Berichte

Paradontitis und Diabetes

Über dieses noch viel zu wenig bekannte und beachtete Thema referierte Jens Neugebauer, Mitarbeiter der Zahnarztpraxis Dr. Weinzierl und Kollegen, beim Gruppentreffen der<link> SHG Röthenbach im vergangenen April.


Diabetes und Paradontitis sind ein unangenehmes Gespann. Herr Neugebauer erklärte die Wechselwirkungen, die sich aus dieser besonderen Kombination ergeben:
Die Paradontitis, im Volksmund oft Paradontose genannt, ist eine von Bakterien verursachte Entzündung des Zahnhalteapparates. Wie jede Infektion führt sie bei Diabetikern zu stärkeren Blutzuckerschwankungen und erschwert damit eine gute Stoffwechseleinstellung.


Teufelskreis Entzündung <->hohe Werte


Bei Diabetes mellitus kommt es bei schlechter Stoffwechseleinstellung zu Mikroangiopathien, die zu einer schlechteren Durchblutung mit Verminderung der Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gewebes führen. Und: Diabetiker haben oft ein geschwächtes Immunsystem. Erhöhte Zuckerwerte sind ein guter Nährboden für bakterielles Wachstum. Und so schließt sich der Teufelskreis aus erhöhten Blutzuckerwerten und dem durch oben genannte Faktoren begünstigtem Bakterienwachstum.


Die Paradontitis verläuft in drei Stadien:

  • Gingivitis (Entzündung des Zahnfleischs)
  • Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates)
  • aggressive Parodontitis (fortschreitende Entzündung mit irreversiblem Verlust von Teilen des Zahnhalteapparates)

Dabei zeigen sich folgende Symptome: Entzündung, Schmerzen und Zahnfleischschwellung, Zahnfleischbluten, Zahnfleischtaschenbildung, evtl. Mundgeruch, Lockerung von Zähnen bis hin zum Zahnverlust.

 

Wie kann ich vorbeugen?

Um dem „Schreckgespenst“ Zahnverlust zu entgehen, können wir einiges tun:

  • regelmäßige Mundhygiene: mind. 2 x am Tag Zähneputzen mit eigener Zahnbürste
  • Nikotinkarenz = nicht Rauchen
  • optimale Einstellung des HbA1c-Wertes


Darüber hinaus sind regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt notwendig, um durch rechtzeitiges Eingreifen größere Folgen vermeiden zu können.
Nachdem Herr Neugebauer geendet hatte, gab es noch eine Menge Fragen von den Teilnehmern, die er geduldig beantwortete. Auch das Vertrauensverhältnis zum Zahnarzt spiele eine große Rolle, gab er uns zum Abschied mit auf den Weg. Er versprach, bei Bedarf gerne nochmals in die Gruppe zu kommen. (Brigitte Laue)