Seit 1998 findet er statt – mittlerweile ist der jährliche Weidener Diabetikertag schon Tradition. Zum kleinen Jubiläum – 15 Jahre - konnten die Veranstalter dieses Jahr den Landesvorsitzenden des Diabetikerbundes Bayern, Herrn Bernd Franz, begrüßen.
Bei den Vortragsthemen ging man mit voller Absicht auf die grundlegenden Bedürfnisse der Diabetiker ein. So beleuchtete die örtliche Diabetologin Dr. Susanne Friedrich-Kraus das klassische Thema „Unterzucker - was bedeutet das und was kann man tun?“. Sie ging auf die Vorboten der Hypoglykämie und deren Auswirkungen ein. Von Störungen der Hirnfunktion über Risiken im Straßenverkehr bis zu körperlichen Schäden, auch mit Langzeitfolgen, ist dabei alles möglich. Mit viel Wissen, also einer guten Schulung und einer daraus folgenden realistischen Einschätzung der eigenen Situation, und individuell festzulegenden Behandlungszielen kann man dem Risiko Hypoglykämie am Besten begegnen.
Beim zweiten Referat beleuchtete der Diabetologe Dr. Georg Aderbauer das Thema „Was gibt es Neues in der Behandlung des Diabetes Typ 2?“ Dabei sollten gerade in den ersten fünf Jahren der Zuckerkrankheit möglichst gute Werte erreicht werden, wobei auch dem frühzeitigen Einsatz von Insulin eine besondere Bedeutung zukommt. Später könnten auch großzügigere Grenzwerte akzeptiert werden. Auch wurden die Wirkungen von Darmhormonen, Inkretine genannt, erläutert und darauf hingewiesen, dass deren Verordnung aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen momentan noch nicht für die breite Masse möglich sei. Erst, wenn andere – günstigere –Therapieoptionen nicht greifen, dürfen sie eingesetzt werden.
Zum Schluss referierte Dipl.-Psychologe Simon Forkel aus Coburg zum wichtigen Thema Depression: „Wenn Diabetes auf die Seele schlägt – Diabetes und Depression.“ Nicht jedes Gefühlstief sei eine Depression, sondern eher ein Zeichen einer gesunden seelischen Verfassung. Nur wenn man sich längere Zeit nicht mehr freuen oder für etwas interessieren könne, keine Tatkraft vorhanden sei, dann könne sich daraus eine Depression entwickeln. Körperliche Anzeichen sind z.B. Schlafstörungen und Kraftlosigkeit. Gerade für Diabetiker, die schon mit ihrer chronischen Erkrankung zu kämpfen haben, ist solch eine Depression eine bedeutende Mehrbelastung. Auch eine zufriedenstellende Blutzuckereinstellung ist dann fast unmöglich. Mit modernen Medikamenten und einer Psychotherapie kann man diesem Teufelskreis durchbrechen und die Depression überwinden.
Schon bei ihren Einleitungen bedankten sich der Chefarzt Prof. Dr. Frank Kullmann und Karl-Heinz Stupka, Gruppenleiter der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Weiden, bei den zahlreichen Vertretern der Industrie, die mit Info-Ständen vertreten waren. Auch den ca. 350 interessierten Besuchern galt ihr besonderes Dankeschön. Der Landesvorsitzende Bernd Franz ging in seinem Grußwort auch noch speziell auf den Informationsstand des Vereins „Diabgroup Gambia Friends Bayern e.V.“, betreut von Petra Hochmuth, ein. Dieser Verein dürfte uns Kontakt-Lesern schon lange bekannt sein: Er unterstützt junge Diabetiker in Gambia durch Diabetes- und Schulpatenschaften und vieles mehr (<link http: www.diabgroup.de>www.diabgroup.de). Mit einem kleinen Imbiss ging auch dieser erfolgreiche Weidener Jubiläumsdiabetikertag am frühen Nachmittag zu Ende. (Karl-Heinz Stupka)

