Berichte

Diabetes-Management - lästiges Muss? Nürnberger Kids in St. Englmar

Die beiden Nürnberger Selbsthilfegruppen <link>„Kinder und Jugend Nürnberger Land“ und <link>„Diakids Nürnberg“ trafen sich vom 7. bis 9. Juni in St. Englmar. Das Diabetes-Management sollte im Mittelpunkt des Wochenendes stehen.

Mit herrlichem Wetter empfing uns der Berggasthof Bernhardshöhe. Gegen 19 Uhr waren alle Zimmer verteilt – die Erwachsenen in Doppel- und die Kinder und Jugendlichen in Mehrbettzimmern. Beim ersten gemeinsamen Abendessen in einem nahegelegenen Lokal lernten sich die Teilnehmer schon etwas kennen. Zurück im Hotel stand im Anschluss die offizielle Begrüßung und die Besprechung des Programms der nächsten Tage auf der Agenda. Aber damit war der Abend noch nicht gelaufen – jetzt kam die erste Schulungseinheit! Mit ihrer gewohnt professionellen Art stellte Tanja Ün, Diabetesberaterin, den Gesundheitspass Diabetes vor und erklärte, was darin erfasst wird. Wichtig ist natürlich auch, selbst zu wissen, was diese Werte aussagen und wie oft sie bestimmt werden sollten. All das erfuhren wir im Laufe des Freitagabends.

Gestärkt vom reichhaltigen Frühstück stand am Samstagmorgen das Blutzuckertagebuch im Mittelpunkt: „Wie wichtig ist es, ein Blutzuckertagebuch zu führen? Wie aussagekräftig sind die Aufzeichnungen? Was kann man daraus lesen und für die Anpassung der Diabetes-Therapie nutzen?“ Dr. Schwarz, Diabetologe in Nürnberg, war eigens für diesen Vortrag zu uns nach St. Englmar gekommen, vielen Dank dafür! Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Wissen über die Krankheit die Kinder haben und wie engagiert sie mitarbeiten. Im Anschluss daran bereiteten wir uns für die Wanderung vor: Blutzucker messen, Not-BEs und wetterfeste Jacke in den Rucksack packen, festes Schuhwerk anziehen – dann ging es los. Robert, unser Wanderführer, und Birgit Filipin, Betreuerin, führten uns zum Waldwipfelweg. Dr. Schwarz war als ärztlicher Begleiter auch mit von der Partie. Und so ging es mit einigen Pausen zum Blutzuckercheck durch Wald und Wiesen hinaus nach Maibrunn.

Und dieser Marsch hat sich gelohnt: Der 370 m lange Holzsteg mit herrlicher Aussicht über das Donautal und der Waldlehrpfad lässt Groß und Klein staunen und Neues entdecken. Nach längerem Aufenthalt zog es uns bergab zur Sommerrodelbahn in Grün. Hier erwarteten uns zwei Rodelbahnen, ein Abenteuerspielplatz und weitere Spielmöglichkeiten – einfach ein Paradies für Kids. Die Eltern hatten während einer Tasse Kaffee oder Tee in Ruhe Zeit, sich miteinander auszutauschen. Zurück im Hotel und nach einer kleinen Pause legten wir mit den Vorbereitungen zum Abendessen los: „Hurra: Pizza!“ riefen alle und schon hatten Kids, Eltern und Betreuer Messer, Schüsseln und Zutaten in der Hand und werkelten los. Nebenbei besprach man die verschiedenen Boli-Arten, um die ideale Pizza-Konstellation zu finden. Selbstgemacht war es möglich, alle Sonderwünsche zu erfüllen und so ließen wir uns Pizza und Salat nach dem Testen schmecken. Bei der letzten Blutzuckerkontrolle vor dem Zu-Bett-gehen wurde überprüft, ob und wie der verzögerte Insulinbolus bei jedem Einzelnen gewirkt hat. Gegen 22 Uhr kehrte Ruhe bei den Kids ein.

Die Eltern saßen noch gemütlich bei einem Gläschen Wein zusammen, diskutierten die Ergebnisse und tauschten ihre Erfahrungen von zuhause aus. Nach einer für die Eltern kurzen Nacht stand das letzte Schulungsthema auf dem Programm: Wann ist der richtige Zeitpunkt für die selbstständige Dokumentation im Blutzuckertagebuch - ohne Kontrolle der Eltern? Eigene Erfahrungen wurden ausgetauscht und diskutiert. In der Zwischenzeit vervollständigte Tanja Ün die Eintragungen im Gesundheitspass. Um die Mittagszeit war dieses an neuen Erfahrungen und Wissen reiches Wochenende schon wieder vorbei, der Abschied stand an.

Ich bedanke mich für dieses gelungene Wochenende ganz herzlich bei allen Teilnehmern und Helfern. Die Vorbereitungen fürs nächste Jahr laufen schon! (Horst Neubauer)