Martin Peter, Bienenfachwart und Kreisvorsitzender der Imker, hatte die Mitglieder der <link>Diabetes-Interessengemeinschaft Dingolfing eingeladen. Er vermittelte uns die Grundlagen der Imkerei, sowohl theoretisch, als auch in der Praxis. Nach der Vorstellung der Arbeit der Bienen und der des Imkers wurde der produzierte Honig ausgiebig verkostet.
Josef Rehmeier, Sprecher der Diabetes-Interessengemeinschaft, freute sich, dass einige wissbegierige Diabetiker dieses Angebot von Imker Martin Peter in Tunzenberg angenommen hatten. Wenn auch Honig nicht in großen Mengen von Diabetikern verzehrt wird, so wollen sie doch wissen, wo er herkommt, wie er erzeugt wird und was der Imker dabei zu tun hat.
Hierarchie im Bienenstock
Anhand eines Schaukastens, in dem ein Bienenschwarm seine Arbeit verrichtete, erklärte Martin Peter das Verhalten der Bienen, die Funktion der Arbeiterinnen, der Drohnen und der Königin. Mit einem Punkt gekennzeichnet war diese schnell zu finden. 20 Drohnen begatten die Königin, die dann ab Januar Eier legt. „Die frisch geschlüpften Bienen fliegen nicht sofort aus um Nektar zu sammeln, sondern schieben die ersten Tage Innendienst, um den Bienenstock und die Waben sauber zu halten und die Larven zu füttern“, erklärte der Bienenfachwart. Ab dem 17. Tag dürfen sie das Flugloch bewachen und erst ab dem 21. Tag verlassen sie den Bienenstock.
Nach der Theorie wurde die Praxis von Imker und Bienen im Bienenhaus vorgestellt. Der Imker zeigte die nötigen Gerätschaften und auch, wie schwer eine Wabe werden kann. Er öffnete einen Bienenstock und demonstrierte den Aufbau. Im oberen Teil, also im 3. Stockwerk, wird der Honig eingetragen. Wenn alle Waben mit Wachs geschlossen sind, kann der Imker den Honig ernten. Ein gesamter Bienenstock kann mit den Waben schon bis zu 30 kg wiegen, die Erntearbeit ist körperlich anstrengend.
Bienen im Winter
Da der Honig, also der eigentliche Wintervorrat der Bienen, vom Imker geerntet wird, muss dieser für entsprechenden Ersatz sorgen, damit das Volk im Winter nicht verhungert. Ersatznahrung nach der Honigernte ist in der Regel Zucker, auch in Form von Zuckersirup. Falsch ist, dass die Bienen im Winter ausschließlich von Zucker leben, denn neben dem Honig lagern die Bienen auch Pollen in den Waben ein – wichtig für ihre Eiweiß- und Mineralstoffversorgung. Dieser Pollen wird beim Schleudern nicht entnommen. Die Fütterung der Völker erfolgt ab dem Spätsommer bis zum Frühherbst.
Der letzte Arbeitsgang ist die Entnahme der Waben und das Schleudern des Honigs. Das Wachs wird mit einem Schaber von den Waben entfernt und die geöffnete Wabe in die Honigschleuder gesteckt. Der geschleuderte Honig wird in Gläser abgefüllt. Zum Abschluss lud der Bienenfachwart uns Diabetiker in seine gemütliche Laube ein. Hier durften alle den Honig frisch aus dem Glas verkosten.
Nach so viel neuen Eindrücken kehrten wir zum Erfahrungsaustausch und einer Brotzeit im Gasthaus Siegle ein. Bis in die späten Abendstunden gab es noch viel zu bereden. (Josef Rehmeier)


