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DiaKids Nürnberg/Mittelfranken: Eine Selbsthilfegruppe, die viel mehr ist

Picknick © David Biermann

Wasservorhang © David Biermann

Highlight Rutsche © David Biermann

Wenn man den Begriff „Selbsthilfegruppe” hört, dann ist oft die erste Reaktion: Nö danke, das schaff ich schon, das klingt komisch, usw. Dieser Begriff kann - besonders am Anfang, wo man noch nicht lange mit Diabetes zu tun hat - beängstigend wirken. Sollte er aber nicht! Wir erzählen Euch, wie wir sind, was wir machen und wie toll eine solche Gemeinschaft ist.

Die DiaKids Nürnberg/Mittelfranken ist eine Neuaufstellung der Selbsthilfegruppe für Kinder bis ca. 14 Jahre im Großraum Nürnberg. Wir sind Ende 2017 neu gestartet. Derzeit sind 14 Familien dabei. Wir treffen uns einmal im Monat (ca. alle vier Wochen, wie es uns am besten passt). Wir organisieren immer ein Programm, bei dem sich die Eltern austauschen und die Kinder untereinander wohlfühlen können. Dieses Jahr haben wir schon einen Ausflug zur Cadolzburg gemacht, waren im Playmobil® Funpark, haben zusammen zu Abend gegessen und einen Elternabend zum freien Austausch initiiert. Über unsere Programm-Planung könnt ihr Euch auf der Website des Diabetikerbund Bayern informieren. Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, in der man jederzeit Fragen stellen oder erzählen kann.

Man fragt sich aber: wofür ist es gut? Man kann auch alleine solche Aktivitäten durchführen. Genau hier ist der Punkt. Mit der Diagnose Diabetes Typ 1 bekommt man ab sofort ein anderes Leben, mit vielen Herausforderungen und mit zusätzlicher Verantwortung. Viele neue Situationen, viele neue Aufgaben - und man erfährt schon am Anfang relativ schnell, dass Diabetes nicht so einfach funktioniert. Trotz dem Befolgen aller Vorgaben des Diabetesteams klappt nicht immer alles perfekt. Es gibt viele Ausnahmesituationen, die Kinder wachsen ständig - und auch der Diabetes verändert sich damit ständig.

Für die Eltern ist DiaKids eine sehr gute Beratungsquelle: die Kinder sind im verschiedensten Alter, manche haben einen Pen, manche eine Pumpe, manche tragen den Libre®, manche ein CGM-System. Es gibt sehr viele unterschiedliche Erfahrungen, wir können untereinander immer fragen und voneinander lernen, oder einfach mal Erlebnisse (und Rezepte) teilen. Unsere Gruppe ergänzt die Betreuung des Krankenhauses sehr gut: viele praktische Informationen bekommt man nur so mit. Und es gilt immer die Regel: mehrere Augen sehen mehr.

Für unsere Kinder bedeutet die DiaKids-Gruppe auch sehr viel. Man kann sogar echte Freunde finden! Auf jeden Fall sehen die Kleinen: sie sind nicht allein und keine Sonderlinge. Sie sehen: Jungs und Mädels können beide eine Pumpe tragen, und das andere Kind hat auch einen Sensor auf dem Arm. So erfahren sie, dass Diabetes völlig normal ist, und sie sich nicht krank fühlen sollen. Die größeren Kinder motivieren sich gegenseitig: das eine sieht, dass das andere schon selber Blutzucker misst - dann möchte es dieses Kind natürlich auch selber können. So wachsen sie damit ganz natürlich auf.

Ihr seid nicht allein!

Eine solche Selbsthilfegruppe möchte natürlich nie einen Zwang bedeuten. Man macht nur mit, wenn man Zeit und Bock hat. Wir Eltern sind auch sehr unterschiedlich, vielleicht wären wir ohne Diabetes so nie aufeinander getroffen. Was wir aber immer sagen: macht es nicht für euch selbst, macht es für eure Kinder. Das glückliche Lächeln und die strahlenden Augen helfen, den Alltag zu meistern. Und ihr seid nicht allein!

Falls ihr Lust habt, zu uns zu gehören, kontaktiert uns immer gern!

Liebe Grüße,
Eure DiaKids Nürnberg/Mittelfranken (Lilla Bakos)