Donauwörth - Zum neunten Male schon veranstaltete die <link>Diabetiker-Selbsthilfegruppe Donauwörth des Diabetikerbundes Bayern in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Donauwörth einen Diabetes-Informationstag. Initiator und treibende Kraft Wilhelm Pittig begrüßte im evangelischen Gemeindehaus viele Besucher und fachkundige Referenten aus der Region und freute sich, dass das Info-Angebot von 16 Firmen und Institutionen rege genutzt wurde.
Oberbürgermeister Armin Neudert merkte in seinem Grußwort an, dass hier echter Informationsaustausch zwischen Fachleuten und den Diabetes-Patienten stattfinde. Er wies auf die Bedeutung der Selbsthilfegruppen hin und dankte Wilhelm Pittig für sein ehrenamtliches Engagement. Volkshochschul-Vorsitzender Konrad Böswald gab seiner Freude Ausdruck, dass die Diabetiker-Selbsthilfegruppe die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule gesucht habe. „Vorsorge und die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ist wertvoller und viel billiger als eine Therapie“, erklärte er. Im Übrigen sei die VHS Donauwörth eine der wenigen Volkshochschulen in Bayern, die mit einer Diabetes-Selbsthilfegruppe kooperiere. Ein Grußwort sprach auch Johann Kahle, stellvertretender Landesvorsitzender des Diabetikerbund Bayern. Moderator Dr. med. Thomas Eberl, Chefarzt der Inneren Medizin an der Donau-Ries-Klinik Donauwörth, bemerkte, dass der gute Besuch der Veranstaltung zeige, dass Diabetiker Ausschau halten nach mehr Lebensqualität. Um dies zu erreichen, seien Information und Erfahrungsaustausch von großem Nutzen.
Neue Schulungsprogramme
Einen Überblick über moderne und zum Teil erst kürzlich veröffentliche Schulungsprogramme gaben der Bäumenheimer Facharzt Diabetologe Peter Sagemüller und Diabetesberaterin Angela Felkl. Obwohl jede Diabetes-Erkrankung individuell zu beurteilen sei, hätten Diabetiker in erster Linie Gewichtsprobleme. Gegen fehlendes Wissen müsse man mit Kopf, Herz und Hand ankämpfen. Jeder sollte sich kleine Etappenziele setzen, Essgewohnheiten und Trinken unter die Lupe nehmen und lernen, wie man mit Misserfolgen umgehen könne. Es gebe spezielle Programme für Probleme mit den Füßen, für ein Insulinpumpentraining, für Cholesterin- und Bluthochdrucksenkung sowie für Wahrnehmungsstörungen bei Unterzucker, um nur einige zu nennen. „Neue Diabetes-Schulungsprogramme können sehr hilfreich sein“, betonten sie.
Unterzuckerungen
Das Thema „Unterzucker bei Insulinbehandlung“ behandelte der Nördlinger Chefarzt Dr. med. Dietmar Blechschmidt. Anzeichen für Unterzucker seien Schwitzen, Unruhe, Zittern, Heißhunger, Blässe, Denkstörungen, Verwirrtheit, Sehstörungen und Koma. Unterzucker müsse rechtzeitig erkannt und sofort behandelt werden, weil Selbst- und Fremdgefährdung drohe. Er zog folgendes Fazit: Leichter Unterzucker ist nicht schädlich, sollte aber registriert werden, schwere Unterzuckerzustände müssen unbedingt vermieden werden.“
Nach der Mittagspause wurde ein „Workshop für Typ-1 und Pumpenträger“ angeboten. Anschießend referierte der Augsburger Diabetologe Dr. med. Michael Dietlein zum Thema „Nebenwirkungen von Medikamenten bei Diabetes – wie gefährlich sind sie?“ Eingangs ging er auf die Ursachen von Unterzucker ein: Zu viel Insulin gespritzt, zu wenig Kohlenhydrate gegessen, Bewegung, Arbeit, Alkohol, Wechselwirkungen mit Medikamenten, wie etwa Betablocker und ACE-Hemmer. Er beschrieb die Wirkung bekannter und neuer Insuline und beantwortete nach Ende seines Vortrags ungewöhnlich viele Fragen der Zuhörer. (Manfred Arloth)
Der Landesvorstand dankt Wilhelm Pittig und seinen fleißigen Helferinnen und Helfern im Vorfeld und am Veranstaltungstag für dieses großartige Engagement ganz herzlich!

