – demgegenüber stehen mehr ältere Menschen und ein Überschuss an Sterbefällen.
Wir werden ÄLTER - gewinnen viele Jahre, in denen wir nicht gebrechlich sind und das Leben als Rentner genießen wollen. Aber: Es kommen zu wenig Junge nach!
Wir werden BUNTER – die Gesellschaft wandelt sich, es gibt vielfältigere Familienformen und Lebensstile, auch durch die unbedingt notwendige Zuwanderung.
Immer weniger junge und immer mehr ältere Menschen – auch brisant in Sachen Diabetes. Gerade bei Kleinkindern steigt die Zahl der Typ-1-Erkrankungen – da Kinder immer wertvoller für die Gesellschaft werden, kämpfen sie und ihre Eltern zukünftig hoffentlich nicht mehr gegen Vorurteile und Benachteiligungen. Andererseits steigt die Zahl der älteren Menschen und je älter, desto höher die Zahl der Typ-2-Diabetiker, sofern wir an unserer Lebensweise nichts ändern –– hier rollen gleich mehrere Probleme auf uns zu: Zum einen ist es eine riesige Kostenlawine, zum anderen fehlen Ärzte und Pflegekräfte, die diese Menschen versorgen können, wenn sie Folgeerkrankungen erleiden bzw. dement oder gebrechlich werden. Daher müssen Veränderungen her, JETZT, eigentlich schon VORGESTERN!
Rente nur für eigene Interessen nutzen ist spätestens dann vorbei, wenn die Babyboomer aus den 50iger und 60iger Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Standard-Rente mit 67 sicher auch – aber warum soll jemand, der Spaß am Job hat und fit ist, zwangsweise in Ruhestand gehen? Und warum kann ein körperlich schwer arbeitender Mensch, dem dies gesundheitlich zugesetzt hat, nicht früher in Rente gehen und seine Ressourcen anderweitig in die Gesellschaft einbringen? Fähigkeiten hierzu hat fast jeder.
Schon aktuell jammern Firmen über fehlende Nachwuchs- und Fachkräfte. Manches müssen sie sich selbst zuschreiben, haben sie doch früher nicht genügend ausgebildet bzw. gut ausgebildete Menschen ausgemustert. Nur Nachwuchs kann den zukünftigen Bedarf nicht decken, deshalb werden die Firmen begreifen müssen, dass die Ressource ältere Arbeitnehmer unverzichtbar ist – man wird sich auf sie einstellen müssen - und auch von deren Erfahrung und Kompetenz profitieren. Ja – früher musterte man Ältere aus, jetzt werden sie wieder wertvoll – wer hätte das gedacht?
Jungen Familienvätern und –müttern müssen Firmen Möglichkeiten schaffen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, wollen sie sie nicht an die Konkurrenz verlieren, die diese Entwicklung nicht verschlafen hat!
Von klein auf müssen wir alle Ressourcen nutzen! Bildung von Anfang an durch alle Bevölkerungsschichten hindurch muss sofortiges Ziel sein. Wussten Sie, dass Kinder aus Arbeiterfamilien, die keinen Kindergarten besucht haben, nur zu 7 % Abitur machen? Demgegenüber stehen 27 % Arbeiterkinder mit Abitur, wenn sie im Kindergarten waren! Warum nur haben wir in Bayern trotzdem noch nicht für alle Kinder Kindergartenplätze? Die Kinder von heute müssen die Gesellschaft in 20–30 Jahren stemmen! Deshalb brauchen sie eine gute Ausbildung.
Der Vollkasko-Sozialstaat steht auf wackeligen Beinen und wird es alleine nicht packen. Mehr Eigenverantwortung in Hinsicht auf einen aktiven, gesunden Lebensstil ist von uns allen gefordert. Und wir müssen uns gegenseitig helfen – die fitten Älteren unterstützen die nicht so fitten, die Älteren helfen den Jungen - nur so kann es gemeinsam gelingen. Auf in eine spannende Zukunft!
Ihre Marion Köstlmeier
