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12. Diabetikertag in Bad Königshofen: Erhöht Diabetes das Krebsrisiko?

„Erhöht die Zuckerkrankheit die Krebsgefahr?“ und „Mundgesund trotz Diabetes“ – mit diesen Vortragsthemen luden die vhs Rhön und Grabfeld unter der Leitung von Klaus Schemmerling in Zusammenarbeit mit dem Diabetologen Dr. med. Friedrich Oehm aus Sulzfeld in die FrankenTherme ein.

 

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt am 24. Oktober war die Vorstellung des Diabetikerbundes Bayern e.V. vom Landesvorsitzenden Bernd Franz. Er stellte den Sinn und Zweck einer Interessenvertretung für Diabetiker und Angehörige dar und berichtete über vieles, was der Diabetikerbund Bayern für die rund eine Million diagnostizierter Diabetiker in Bayern schon erreicht hat. „Es lohnt sich zu kämpfen“. Kostenfreie Blutzucker-Teststreifen oder der neue Test auf Schwangerschaftsdiabetes – es gibt viel zu tun im Kampf für eine gute Versorgung von Diabetikern, gerade heute, wo viele sinnvolle Therapieoptionen aufgrund des Kostendrucks auf dem Prüfstand stehen. Neben Schulungen, rund 120 Selbsthilfegruppen und vieler anderer Angebote ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Verbandsarbeit: Versicherungen für Diabetiker, denn auf dem freien Markt erhalten sie als chronisch Kranke oft nicht den gewünschten Versicherungsschutz.

 

Diabetes und Krebs

Dr. med. Friedrich Oehm referierte zum Thema „Erhöht die Zuckerkrankheit die Krebsgefahr?“. Er musste diese Frage mit einem klaren Ja beantworten, denn: Mit erhöhtem BMI (Body Mass Index) steigt das Krebsrisiko. Hier könne der Einzelne selbst viel tun durch die Änderung des Lebensstils in Richtung gesunder, vollwertiger, kalorienangepasster Ernährung mit mehr Bewegung im Alltag. Pflanzliche Öle und langsamere Kohlenhydrate seien zu bevorzugen, Gemüse und Salate sollten vermehrt gegessen werden. Dr. Oehm appellierte „den inneren Schweinehund zu überhören, wenn er zu Bellen anfängt“. Gerade Diabetiker sollten sich bewegen, bewusst essen und den Blutzucker im Auge behalten, denn dann sinkt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Krebs. Dazu wären 30 Minuten Bewegung täglich ideal, wie z.B. Schwimmen, Radfahren, Nordic-Walking, Gartenarbeit. „Jede Bewegung zählt, selbst fünf Minuten sind besser als gar nichts.“ Klaus Schemmerling wies hier auf die vielen Angebote von vhs und Sportvereinen hin. Vom Tanzen über Gymnastik – wichtig sei, etwas zu finden, was Spaß macht.

 

30 Minuten Bewegung täglich

Dr. Oehm weiter: Diabetiker leiden ständig an „stillen“ Entzündungen im Körper. Das führt zur Schwächung des Immunsystems mit der Folge des erhöhten Risikos für Zellveränderungen. Zudem wird die Krebsanfälligkeit begünstigt durch Insulin und Tabletten, die Sulfonylharnstoff enthalten. Das ist bekannt, aber die Ärzte haben keine Wahl: Weil Sulfonylharnstoffe preisgünstig sind, müssen sie vor anderen Therapieoptionen verordnet werden. Das grenze an „fahrlässige Tötung“, so Dr. Oehm. Aber nicht alle Medikamente beinhalten diese Gefahr: Metformin als Einzelwirkstoff senke sogar das Krebsrisiko.

 

Dr. med. dent. Bruno Neckel aus Bad Neustadt referierte zum Thema „Mundgesundheit trotz Diabetes – wie der Zucker auf die Zähne wirkt“. Zuerst klärte er über Anzeichen von Schädigungen an Zähnen und umgebendem Strukturen mit den Besonderheiten bei Diabetes auf, anschließend gab er praktische Tipps zur Mundhygiene und Prophylaxe.

 

Im Foyer der Frankentherme boten Info-Stände von Industrie und Organisationen den Besuchern jede Menge Info-Material und Knowhow. (Regina Vossenkaul, Main-Post)